muschelzypresse
Die Muschelzypresse stammt ursprünglich aus Japan

Muschelzypresse: Pflege und Rückschnitt

Nicht nur ihre muschelförmigen Nadelnester machen die Muschelzypresse zu einer äußerst exquisiten Pflanze für stilvolle Vorgartenbepflanzungen oder Japangärten. Denn wir haben es hier mit einem wahren Edelgehölz zu tun, das in seiner Heimat sogar Karriere im Sakralbaubereich gemacht hat.

Herkunft

Der andere deutsche Trivialname der Muschelzypresse lautet Hinoki-Scheinzypresse – und in dieser Bezeichnung schwingt schon sehr viel von ihrer Herkunft mit. Richtig – die Chamaecyparis obtusa, wie sie botanisch heißt, kommt natürlich aus Japan. Das legt nicht nur ihr so fernöstlich klingender Name, sondern auch ihre kunstvolle Erscheinung nahe, die so typisch ist für die japanische Gartenkultur. Aus deutscher Sicht ist die Muschelzypresse von den Botanikern P. F. von Siebold und J. G. Zuccarini Mitte des 19. Jahrhunderts erstmalig beschrieben worden.

In ihrer Heimat hat die Muschelzypresse weit mehr als nur einen dekorativen Gartenschmuck-Nutzen. Vielmehr wird sie wegen ihrer vielen weiteren positiven Eigenschaften auch für wirtschaftliche Zwecke genutzt. Sie enthält zum Beispiel wertvolle ätherische Öle in Holz und Nadeln, woraus das sogenannte Hinokiöl gewonnen wird. Ihr helles Holz, das wunderbar zitronig duftet, wird in Japan außerdem als edler Rohstoff für Sakralbauten wie Tempel und Paläste, für Schreine und auch für Tischtennisschläger verwendet.

Bei uns findet die Muschelzypresse allerdings vorwiegend nur Verwendung für Ziergärten. Vor allem sind hierzulande die Zwergformen wie etwa die Kleine Muschelzypresse verbreitet.

Herkunft im Überblick:

  • Muschelzypresse kommt aus Japan
  • Von Deutschen erstmalig Mitte des 19. Jh.s beschrieben
  • In Japan nicht nur als Zier-, sondern auch als wertvolles Bauholz für Sakralbauten verwendet
  • Außerdem für die Gewinnung des ätherischen Hinoki-Öls
  • Bei uns eher nur für Gartenzierde, v. a. die Zwergformen

Wachstum

Die Muschelzypresse gehört zu den Zypressengewächsen und wächst also als immergrüner Nadelbaum. Ihr Habitus ist von einer ausladenden Säulenform und einer durch die etwas unregelmäßige Verzweigung originellen, etwas eigenwilligen Kronenstruktur geprägt. Die Krone setzt schon am Boden an und bildet kegelförmige, weite Triebe. Diese bilden sich flach-fächerförmig aus, sodass an den Enden die namensgebenden breiten, muschelförmigen Strukturen entstehen.

Muschelzypressen können eine Höhe von bis zu 40 Metern erreichen – die hierzulande häufiger vertretenen Zwerg-Muschelzypressen werden allerdings maximal 2,50 m hoch und an die 1,5 m breit. Zudem wachsen sie sehr langsam. Das innen helle Stammholz ist von einer rötlich-braunen Borke umschlossen.

Wuchseigenschaften in Stichworten:

  • Säulenartiger Wuchs
  • Bodennah ansetzende, ausladende und unregelmäßig strukturierte Krone
  • Breit aufgefächerte, flache, eben muschelförmige Triebenden
  • Wuchshöhen bis zu 40 Metern, bei Zwergarten nur an die 2,50 m Höhe

Blätter

Das kurze Nadellaub der Muschelzypresse hat eine zypressentypisch schuppenartige Textur und setzt dicht an den Triebenden an. Diese sind fächerförmig aufgespreizt und wie zusammengepresst – dadurch bilden die Blattgruppen ihre typisch muschelartige Form. Die Farbe der Blätter ist ein tiefes Dunkelgrün.

Blüten und Frucht

Grundsätzlich bilden Muschelzypressen zum Zweck ihrer Vermehrung natürlich Blüten und Zapfenfrüchte aus. Die Zapfen haben eine dichtschuppige, kugelige Erscheinung von etwa 8 bis 12 Millimetern Durchmesser und sitzen nestartig in den Triebenden. Die hierzulande kultivierten Gartenformen sind allerdings steril – sie bilden also weder Blüten, noch Zapfen aus.

