Einen Sichtschutz aus Naturmaterialien flechten

So mancher Gartenbesitzer oder Balkongärtner empfindet eine Sichtschutzwand aus kunststoffartigem Material als einen regelrechten ästhetischen Störfaktor innerhalb des gepflegten Gartenidylls. Unkomplizierte und gleichzeitig äußerst dekorative Varianten eines natürlichen Sichtschutzes lassen sich durch das kreative und kunstvolle Flechten mit Steckhölzern oder mit bereits abgestorbenen Zweigen erzeugen.

sichtschutz-flechten
Ein Sichtschutz aus Naturmaterialien lässt sich einfach selber flechten

Einen Sichtschutz aus abgeschnittenen Zweigen und Ästen flechten

Wenn ein Sichtschutz aus Naturmaterialien geflochten werden soll, dann stellt sich zunächst die Frage, ob es sich um einen an Ort und Stelle mit dem Boden verbundenen Zaun oder um ein mobiles Sichtschutzelement handeln soll. In jedem Fall lässt sich das Schnittmaterial von Haselnusssträuchern und anderen starkwüchsigen Gartenpflanzen umso leichter und flexibler in ein Sichtschutzelement einflechten, je frischer sie direkt nach dem Schnitt verarbeitet werden. Für die Erstellung einer Einfassung um einen Bauerngarten oder einen Sichtschutz neben einer Terrasse können sie lange, gerade Äste direkt in einer Reihe und mit einem Abstand von ca. 5 bis 10 cm in den Boden stecken. Anschließend flechten Sie dünnere Zweige in horizontaler Richtung so zwischen die vertikal aus dem Boden ragenden Äste ein, dass sich nach und nach eine geschlossene Sichtschutzwand ergibt.

Bambus und Schilf als Flechtmaterial

Viele Schilfarten werden jährlich im Frühjahr komplett bis in Bodennähe zurückgeschnitten. Auch manche Bambusarten legen im Alter ein Wachstum an den Tag, welches jährlich große Mengen an Schnittmaterial anfallen lässt. Dieses abgeschnittenen Halme lassen sich aufgrund ihrer geraden Wuchsform noch besser zum Flechten von Sichtschutzwänden nutzen als so manch andere Zweige von Sträuchern und Bäumen. Die regelmäßige Form macht es aber auch möglich, ganze Sichtschutzmatten aus Schilf- und Bambushalmen anzufertigen, indem die einzelnen Halme mit eingeflochtenen Drahtschlaufen auf zwei verschiedenen Höhen fest verbunden werden.

Tot oder lebendig ein Blickfang: geflochtene Weidenruten

Die bekanntermaßen äußerst leicht zu bewurzelnden Weidenzweige sind sehr beliebt, wenn es um die kostengünstige und unkomplizierte Anlage kreativ gestalteter Spielräume für Kinder im Garten geht. Die leicht an Ort und Stelle anwachsenden Weidenzweige können aber nicht nur zu einem Tipi oder Labyrinth geformt werden, sondern auch durch geschicktes Verflechten von diagonal verlaufenden Zweigen für die Bildung lebender Sichtschutzzäune genutzt werden. Die Zweige sollten dabei:

  • möglichst frisch nach dem Schnitt verarbeitet werden
  • tief genug in den Boden gesteckt werden (mindestens 10 bis 15 cm)
  • ausreichend gegossen werden (Weiden bevorzugen einen eher bodenfeuchten Standort)

Tipps

Wenn ein lebender Sichtschutz aus Weidenzweigen nicht von selbst in der geflochtenen Form bleibt, so sollte zum Fixieren der Kreuzungspositionen ausschließlich speziell ummantelter Bindedraht verwendet werden, der nicht so leicht in die Rinde der Zweige einschneiden kann.

Text: Alexander Hallsteiner
Artikelbild: TanyaRuza/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.