Sichtschutz

Einen Sichtschutz aus Ästen unkompliziert selber machen

Artikel zitieren

Ein Sichtschutz aus Ästen verleiht Ihrem Garten eine natürliche Atmosphäre und lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick leicht selbst bauen. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die Auswahl der geeigneten Äste, deren Vorbereitung, den Bau eines Flechtzauns und dessen Pflege.

sichtschutz-aus-aesten-selber-machen
Aus Ästen lässt sich recht unkompliziert ein Sichtschutz bauen

Auswahl geeigneter Äste

Die Auswahl des passenden Materials ist entscheidend für einen langlebigen und optisch ansprechenden Sichtschutz. Verschiedene Holzarten bieten unterschiedliche Vorteile:

  • Robinie und Eiche: Das Holz dieser heimischen Bäume ist besonders robust und witterungsbeständig, wodurch es sich ideal für den Außenbereich eignet.
  • Weidenruten: Arten wie Korb-Weide, Purpurweide und Silberweide sind aufgrund ihrer Flexibilität und Biegsamkeit besonders beliebt für Flechtzäune. Sie lassen sich auch von ungeübten Händen gut verarbeiten.
  • Haselnuss: Haselnussäste bieten robustes und widerstandsfähiges Material, das sich durch seine Stabilität auszeichnet. Für das Flechten ist allerdings etwas mehr Kraftaufwand nötig.
  • Hartriegel, Duftjasmin und Flieder: Diese Arten bereichern die Gestaltung durch ihre ästhetische Vielfalt und unterschiedlichen Farben und Texturen.

Lesen Sie auch

Variieren Sie für ein optimales Ergebnis zwischen einjährigen Zweigen für feinere Strukturen und zwei- bis dreijährigen Ruten für mehr Stabilität. Die richtige Vorbereitung der Äste durch Trocknen, Säubern und Schützen ist essenziell für die Langlebigkeit und Schönheit Ihres Sichtschutzes.

Vorbereitung der Äste

Um die Lebensdauer und Optik der Äste zu gewährleisten, sind folgende Vorbereitungsschritte wichtig:

  1. Trocknen: Um Schimmelbildung zu vermeiden, müssen die Äste vollständig getrocknet sein. Dieser Schritt ist grundlegend für die Haltbarkeit des Sichtschutzes.
  2. Säubern: Entfernen Sie vorsichtig lose Rinde und Schmutz von den Ästen, um eine saubere Oberfläche für die weitere Behandlung zu schaffen.
  3. Schützen: Behandeln Sie die Äste mit einem Abwehrmittel oder einer Schutzlasur, um sie vor Schädlingen und Pilzbefall zu schützen. Dies ist besonders wichtig, wenn die natürliche Rindenschicht entfernt wurde.

Bauanleitung für einen Flechtzaun

Ein Flechtzaun aus Ästen ist nicht nur ein praktischer Sichtschutz, sondern auch eine ästhetische Bereicherung für Ihren Garten. Diese Anleitung hilft Ihnen beim Bau:

Materialien:

  • Dicke Äste als Pfosten (mindestens 4 cm Durchmesser)
  • Dünnere Äste zum Flechten (z.B. Weiden- oder Haselnussruten)
  • Astsäge
  • Astschere
  • Maßstab
  • Stift
  • Fäustel
  • Holzscheibe als Unterlegscheibe

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Pfosten vorbereiten: Schneiden Sie die dicken Äste in gleichmäßige Stücke von 40 cm Länge und spitzen Sie ein Ende an, um sie leichter in den Boden einschlagen zu können.
  2. Pfosten setzen: Positionieren Sie die Pfosten im Abstand von 40 cm zueinander und schlagen Sie sie mit dem Fäustel senkrecht in den Boden. Verwenden Sie eine Holzscheibe als Unterlegscheibe, um ein Zersplittern zu vermeiden.
  3. Flechten beginnen: Flechten Sie die dünneren Äste um und zwischen den Pfosten. Beginnen Sie am ersten Pfosten, indem Sie mit einem dicken und dann einem dünnen Ende der Ruten abwechseln, um eine gleichmäßige Flechtstruktur zu erhalten.
  4. Verdichtung: Drücken Sie die geflochtenen Äste nach jedem hinzugefügten Ast fest nach unten, um das Flechtwerk zu verdichten und Lücken zu minimieren.
  5. Abschlussarbeiten: Trimmen Sie überstehende Enden der Äste mit der Astschere. Zur Fixierung können Sie die oberste Rute zusätzlich mit kleinen Nägeln auf den Pfosten befestigen.

Mit diesem einfachen Aufbau entsteht ein stabiler und ästhetisch ansprechender Sichtschutz aus natürlichen Materialien, der Ihren Garten bereichert.

Pflege des Sichtschutzes

Damit Ihr Sichtschutz aus natürlichen Materialien lange schön und robust bleibt, beachten Sie folgende Pflegetipps:

  • Inspektion: Überprüfen Sie den Sichtschutz regelmäßig auf Schäden oder morsches Material und reparieren Sie beschädigte Stellen umgehend.
  • Oberflächenschutz: Behandeln Sie den Sichtschutz mit einer Holzlasur, einem Lack oder speziellem Holzöl, um ihn vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Pilzbefall zu schützen. Wiederholen Sie die Behandlung je nach Witterungsbedingungen und Herstellerangaben.
  • Reinigung: Entfernen Sie Moos, Algen und Schmutz mindestens einmal jährlich mit einer weichen Bürste oder einem Hochdruckreiniger.
  • Standfestigkeit prüfen: Überprüfen Sie die Verankerung der Pfosten im Boden und korrigieren Sie sie falls nötig, damit der Sichtschutz auch bei Wind standhält.

Mit diesen Maßnahmen bleibt Ihr Sichtschutz nicht nur optisch ansprechend, sondern auch funktional über einen langen Zeitraum erhalten.

Bilder: vagabond54 / Shutterstock