Welcher Standort ist geeignet?

Die Muschelzypresse bevorzugt einen eher halbschattigen Platz. Zu viel Sonne kann sie durchaus schädigen – nichtsdestoweniger sollten Sie darauf achten, dass sie von allen Seiten möglichst gleichmäßig viel Licht bekommt, da sie sonst zu einem unregelmäßigen Wuchs neigt.

Besonders im Freiland ist das natürlich nicht so einfach – mit einer südlichen Ausrichtung, wo die Konifere seitlich von West und Ost beschienen und im Süden von Bäumen o. Ä. beschattet wird, kann es aber gut gelingen. Bei der Kübelkultur lässt sich dem Risiko des Schwiefwuchses natürlich einfach mit Drehen beikommen.

In einen Steingarten sollten Sie die Muschelzypresse – auch wenn ihr japanisches Erscheinungsbild sich gut in einer fernöstlich gestalteten Kiesbeetanlage machen würde – eher nicht. Die Trockenheit und die hohe Wärmeabstrahlung der steinigen Beetoberfläche mag sie nämlich gar nicht.

Standortanforderungen in Kürze:

  • Eher halbschattig, nicht zu intensiv sonnig – Gefahr von Trockenschäden
  • Auf gleichmäßiges Licht von allen Seiten achten, um Schiefwuchs zu verhindern
  • Standort im Steingarten nicht empfehlenswert

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Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Muschelzypresse benötigt ein durchlässiges, frisch-feuchtes und relativ humoses Pflanzsubstrat. Der ph-Wert sollte im eher niedrigen, also kalkarmen Bereich liegen. Wenn Sie die Muschelzypresse im Freiland pflanzen und am geplanten Standort einen eher lehmigen, schweren Boden vorfinden, sollten Sie ihn gut mit Sand und Laubkompost lockern und verbessern. Eine Drainageschicht aus Kies ist sicherlich auch nicht verkehrt.

Für das Substrat im Kübel sollten Sie hochwertige, nährstoffreiche Blumenerde verwenden, die Sie mit einem Anteil Sand oder Kokosfasern sowie ein wenig Lavasplitt auflockern. Über eine Dauernährstoffgabe mit Kompost freut sich die Muschelzypresse im Topf auch.

Erdansprüche im Überblick:

  • Durchlässig, humos, frisch-feucht
  • ph-Wert eher niedrig
  • Schweren Boden im Freiland mit Sand und Laubkompost lockern und aufwerten, Drainageschicht aus Kies
  • Im Topf: Gute, nährstoffreiche Blumenerde mit etwas Kompost und Sand

Wie pflanze ich richtig um?

Umgepflanzt zu werden, mögen die wenigsten Gartenpflanzen, vor allem, wenn sie im Freiland kultiviert werden. Auch Muschelzypressen machen da keine Ausnahme. Zwar sind sie insgesamt sehr robust, fassen aber durch ihr langsames Wachstum nicht leicht Fuß an einem neuen Standort. Wenn Sie sie aber unbedingt umsetzen möchten, gehen Sie wie folgt vor:

Als Zeitpunkt sollten Sie den Herbst auswählen, wenn die Konifere ihre Hauptvegetationsphase hinter sich hat, es aber noch keine starken Fröste gibt. Graben Sie den Wurzelballen möglichst großzügig und behutsam aus und setzen den Baum in das neue Pflanzloch, das Sie mit einem Basisbett aus einer Kies-Drainageschicht und sandiger Komposterde versehen haben. Anschließend füllen Sie das Loch mit humosiger Erde auf und treten sie rundherum gut fest und gießen kräftig an. Eine Mulchschicht auf der Oberseite des Pflanzbereichs empfiehlt sich, um das gestresste Wurzelwerk vor Kälteschäden und vor dem Austrocknen zu schützen.

