Pilze im Rasen 5 besten Tipps

Pilze im Rasen – die 5 besten Tipps

Pilze im Rasen versetzen Hobbygärtner in Alarmbereitschaft, denn sie können an den Edelgräsern Krankheiten auslösen. Das gilt insbesondere für die niederen Arten, während große Pilze das Erscheinungsbild verschandeln. Wie Sie gegen Pilzbefall effektiv vorgehen, finden Sie hier heraus.

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Tipp 1: Konkurrenzstärke des Rasens gegenüber Pilzen stärken

Kommt der Sommer mit feucht-warmer Witterung daher, finden Pilze im Rasen den idealen Nährboden. Spätestens im Herbst gedeihen sie bestens, wenn nasses Laub zusätzliche Nährstoffe liefert. Die Vermehrung erfolgt dabei über mikroskopisch kleine Sporen, die sich bei Wind oder bei einer Berührung auf dem Rasen verteilen. Damit sich ein Pilzbefall nicht großflächig ausbreitet, stärken erfahrene Gärtner die Wettbewerbsfähigkeit des Rasens mit folgenden Maßnahmen:

  • Vor jedem Mähen die hoch wachsenden Pilze einzeln aus dem Rasen ausstechen
  • Bereiche mit braunen Flecken zuletzt mähen, um die dort befindlichen Pilzsporen nicht auf gesunde Bereiche zu verteilen
  • Den Rasen regelmäßig alle 7 Tage nicht tiefer mähen als 3-5 Zentimeter
  • Nach jedem Mähen das Schnittgut vollständig entfernen
  • Zierrasen 2 Mal jährlich, stark beanspruchten Rasen 3 Mal im Jahr düngen

Indem die Pilzsporen an einer Ausbreitung gehindert und der Rasen mit Nährstoffen zum Wachstum animiert werden, halten Sie einen Pilzbefall unter Kontrolle. Geben Sie dabei organischem Dünger den Vorzug aufgrund seiner nachhaltigen Wirkung auf die Vitalität der Edelgräser. Mineralische Präparate jagen zwar kurzzeitig die Halme in die Höhe, werden jedoch rasch wieder ausgewaschen.

Tipp 2: Pilze im Rasen aushungern – so geht’s

Pilze betreiben keine Photosynthese, sondern sind für ihr Wachstum auf die Verwertung organischer Kohlenstoffverbindungen angewiesen. Im Rasenfilz breitet sich ein Pilzbefall daher besonders gut aus, weil die Gewächse hier einen idealen Nährboden vorfinden. Hobbygärtner mit einem langen Geduldsfaden entziehen unerwünschten Pilzen mit folgender Vorgehensweise auf Dauer die Nahrungsgrundlage im Rasen. So geht es:

  • Im Frühjahr und Herbst den Rasen in Längs- und Querrichtung vertikutieren
  • Den ausgekämmten Rasenfilz vollständig von der Grasfläche entfernen
  • Idealerweise nochmals mit dem Rasenmäher über die Fläche gehen
  • Anschließend pro Quadratmeter einen halben Eimer Quarzsand in feiner Körnung verteilen
  • Mit einem Besen oder Rechen den Sand sorgfältig einkehren

Zweimaliges Vertikutieren und Sanden pro Jahr hungert Pilze im Rasen auf Dauer aus. Auf diese Weise setzen Sie jeglichem Pilzbefall ein Ende, ganz ohne chemische Mittel.

Tipps & Tricks

Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, von prächtigen weißen Pilzen im Rasen zu kosten. Den Unterschied zwischen einem unbedenklichen Wiesenchampignon und einem hochgiftigen Knollenpilz erkennt einzig der Fachmann anhand winziger Unterschiede an den Lamellen.

Tipp 3: Hexenringe mit natürlichen Mitteln bekämpfen

Wo sie auftauchen, verbreiten Hexenringe im Rasen eine mystische Aura. Tatsächlich steckt eine völlig natürliche Ursache hinter dem kreisförmigen Wachstum von Pilzen im Rasen. Von einem Ausgangspunkt aus breitet sich der Pilzbefall nach außen aus, wenn im Inneren die Nährstoffe verbraucht sind. Geht ein Gärtner nicht dagegen vor, dehnen sich Hexenringe von Jahr zu Jahr weiter aus. So schreiten Sie ein:

  • Mit der Grabegabel innerhalb des Hexenrings mehrfach tief in den Boden stechen
  • Dabei die Harke hin und her bewegen und die Grasnarbe leicht anheben
  • Auf diese Weise den Pilzbefall an möglichst vielen Stellen zerreißen
  • Anschließend den Rasen durchdringend wässern an mehreren Tagen nacheinander

Da Pilze wasserabweisend beschaffen sind, verbessern Sie die Benetzung mit folgendem Trick: Vor dem Rasensprengen auf dem Pilzbefall eine Mischung aus 1 Liter Wasser und je 15 Milliliter Kaliseife und Spiritus versprühen. In der Regel ist bei Pilzbefall ein zurückhaltendes Wässern ratsam. In diesem Sonderfall hat das Wasser die Aufgabe, den Bodenschluss des Pilzgeflechtes zu brechen. Indem die Grabegabel den Filz zerreißt, gelangt das Wasser darunter und hebt den Pilzbefall an.

