Flieder – Die häufigsten Krankheiten und wie Sie sie behandeln

Zwar gilt der Flieder (Syringa) als recht robust und unempfindlich gegenüber Krankheiten, allerdings kann es ihn natürlich trotzdem erwischen. Die verschiedenen Krankheitserreger - wozu Pilze ebenso wie Viren und Bakterien zählen - sind in der Natur weit verbreitet. Sie können lediglich versuchen, durch einen geeigneten Standort, einen ausreichenden Pflanzabstand sowie eine gute, artgerechte Pflege den Flieder stark und widerstandsfähig gegen eine Infektion zu machen.

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An den Blättern sind Krankheiten meist zuerst zu erkennen

Blüten

Wenn der Flieder nicht blüht, steckt nicht immer ein Krankheitserreger dahinter. In den meisten Fällen ist der Standort lediglich zu dunkel oder die Pflanze bekommt nicht ausreichend Nährstoffe. Auch eine mögliche Staunässe (verursacht beispielsweise durch zu häufiges Gießen oder zu viel Regen) kann dahinter stecken. In diesen Fällen hilft ein Standortwechsel bzw. eine Versorgung mit Düngematerial.

Blätter

In vielen Fällen machen sich Krankheiten an den Blättern bemerkbar, wobei in späteren Verläufen auch andere Pflanzenteile wie beispielsweise Äste und Stämme ebenfalls betroffen sein können.

  • Blätter färben sich gelb

Bekommt der Flieder gelbe Blätter, stecken meist Standortprobleme dahinter: Entweder ist es der Pflanze zu dunkel, zu nass (Staunässe) oder es mangelt ihr an Nährstoffen. Pflanzen Sie sie um oder versorgen Sie sie mit geeignetem Dünger.

Blätter sind hellgrün

Hellgrüne Blätter mit dunkelgrünen Blattadern sind ein deutlicher Hinweis auf einen Eisenmangel. Die so genannte Chlorose behandeln Sie mit der Gabe eines Eisendüngers. Außerdem sollten Sie den Standort überprüfen, denn dieses Phänomen tritt vor allem auf für Flieder ungeeigneten Böden auf. Eine eventuelle Mulchung (beispielsweise mit Rindenmulch) sollten Sie ebenfalls entfernen.

Blätter haben braune Flecken

Braune Flecken auf Fliederblättern können sehr unterschiedlich aussehen und haben dementsprechend verschiedene Ursachen. Meist stecken Pilze dahinter: Ascochyta syringae (große, braun umrandete Flecken), Gloeosporium syringae (sehr große, braune Flecken), Heterosporium syringae (graubraune Flecken mit samtiger Oberfläche) sowie Septoria syringae (gelbbraune Flecken). Des Weiteren verursacht das Bakterium Pseudomonas syringae zunächst helle bis dunkelbraune Blattflecken und schließlich eine Triebfäule. Geeignete Maßnahmen in allen Fällen: Befallene Pflanzenteile entfernen bzw. zurückschneiden, abgefallene Blätter entfernen und Flieder mit Ackerschachtelhalmsud spritzen. Bei einem starken Befall hilft ein Kupferspritzmittel aus dem Gartenfachmarkt.

Blätter weisen weißlichen Belag auf

Mehltaupilze treten recht häufig beim Flieder auf. Spezielle Maßnahmen sind im Grunde nicht notwendig, Sie können aber einem Befall durch vorbeugendes Spritzen mit Ackerschachtelhalm- oder Knoblauchsud im Frühjahr vorbeugen. Erkrankte Pflanzenteile werden zurückgeschnitten und entsorgt.

Triebe, Äste und Stamm

Welkeerscheinungen beim Flieder können ebenfalls sehr verschiedene Ursachen haben. Häufig sind beispielsweise die durch das Bakterium Pseudomonas syringae hervorgerufene Fliederseuche sowie die durch Verticillium-Pilze verursachte Welkekrankheit. In beiden Fällen sollten Sie erkrankte Pflanzenteile sofort tief bis ins gesunde Holz zurückschneiden und das Schnittgut im Hausmüll entsorgen oder verbrennen.

Wurzel

Aufpassen müssen Sie auch mit dem Hallimasch, der sehr gerne alte Flieder befällt und eine Wurzelfäule verursacht. Bei einer Infektion hilft nur, den Baum zu roden und die Pilze zu essen.

Tipps

Bei vielen der beschriebenen Symptome müssen nicht zwangsläufig Krankheitserreger die Ursache sein. Auch so mancher Schädling ernährt sich gern vom Flieder.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Irina Borsuchenko/Shutterstock

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