Sehen Sie von einem Rückschnitt, der die unvermeidlichen Wurzelbeschädigungen kompensieren soll, ab. Bei der langsam wachsenden Konifere ist das eher noch schwächender als stärkend.
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Muschelzypresse richtig schneiden

Grundsätzlich ist eine Formschnittpflege bei den hierzulande kultivierten Zwerg-Muschelzypressen nicht nötig. Sie wachsen sowieso sehr langsam und bilden ihre charakteristische Struktur am besten aus, wenn sie in Ruhe gelassen wird. Vor allem Radikalrückschnitte sind bei der Koniferenart nicht ratsam, da sie aus Schnitten in das alte Holz nicht wieder austreibt. Jüngere Exemplare können Sie, wenn sich ihre Form nicht so entwickelt, wie Sie wünschen, im Frühjahr trotzdem an äußeren Stellen etwas einkürzen. Schneiden Sie dabei aber nie mehr als etwa 3 cm zurück.
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Bonsai

Dennoch eignen sich Mini-Muschelzypressen wie viele andere Zypressenarten auch für die Bonsaikultur im Garten. Besonders in einem Vorgarten kann sich eine künstlerisch formerzogene Muschelzypresse sehr dekorativ machen. Für die Gestaltung ist es besonders empfehlenswert, mit akkuratem Laubschnitt zu arbeiten. Stringent und regelmäßig abgedrahtete Äste kommen attraktiv zur Geltung, wenn die formschöne Benadelung in präzise konturgeschärften Büschen an den Astenden steht.

Beim Drahten von Stamm und Ästen sollten Sie darauf achten, die Drähte ab Mai, wenn das Dickenwachstum beginnt, zu entfernen. So vermeiden Sie Drahtungsspuren oder Einwachsungen. Düngen sollten Sie eine Bonsai-Muschelzypresse regelmäßig während der Wachstumsphase.
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Muschelzypresse vermehren

Eine Muschelzypresse zu vermehren, ist nicht ganz trivial. Aufgrund ihres generell so langsamen Wachstums ist sie bei der vegetativen Vermehrung auch nicht so anwuchsfreudig. Dennoch ist für Privatgärtner die Stecklingsmethode eigentlich das einzige Mittel der Wahl. Samen bekommen Sie bei den sterilen Gartenformen sowieso nicht.

Eine höhere Anwachschance haben Sie grundsätzlich bei jüngeren Mutterpflanzen, die noch voll im Saft stehen. Bei älteren Exemplaren kann es sehr kompliziert werden. Schneiden Sie im Spätsommer mit angeschrägtem Schnitt einen möglichst frischen Trieb von etwa 15 Zentimetern Länge aus dem oberen Kronenteil heraus. Entlauben Sie ihn bis auf ein oberes Blattpaar. Dringend zu empfehlen ist es, die Schnittfläche in Bewurzelungspulver zu tauchen.

Den so präparierten Steckling setzen Sie in eine Pflanzschale mit humoser Anzuchterde. Am höchsten sind die Anwachschancen, wenn Sie ein (Mini-)Gewächshaus zur Verfügung haben, in dem Sie dem Steckling ein gleichmäßig warmfeuchtes und geschütztes Klima bieten können. Er sollte viel Licht abbekommen, vor direkter Sonneneinstrahlung allerdings geschützt werden.

Wenn der Steckling neue Triebe bildet, haben Sie – bzw. hat ER – es geschafft und ist angewachsen. Kultivieren Sie ihn über den Winter erst noch im Haus bzw. dem Gewächshaus weiter. Erst nach ihrem ersten Lebensjahr sollte die junge Muschelzypresse ins Freiland ausgepflanzt werden.
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Krankheiten

Die Muschelzypresse ist sehr empfindlich auf Staunässe. Wenn ihr Pflanzgrund nicht durchlässig und humos genug ist, kann sie von dem Pilz Phytpphtora cinnamomi befallen werden, der die Wurzeln zum Faulen und die Pflanze zum Absterben bringt. Achten Sie bei der Pflanzung also unbedingt auf eine ausreichende Drainage und auf eine gute Lockerung schwerer Böden mit grobkörnigem Sand.

Auch von dem bei Koniferen häufig auftretenden Triebsterben kann die Muschelzypresse heimgesucht werden. Diese Erkrankung erkennen Sie an absterbenden Trieben und schwarzen Punkten an den betroffenen Stellen. Das Triebsterben lässt sich mit einem Fungizid aber gut in den Griff bekommen.
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Schädlinge

Die Muschelzypresse kann gelegentlich von Schildläusen oder Spinnmilben befallen werden.

Schildläuse

Schildläuse erkennen Sie unter anderem an dem Honigtau, den sie beim Saugen an den saftigen Trieben der Muschelzypresse absondern. Wenn Sie nicht aufpassen, können sich unter dem Honigtau auch Rußtaupilze einnisten.

Wenn der Schildlausbefall noch eher schwach ist, rücken Sie den Tieren zunächst auf mechanische Art zu Leibe, indem Sie sie mit einem feuchten Lappen oder einer Zahnbürste von der Pflanze entfernen. Anschließend können Sie die Muschelzypresse mit einem Sud aus Brennnesseln oder Rainfarn behandeln. Bei stärker fortgeschrittenem Befall greifen Sie auf ölbasierte Präparate zurück, die die Läuse zum Ersticken bringen.