Tipps & Tricks

Um einen Hexenring konsequent und unmittelbar zu bekämpfen, kommt ein Erdaustausch in Betracht. Dabei wird der gesamte Pilzbefall 30 Zentimeter tief und 60 Zentimeter breit ausgehoben. Die Grube wird mit frischer Erde aufgefüllt und die Rasenlücke mittels Nachsaat geschlossen.

Häufige Pilzarten im Rasen erkennen

Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, wie gegen einen Pilzbefall vorzugehen ist, sollten die häufigsten Arten bekannt sein. Die folgende Tabelle nennt einige typische Vertreter sowohl der niederen als auch der großen, gut sichtbaren Arten, die sich gerne im Rasen ansiedeln:

Häufige Pilze im Rasen Hutpilze (3.000 Arten) Schopf-Tintling Kahler Krempling Alkalischer Rötling Mehltau Schneeschimmel
wissenschaftlicher Name Agaricomycetidae Coprinus comatus Paxillus involutus Entoloma Blumeria graminis Typhula incarnata
Wuchshöhe 1-25 cm 5-10 cm 5-8 cm 5-10 cm 1-2 mm 1-2 mm
Farbe weiß, braun, gelb weiß braun rotbraun mehlig-weiß grau-weiß
optisches Merkmal runder Hut mit und ohne Ring walzenförmiger Hut eingerollter Hut mittige Vertiefung im Hut belagartig geflechtartig
giftig ja und nein nein ja ja nein nein
essbar ja und nein ja nein nein nein nein
bildet Hexenringe ja nein nein ja nein nein

Tipp 4: So beugt Aerifizieren schädlichem Pilzbefall vor

In einem schlecht durchlüfteten Rasen breitet sich Pilzbefall besonders häufig aus. Während beim Vertikutieren der Boden lediglich 3-5 Millimeter tief angekratzt wird, sollte eine verdichtete Grasfläche tiefgründig gelüftet werden. Dies gelingt mithilfe eines Aerifizierers, dessen hohle Bodennägel die Erde bis 10 Zentimeter Tiefe löchern. In diesen Schritten gehen Sie dabei vor:

  • Im März/April den Rasen mähen und vertikutieren
  • Anschließend manuell oder mechanisch die Grasfläche lüften
  • Die entstandenen Löcher sanden mit feinkörnigem Quarzsand

Um dem Rasen nach dieser Radikalkur gegen Pilzbefall optimale Startbedingungen zu verschaffen, empfehlen wir ein anschließendes Topdressing. Dabei wird die ramponierte Rasenfläche nicht einfach nur gesandet. Stattdessen werden die entstandenen Rasenlöcher gefüllt mit einem Mix aus feinem Sand, Dünger und rasch keimenden Rasensamen. Auf diese Weise entsteht nicht nur eine effektive Drainage, sondern der Rasen erholt sich so zügig, dass erneuter Pilzbefall schlechte Karten hat.

Tipp 5: Mit Kalk gegen Pilzbefall vorgehen

Sprießen in einem unkrautfreien, gut durchlüfteten Rasen trotzdem die Pilze, deutet dieser Umstand auf einen übersäuerten Boden hin. Pilzbefall gilt nicht nur als Indiz für zu nasse, nährstoffarme Erde. Sinkt der pH-Wert deutlich unter den idealen Wert von 5,8 bis 6,8, fühlen Pilze sich ebenfalls heimisch. Ein unkomplizierter Test aus dem Baumarkt zeigt an, wie es um den Säurewert Ihres Rasens bestellt ist. Gut zu wissen, dass dieses Rasenproblem einfach zu beheben ist. So geht es:

  • Im Frühjahr den Rasen mähen und ein Mal in Längsrichtung vertikutieren
  • In Relation zum Testergebnis die Grünfläche kalken
  • Dabei einen milden Algenkalk mit dem Streuwagen ausbringen
  • In der Folge reichlich wässern
  • Bis zum nächsten Düngen eine Wartezeit von 3-4 Wochen einhalten

Auf einem leichten, sandigen Boden ist eine deutlich geringere Dosis erforderlich, als auf schwerem Lehmboden. Ein positiver Nebeneffekt dieser Pflegemaßnahme ist nicht nur ein verminderter Pilzbefall. In einem Rasen mit ausgewogenem Säuregehalt haben Moos und Unkraut nur geringe Wachstumschancen.

Tipps & Tricks

Ein gepflegter, pilzfreier Rasen kommt erst durch ein akkurates Schnittbild perfekt zur Geltung. Das gelingt ganz wunderbar, wenn Sie den Rasen stets mit einer Radbreite Überstand mähen. Grasflächen an einem Hang sollten zudem nach diesem Muster quer zur Böschung gemäht werden.

Beiträge aus dem Forum

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  4. Rosette mit silbernen "Häärchen, Borsten"

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