Der Rasen ist hin: Neu aussäen oder lieber Rollrasen?

Alarmstufe Rot kommt vom Gartengrün? Dann ist von Ende August bis in den September hinein die beste Zeit, um die unansehnlich gewordenen oder kahlen Stellen zu reparieren. Wenn sie nicht allzu groß sind, ansonsten kann es besser und effektiver sein, gleich die gesamte Rasenfläche von Grund auf zu erneuern. Die Erde verfügt jetzt noch über ein ausreichendes Wärmepolster, was dem Rasensamen das Aufkeimen enorm erleichtert. Darüber hinaus ist es in den letzten Sommerwochen erfahrungsgemäß nicht mehr so heiß und weniger trocken, als in der Zeit davor.

Rasen Aussaat oder Rollrasen
Mit Rollrasen ist sofortiges Rasengrün möglich

Kahle Flecken auf dem Rasen müssen im Übrigen nicht bedeuten, dass diese optischen Problemzonen etwas mit mangelnder Pflege zu tun haben. Wenn die Grünflächen während der Sommermonate zum Spielen, fürs Sonnenbad oder die abendliche Grillparty mit Freunden genutzt werden, ist ein natürlicher Verschleiß fast unvermeidbar. Bei kleinflächigen Schäden reicht es eventuell, wenn lediglich nachgesät wird.

Bodenvorbereitung und Rasen nachsähen

Zunächst sollte die gesamte Grünfläche abgemäht und eventuell kahle Stellen gründlich von vergessenen Pflanzenresten befreit werden. Danach geht es so weiter:

  • Boden an der Oberfläche auflockern (Harke oder Vertikutierer);
  • Lehmboden mit Sand, zu lockere Erde mit Tonmehl mischen, damit Wasser und Nährstoffe optimal gespeichert werden;
  • Fläche einebnen;
  • Rasensamen per Hand oder, bei etwas größeren Flächen, mit dem Streuwagen gleichmäßig verteilen.

Während der nächsten Tage wird die ausgebesserte Fläche gleichmäßig feucht gehalten und das Betreten ist während dieser Zeit selbstverständlich ebenfalls tabu. Ja nach Wetterlage und Rasensorte kann es bis zu zwei Wochen dauern, ehe die Saat zu keimen beginnt. Danach sollten die frischen Halme ca. acht bis zehn Zentimeter lang wachsen, ehe sie mit dem Rasenmäher gekürzt werden.

Alternative: Die Rasenfläche insgesamt neu anlegen

Wenn Teile des Rasens Jahr für Jahr ausgebessert werden mussten, bildet sich über die Zeit ein richtiger Flickenteppich, der optisch besonders auffällt, wenn zum Nachsäen vom Originalsamen abweichende Sorten benutzt wurden. In solchen Fällen macht es mehr Sinn, wenn die gesamte Grünfläche vollständig neu angelegt wird. Die Vorbereitung des Bodens ist allerdings aufwendig, da der alte Rasen, inklusive seiner Wurzeln gründlich entfernt werden muss. Das heißt also, zunächst mindestens spatentief zu graben und dafür einen Zeitpunkt zu wählen, während dem der abzutragende Boden nicht übermäßig feucht ist. Etwas leichter wird diese kräftezehrende Arbeit mit einer Bodenfräse, die in größeren Baumärkten stunden- oder tageweise ausgeliehen werden kann. Die weiteren Arbeitsschritte:

  • Den ausgeworfenen lockeren Boden mithilfe eines Durchwurfsiebs von Unkraut, Grasresten und Steinen trennen (oder komplett abtragen und mit neuer Erde als Gemisch aus Humus, Kompost und Mutterboden auffüllen);
  • Das ausgehobene oder komplett ersetzte Erdreich mit Phosphat, Stickstoff und Kaliumoxid anreichern (optimaler pH-Wert = 5,5 bis 6,0);
  • Bodenoberfläche harken, glatt ziehen und möglichst mit einer Rasenwalze verdichten;
  • Rasensamen mit der Hand oder mit einem Streuwagen aufbringen (erforderliche Menge je Quadratmeter: 20 bis 25 Gramm in Quer- und Längsrichtung verteilt);
  • Saatgut vorsichtig einharken und nochmals mit der Rasenwalze verfestigen, damit eine möglichst hohe Bodenhaftung erreicht wird;

Abschließend muss der frisch eingesäte Rasen großzügig und am besten mit einer feinen Brause gewässert werden.

Dichter, grüner Rasen schon am nächsten Tag?

Fertigrasen von der Rolle kann dieses „Wunder“ wahr werden lassen. Er ist relativ schnell verlegt und Sie müssen sich nicht mehrere Wochen gedulden, ehe die Grünflächen im Garten wieder betreten werden können. Das Verlegen der grünen Auslegware erfordert eine ausgeklügelte Logistik, denn die Rollen sollten noch am Liefertag verlegt werden. Und: Die wassergetränkten Rollen sind mit ihrem Gewicht von 15 bis 20 kg relativ schwer, sodass die Verlegung recht kräftezehrend sein kann. Was die meisten Gartenbesitzer beim Fertigrasen allerdings abschreckt, ist sein hoher Preis. Je nach Entfernung zum Lieferanten muss pro Rolle (ca. 1 m2) mit Kosten zwischen 5,00 und 10,00 Euro gerechnet werden, was in etwa dem siebenfachen Preis der traditionellen Aussaat entspricht. Aber als Gartenbesitzer weiß man schließlich, dass auch Bequemlichkeit ihren Preis hat.

Text: Gartenjournal.net
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