Flieder wächst nicht – Ursachen und Gegenmaßnahmen

An den richtigen Standort gepflanzt, ist Flieder ein sehr wuchsfreudiger Strauch, der pro Jahr etwa zwischen 30 und 50 Zentimeter an Höhe und Breite zulegt. Dieses Wachstum ist natürlich sortenabhängig, denn Zwergflieder, die lediglich bis zu 150 Zentimeter hoch werden, sind mit durchschnittlich fünf bis 20 Zentimeter im Jahr deutlich langsamer. Wenn der Flieder allerdings nicht so recht wachsen will, dann kann das verschiedene Ursachen haben.

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Nährstoffmangel kann ein Grund für fehlendes Wachstum sein

Häufige Ursachen für mangelndes Wachstum

Ein Flieder, der nicht wachsen will, blüht häufig auch nicht oder nur wenig. Beide Verhaltensweisen sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass dem an sich anspruchslosen Strauch etwas nicht behagt. In den meisten Fällen hängt das Problem mit dem Standort zusammen – es ist zu dunkel, der Boden ist zu schwer, zu wenig durchlässig oder enthält zu wenig Nährstoffe. Manchmal kann jedoch auch eine Infektion mit einem Krankheitserreger die Ursache sein. Insbesondere für Pilze ist der Flieder sehr anfällig.

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Falscher Standort

Sonne, Sonne und noch mehr Sonne – Syringa, wie der Flieder botanisch heißt, braucht möglichst einen vollsonnigen Standort, an dem er mindestens vier Stunden pro Tag direkt im Licht steht. Ist es ihm zu dunkel (beispielsweise weil ein größerer Baum zu manchen Tageszeiten Schatten wirft), wächst er trotz ansonsten gesundem Aussehen nicht und stellt auch oft das Blühen ein. Es hilft nur ein Umsetzen an einen sonnigeren Platz.

Ungeeigneter Boden / Staunässe

Auch ein schwerer, lehmhaltiger Boden behagt dem Flieder nicht: Hier kann er seine meterweit dicht unter dem Boden verlaufenden Wurzeln nicht ungehindert ausbreiten, zudem mangelt es diesen Böden häufig an Nährstoffen. Dafür aber staut sich hier die Feuchtigkeit, was wiederum eine standortbedingte Staunässe zur Folge haben kann – mit dem Ergebnis, dass die Wurzeln des Flieders faulen. Auch hier hilft nur ein Umsetzen in einen besser geeigneten Boden oder eine gründliche Bodenverbesserung.

Nährstoffmangel

Ein Nährstoffmangel tritt häufig in sehr sandigen oder schweren Böden auf, die deshalb schon bei der Pflanzung verbessert werden sollten. Als akute Hilfe können Sie den Flieder mit einem organischen Dünger versorgen, vor allem Kompost eignet sich sehr gut. Wenn Sie die Wurzelscheibe mulchen, kann zudem ein Stickstoffmangel vorliegen.

Schwächung durch Krankheiten

Weist der mickerige Flieder braune Blätter oder Blattflecken auf, so steckt wahrscheinlich eine durch ein Bakterium oder einen Pilz verursachte Krankheit dahinter. Hier hilft ein Rückschnitt sowie die Stärkung des Strauches mit Ackerschachtelhalm, der als Sud aufgebracht wird.

Tipps

Manchmal sorgt auch der Wurzeldruck benachbarter Gewächse bzw. des Rasens, indem der Flieder steht, für ein vermindertes Wachstum. In diesem Fall hat der Flieder einfach nicht genug Platz.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: APugach/Shutterstock

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