Chamaecyparis
Scheinzypressen überzeugen mit schönen Farben und elegantem Wuchs

Scheinzypresse

Die Scheinzypresse eröffnet Hobbygärtnern ungeahnte Dimensionen für die kreative Gartengestaltung. Vom zierlichen, immergrünen Bodendecker bis hin zum majestätischen Solitär erstreckt sich die Bandbreite der Möglichkeiten. Wie Sie das vielseitige Nadelgehölz sachgemäß kultivieren, vermitteln die folgenden Antworten auf oft gestellte Fragen.

Scheinzypresse richtig pflanzen

Bevor Sie die Jungpflanze in den Boden setzen, wird der noch eingetopfte Wurzelballen in Wasser getränkt, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Derweil heben Sie eine Grube aus mit dem 1,5-fachen Volumen des Wurzelballens. Dem Aushub geben Sie reifen Kompost, Torf oder Lauberde hinzu. Wichtig zu beachten ist, dass die Pflanztiefe während der Anzucht beibehalten wird. Nachdem das Erdreich angedrückt und gegossen wurde, breiten Sie eine Mulchschicht aus mit Herbstlaub, Grasschnitt oder Rindenmulch.
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Pflegetipps

Je näher der Standort an die Idealbedingungen heranreicht, desto weniger verlangt die Scheinzypresse ihrem Gärtner an Pflegeaufwand ab. So gelingt die Kultivierung:

  • Die Erde konstant leicht feucht halten, sowohl im Beet als auch im Kübel
  • Wahlweise im März und Juni einen Langzeitdünger verabreichen oder alle 4 Wochen organisch düngen
  • Sortenabhängig 1 bis 2 Mal pro Saison schneiden und auslichten, ohne ins alte Holz zu schneiden
  • Im Pflanzjahr und für Kübel-Gehölz ist leichter Winterschutz empfehlenswert

Bitte bedenken Sie bei allen Arbeiten rund um die Scheinzypressen deren Giftgehalt. Auf den Schutz von Handschuhen und langärmeliger Kleidung sollte zu keinem Zeitpunkt verzichtet werden.
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Welcher Standort ist geeignet?

Scheinzypressen verfügen über ein sonniges Gemüt. Je näher die Standortbedingungen diesem Charakteristikum entsprechen, desto prächtiger das Wachstum. Zwar wird zeitweiliger Halbschatten toleriert; mündet früher oder später dennoch in enttäuschendem Kümmerwuchs. Findet das Nadelgehölz einen frischen, humosen Boden vor, mit leicht saurem pH-Wert, steht einem vollendeten Habitus mit dichtem Nadelkleid nichts mehr im Weg.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Mit einer Scheinzypresse gehen Hobbygärtner eine lebenslange Freundschaft ein. Das gilt umso mehr, wenn die Bodenbeschaffenheit den Anforderungen entspricht. Wählen Sie eine nährstoffreiche, frisch-feuchte Erde, die zu keiner Zeit unter Staunässe gerät. Wie für Koniferen typisch, gilt ein leicht saurer pH-Wert von 5 bis 6 als ideal.
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Was ist die beste Pflanzzeit?

Für Jungpflanzen im Container ist das ganze Jahr hindurch Pflanzzeit, sofern es nicht friert oder sommerliche Dürre herrscht. Sie schaffen optimale Wachstumsvoraussetzungen, wenn Sie die Scheinzypresse im sonnenwarmen Herbstboden pflanzen. Von Ende August bis Mitte November ist das Zeitfenster geöffnet. Bleibt winterlicher Frost aus, setzt sich die Pflanzzeit während der gesamten kalten Jahreszeit fort, solange der Spaten noch in die Erde durchdringt.
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Scheinzypresse richtig schneiden

Die rasante Wuchsgeschwindigkeit erfordert bei den meisten Arten und Sorten einen regelmäßigen und planvollen Schnitt. Damit eine Scheinzypresse eine harmonische Silhouette entwickelt und nicht von innen her verkahlt, gehen Sie so vor:

  • Je nach Sorte 1 bis 2 Mal jährlich schneiden, jeweils im Frühling und Spätsommer bis August
  • Aufgrund des Giftgehaltes Handschuhe, Augenschutz und langärmelige Kleidung anlegen
  • Zu lange Zweige so einkürzen, dass nicht ins alte Holz geschnitten wird
  • Im gleichen Zug das gesamte Gehölz gründlich auslichten
  • Das giftige Schnittgut niemals auf Pferde- oder Viehweiden entsorgen

Um einer Scheinzypresse die Form einer Kugel oder Pyramide zu verleihen, hält der Fachhandel spezielle Schablonen bereit. Sofern Sie das Nadelgehölz als Hecke kultivieren, dienen an Holzpflöcken gespannte Schnüre der Orientierung. Idealerweise verleihen Sie der Hecke eine Trapezform mit breiter Basis, die sich nach oben hin verjüngt. Um den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten, gilt ein Schnitt kurz nach dem Johannistag, dem 24. Juni, als sinnvoll. Ab diesem Termin reduziert sich die Wuchsgeschwindigkeit, sodass die akkurate Form länger gewahrt bleibt.
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Scheinzypresse gießen

