Rasenkrankheiten: Pilze entstehen bei Nässe und schlechter Belüftung

Rasen kann aus verschiedenen Gründen für pilzliche Erkrankungen anfällig werden. Häufige Gründe für einen Pilzbefall sind eine schlechte Drainage (d. h. die Luft kann nicht mehr ausreichend zirkulieren), zu große Feuchtigkeit und / oder falscher Nährstoffgehalt bzw. pH-Wert des Bodens. Zudem sind einige Gräser empfindlicher als andere, bei denen manchmal schon regnerisches Wetter reicht.

Pilzkrankheiten Rasen
Pilzkrankheiten machen sich oft durch Flecken im Rasen bemerkbar

Gründe für einen Pilzbefall und was Sie dagegen tun können

Die meisten Pilzerkrankungen entstehen bei schlechter Belüftung und hoher Feuchtigkeit. Sie können das Risiko jedoch verringern, indem Sie den Rasen regelmäßig vertikutieren, um Filz zu verhindern bzw. zu entfernen. Die Luftzirkulation lässt sich zudem durch einen Schnitt überhängender Gehölze verbessern. Mit einer Rasengerte oder einem dünnen Bambusstab entfernen Sie (vor allem morgens!) überschüssiges Nass von den Halmen, während das Aerifizieren verdichteten Boden lockert und Luft zu den Wurzeln kommen lässt.

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Rasen regelmäßig mähen und abräumen

Das regelmäßige Mähen hält das Gras gesund und kräftig, wobei Sie den Schnitt wegräumen sollten. Diese Maßnahme verhindert ein Ansammeln und damit Ausbreiten von Pilzsporen, die sich in der typisch feuchten Umgebung von Mulchmaterial sehr wohl fühlen. Im Herbst sollten Sie außerdem nicht zu stickstoffbetont düngen. Dies würde einen allzu üppigen Wuchs fördern, der wiederum anfällig für Schneeschimmel, Rost und andere Pilzkrankheiten ist.

Welche Pilzkrankheiten treten im Rasen auf?

Schneeschimmel

Die durch verschiedene pilzliche Erreger verursachte Pilzkrankheit tritt meist in der kalten Jahreszeit insbesondere nach Schnellfall auf. Es zeigen sich gelbe oder braune Flecken im Rasen, die einen rötlich-braunen Rand aufweisen und manchmal auch mit einem spinnwebartigen weißen Belag überzogen sind. Das Erkrankungsrisiko wird durch das regelmäßige Vertikutieren sowie eine mäßige Stickstoffdüngung reduziert.

Rotspritzigkeit

Rotspritzigkeit wird durch den Pilz Laetisaria fuciformis verursacht und zeigt sich durch zunächst rot, später braun gefärbte Grashalme. Die Erkrankung führt zum Absterben des Rasens, wobei die Erreger in Form von Sklerotien jahrelang im Boden schlummern und jederzeit wieder ausbrechen können. Häufig tritt die Rotspritzigkeit nach nassen Sommern und Herbsten auf, zudem kann ein Stickstoffmangel dahinter stecken.

Dollarfleckenkrankheit

Für diese Krankheit zeichnet sich der Pilz Sclerotinia homoeocarpa verantwortlich, dessen Myzel sich auf den Blättern festsetzt, aber nicht in den Boden eindringt. Erste Anzeichen sind kleine, strohgelbe Flecken, die sich allmählich ausbreiten. Besonders gefährdet ist der Rasen im Spätsommer bzw. Herbst auf verdichteten Böden sowie auf Böden mit hohem pH-Wert.

Brown Patch

Der Pilz Rhizoctonia solani braucht feucht-warme Bedingungen und tritt daher vor allem im Früh- und Spätsommer auf. Er dringt sowohl in die Wurzeln als auch in die Blätter ein und zeigt sich zunächst in Form von braunen Flecken auf den Grashalmen. Bei einem starken Befall breitet sich der Pilz flächig aus und hinterlässt hellbraune, verdorrte Gräser. Einem Befall kann nur durch gute Rasenpflege vorgebeugt werden.

Hexenringe

Als Hexenringe werden halbkreis- oder kreisförmig aus dem Rasen wachsende Hutpilze bezeichnet. Dabei handelt es sich um die Fruchtkörper eines unterirdisch wachsenden Myzels, das vom Zentrum des Kreises nach außen wächst. Graben Sie den gesamten Bereich tiefgründig aus und nehmen Sie einen Bodenaustausch vor – nur so lässt sich das Myzel nachhaltig entfernen.

Schleimpilze

Schleimpilze treten überwiegend im Spätsommer und Herbst auf. Sie schädigen das Gras nicht wirklich, sind aber ziemlich unansehnlich. Gegenmaßnahmen gibt es nicht, doch Sie können das Befallrisiko durch regelmäßiges Aerifizieren und Vertikutieren vermindern. Die Pilze können durch das Abspritzen mit einem Wasserstrahl entfernt werden.

Tipps

Pilzsporen können nicht nur vom Wind angeweht oder von Tieren eingeschleppt, sondern auch durch schlecht gereinigte Werkzeuge und Maschinen verbreitet werden. Daher sollten Sie (insbesondere bei Leihgeräten!) auf eine gute Hygiene achten und sämtliche Werkzeuge vor und nach jedem Gebrauch gründlich reinigen sowie desinfizieren.

Text: Ines Jachomowski

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