Spinnmilben

Diese Parasiten sind eigentlich vor allem Zimmerpflanzenschädlinge. Vor den schmackhaften Trieben von Muschelzypressen machen sie aber auch nicht Halt. Leicht verraten sie sich durch die feinen Gespinste, mit denen sie die Zweige und Blätter der Wirtspflanze überziehen. Bei einer strukturell robusten Pflanze wie der Muschelzypresse können Sie hier mit einem starken Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch arbeiten. Spritzen Sie sie gründlich ab, gegebenenfalls auch mehrmals. Damit sollte der Befall normalerweise in den Griff zu bekommen sein.

Bei allzu hartnäckigen Populationen müssen Sie gegebenenfalls doch die befallenen Pflanzenteile abschneiden und möglichst gründlich entsorgen, am besten verbrennen. Besonders ökologisch sinnvoll ist auch der Einsatz von Raubmilben, zum Beispiel in Form der Gallmücke Feltiella acarisuga. Ihr Einsatz ist aber bei ausgepflanzten Muschelzypressen nur im Sommer möglich, wenn warme Temperaturen über 20°C herrschen. Nur dann haben die Nützlinge passende Lebensbedingungen. Außerdem sollte eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen.

Sorten

Am häufigsten im Fachhandel vertreten ist die Zwergsorte ‚Nana Gracilis‘. Es gibt aber auch noch ein paar weitere Zuchtformen, die sich vor allem in ihrer Laubfärbung und teils auch im Wuchshabitus voneinander unterscheiden.

Chamaecyparis obtusa ‚Nana Gracilis‘

Auf Deutsch wird die Sorte schlichtweg Zwer-Muschelzypresse genannt. Ihr Wuchs ist in der Tat zwergig – sie erreicht eine Höhe von maximal 3 Metern und eine Breite von etwa 2 Metern. Sie zeigt einen kompakten, gut verzweigten, anfangs kugeligen und später eher kegelförmigen Wuchs. Die waagerecht abstehenden Äste bilden dichte Nadelbüsche aus. Die Sorte eignet sich durch ihre kompakte, ordentliche Erscheinung auch gut für die Grabbepflanzung.

Chamaecyparis obtusa ‚Lycopodioides‘

Diese Sorte wird auf Deutsch auch Korallen-Scheinzypresse genannt. Diese Bezeichnung deutet schon auf ihre Besonderheit hin: In der Tat bildet sie korallenförmig verdrehte Triebe aus, die ihr ein insgesamt deutlich filigraneres Erscheinungsbild verleihen als den meisten ihrer Artgenossinnen. Ihre Nadelfarbe ist ein kühles Blaugrün. An Höhe und Breite wird sie in etwa so groß wie die Sorte Nana Gracilis.

Chamaecyparis obtusa ‚Fernspray Gold‘

Auch bei dieser Sorte ist die Bezeichnung Programm: Sie zeichnet sich durch eine ins Goldgelbe gehende Nadelfarbe aus, die ihr einen frischen, zarten Charakter verleiht. Auch ihr Wuchs ist außergewöhnlich: Sie bildet sanft geschwungene, vom Boden ausgehende Äste mit zulaufenden Spitzen und feiner Benadelung aus. Dadurch hat sie Ähnlichkeit mit einem Farn. Die Fernspray Gold ist sehr langsamwachsend.

Chamaecyparis obtusa ‚Aurora‘

Auch die Sorte Aurora charakterisiert sich durch gelbliches Nadellaub aus und kann damit vor allem in Kombination mit dunkellaubigen Nadelgehölzen einen besonders reizvollen Farbakzent setzen. Wie bei der Nana Gracilis wächst sie recht buschig und kompakt, wird aber mit maximal einem Meter Höhe noch deutlich kleiner. In der Breite erreicht sie an die 60 cm.

Chamaecyparis obtusa ‚Pygmaea‘

Diese Sorte zeigt einen eher kugeligen Wuchs und wird mit an die 3,50 Metern Höhe etwas größer als die übrigen Zwergsorten. Ihr Nadellaub hat eine frischgrüne Farbe, die im Herbst ins Bräunliche übergeht.

Text: Caroline Strauss Artikelbild: InfoFlowersPlants/Shutterstock

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  1. Maxi
    Geranien...
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    Zierpflanzen
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