Lassen Sie eine Scheinzypresse nicht austrocknen, denn davon erholt sich das Nadelgehölz zumeist nicht mehr. Primär in den ersten Jahren wird die Pflanze immer dann gewässert, wenn die Erdoberfläche angetrocknet ist. Verwenden Sie ausschließlich gesammeltes Regenwasser, entkalktes Leitungswasser oder Teichwasser, damit der pH-Wert im Boden nicht in die Höhe steigt. Im Kübel ist erfahrungsgemäß häufiger zu gießen als im Beet. Prüfen Sie an heißen Sommertagen täglich per Daumenprobe den Gießbedarf.
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Scheinzypresse richtig düngen

Der Nährstoffbedarf einer Scheinzypresse bewegt sich auf niedrigem bis mittlerem Niveau. Mit einer Startdüngung im März/April läuten Sie die diesjährige Saison ein. Dabei kann es sich um einen mineralisch-organischen Langzeitdünger handeln, der im Juni nochmals verabreicht wird. Wahlweise verwöhnen Sie das Nadelgehölz alle 4 Wochen mit einer Portion Kompost und Hornspänen. Für Kübelpflanzen empfehlen wir einen speziellen Koniferendünger in flüssiger Form, der nach Anleitung des Herstellers appliziert wird.
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Überwintern

Adulte Scheinzypressen sind einem normalen mitteleuropäischen Winter gut gewachsen. Lediglich im Pflanzjahr ist ein leichter Winterschutz sinnvoll. Ebenso sollten Gehölze im Kübel vor den Unbilden der kalten Jahreszeit geschützt werden. So machen Sie es richtig:

  • Jungpflanzen vor dem ersten Frost eine atmungsaktive Haube aus Vlies oder Jute überstülpen
  • Kübel in mehrere Lagen Folie einwickeln und auf Holz stellen
  • Die Wurzelscheibe bedecken mit Herbstlaub, Reisig oder Stroh bis an den Wurzelhals
  • Bei Kahlfrost im Beet und Kübel gießen an milden Tagen, damit der Wurzelballen nicht vertrocknet

Adulte Scheinzypressen werden mit Bast- oder Schilfmatten vor der intensiven Wintersonne geschützt. Es ist kein Grund zur Beunruhigung, wenn die Nadelspitzen einen Frostschaden erleiden. Die betroffenen Schadstellen schneiden Sie im Frühjahr kurzerhand ab.
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Scheinzypresse vermehren

Die Vermehrung von Scheinzypressen geht so unkompliziert von der Hand, dass selbst die Debütanten unter den Hobbygärtnern ihre Freude daran haben. So geht’s:

  • Zwischen Oktober und März Stecklinge als Risslinge entnehmen
  • Im unteren Teil entlauben und zu zwei Drittel in einem Topf mit Torf-Sand pflanzen
  • Eine transparente Haube überstülpen und am halbschattigen, warmen Fensterplatz aufstellen
  • Das Substrat konstant feucht halten und nicht düngen

Erscheint ein frischer Austrieb, hat die Haube ihre Aufgabe erfüllt. Pflegen Sie die Stecklinge weiterhin, bis sie den Topf vollständig durchwurzelt haben.
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Ist Scheinzypresse giftig?

Erfahrene Gärtner wissen, dass sämtliche Koniferen mit Vorsicht zu genießen sind. Leider macht die schöne Scheinzypresse in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Das Nadelgehölz ist in allen Teilen sehr giftig und somit für den Familiengarten nicht geeignet. Bitte tragen Sie bei allen Pflanz- und Pflegearbeiten feste Handschuhe, lange Hosen und langärmelige Kleidung. Bereits leichter Hautkontakt kann zu sehr unangenehmen Entzündungen führen. Kommt es zu einem absichtlichen oder unabsichtlichen Verzehr von Trieben oder Zapfen, sollte unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.
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Schöne Sorten

  • Winston Churchill: Besticht mit kegelförmiger Silhouette, gold-gelben Nadelblättern das ganze Jahr hindurch; 15 m Höhe
  • Aurora: Historische gelbe Muschelzypresse mit 100 cm Wuchshöhe; ideal für den Kübel und kleinen Garten
  • White Spot: Innovative Züchtung, die mit weißen Spitzen am neuen Austrieb und säulenförmigen Wuchs alle Blicke auf sich zieht
  • Elliwoodii: Schöne, straff aufrechte Kegelform, dicht besetzt mit moosweichen, blauen Nadeln; Wuchshöhe 200-300 cm
  • Columnaris: Klassiker für die immergrüne Hecke, dank zügigen Wachstums und formschöner Säulen-Silhouette
Text: Paula Jansen

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