Widerstandsfähige Pflaumensorten: Ein Überblick

Pflaumensorten
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Zahlreiche Pflaumenarten gedeihen in heimischen Gefilden prächtig. Dennoch eignet sich nicht jede Sorte für Ihren Obstgarten. Erfahren Sie in diesem Artikel, welche Pflaumen erfolgreiche Ernten versprechen.

Neue Züchtungen

Bis vor Kurzem brachte der Pflaumenbaum in Regionen mit starkem Scharka-Befall kaum Ernten ein. Seit mehr als 30 Jahren profitieren Hobbygärtner von neuen Kreuzungen. Heute gibt es circa 2.000 verschiedene Sorten. Diese gehören 15 Arten an.

Im Fokus steht die Züchtung widerstandsfähiger Pflaumen. Gegen verschiedene Arten von Schädlingen erweist sich das Ansiedeln natürlicher Fressfeinde am effektivsten. Trotz artgerechter Pflege und einem sonnigen Standort leiden Obstbäume gehäuft an der Scharka-Krankheit.

Scharka-Virus

  • Übertragung durch Blattläuse
  • braune, harte Stellen in Fruchtfleisch und auf der Schale
  • ausschließlich chemische Gegenmittel bekannt
  • negativer Einfluss auf die gesamte Ernte

Des Weiteren bringen neue Züchtungen im ersten Jahr nach dem Pflanzen eine reichhaltige Ernte hervor. Die Früchte überzeugen mit einem fruchtig, süßen Geschmack. Die meisten Sorten sind selbstfruchtend. Achten Sie bei der Auswahl des richtigen Pflaumenbaumes auf folgende Merkmale:

Fruchtbarkeit

Zur ersten Wahl gehören selbstfruchtbare Pflaumen. Diese benötigen keine bestimmten Nachbarn zur Bestäubung.

Erntezeit

Es ist empfehlenswert, eine frühe und eine späte Sorte anzubauen. Auf diese Weise reifen schrittweise von Juli bis Oktober leckere Früchte heran.

Felsina und Topfive

  • Ernte: ab August
  • ertragreich

Info:

Beide Arten sind widerstandsfähig. Aufgrund geringer Ansprüche an Boden und Standort eignen sie sich für den Obstgarten. Felsina und Topfive setzen im ersten oder zweiten Anbaujahr Früchte an.

Formosapflaume

  • Früchte: mittelgroß, saftig süß-säuerlich
  • Ernte: Juli bis August
  • widerstandsfähig

Vorteil:

Die Formospflaume bietet ab dem zweiten Anbaujahr eine reichhaltige Ernte. Dank ihres pflegeleichten Charakters eignet sie sich für alle Böden und Standorte.

Gelbe Eierpflaume (Gelbe Marunke)

  • Früchte: rund, saftig, gelb
  • Ernte: Anfang September
  • bei anhaltend feuchter Witterung sehr anfällig für Fäulnis
  • hoch wachsend
  • sehr frostanfällig

Hinweis:

Für einen guten Ertrag benötigt diese Sorte einen nährstoffreichen Boden als auch ein sommerlich warmes Klima. In kühlen Gegenden gedeiht der Pflaumenbaum nicht.

Gelber Spilling

  • Früchte: klein, gelblich-grün
  • Ernte: Mitte bis Ende August
  • Variante: Hochstamm, Obsthecke
  • widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingsbefall

Tipp:

Diese Sorte ist nicht lagerfähig. Nach der Ernte bieten die süßen und prallen Früchte eine herrliche Basis für Marmeladen. Zudem ist die Schale einfach zu entfernen. Dies ist ein Vorteil für die Zubereitung köstlicher Desserts und Säften. Der Gelbe Spilling hält längeren Trockenzeiten stand.

Hanita

  • Früchte: bis 45 Gramm
  • Ernte: Anfang September
  • scharka-tolerant

Vorteil:

Diese Sorte eignet sich für kleine Hausgärten, da sie schwach wächst. Sie reift in kühlen Lagen sehr gut und stellt keine Ansprüche an den Boden. Seit 1980 bereichert die selbstfruchtende Pflaume den Obsthandel. Hanita eignet sich für die Zubereitung verschiedener regionaler Spezialitäten. Als Trockenobst lässt sie sich bis zu 12 Monaten lagern.

Harbella und Presenta

  • Ernte: September/Oktober
  • gut lagerfähig
  • selbstfruchtbar

Info:

Beide Sorten sind früh einsetzend und weisen einen hohen Ertrag auf. Presenta ist am längsten lagerbar. Sie spielt eine wichtige Rolle im Obsthandel.

Jojo

  • Früchte: bis 60 Gramm schwer
  • resistent gegen den Scharka-Virus

Herkunft

Seit 1999 ist diese Pflaume im Handel erhältlich. Sie entstand aus der Kreuzung von Stanley Zwetschge und Ortenauer Zwetschge. Im Fachhandel gibt es kleinwüchsige Exemplare mit gutem Ertrag. Sie eignen sich als Kübelpflanze für Balkon oder Terrasse.

Katinka und Tegera

  • Früchte: groß
  • geringe Fäulnisanfälligkeit
  • scharka-resistent

Info

Katinka reift folgend ab der zweiten Juliwoche. Sie eignet sich hervorragend als Tafelobst oder zum Backen.

Tophit und Haganta

  • Früchte: bis 80 Gramm
  • Ernte: Mitte September
  • widerstandsfähig gegen Schädlings- und Pilzbefall

Hinweis:

Tophit zeichnet sich durch ihre Scharka-Toleranz aus. Im Gegensatz dazu eignet sich Haganta nicht für Gebiete mit starkem Scharka-Befall.

Japanische Pflaume

Auf Märkten sind große Pflaumen erhältlich. Diese stammen vorrangig aus südländischen Gebieten und haben ein schwaches Aroma. Zu den beliebten Sorten gehört Friar. Diese eignet sich nicht für den Hausgarten.

Exkurs: Ume (Prunus mume)

Diese japanische Pflaume ist in Japan sehr beliebt. Ihr Blüten zeigen sich bereits zwischen Januar und Februar. Ume-Blüten als auch Ume-Früchte spielen in Japan eine besondere Rolle. Im Alltag und der Kunst stehen sie als klassisches Symbol für Glück oder Überlebenskraft. Ihr säuerlicher Geschmack ermöglicht eine vielseitige Verwendung. In der traditionellen chinesischen Medizin ist die Ume ebenso vertreten.

Ontariopflaume (gelbe Rundpflaume)

  • Früchte: große, saftige Pflaumen
  • Blüte: spät, frosthart
  • Ernte: ab Anfang August (in wärmeren Gegenden)

Info

Sei 1847 ist diese Sorte auf dem Markt. Bei regelmäßigem Verschnitt liefert die gelbe Rundpflaume über viele Jahre hinweg üppige Ernten.

Tipps & Tricks

Zu den leckeren Verwandten dieser Arten gehören Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden. Diese saftigen Früchte eignen sich zur Herstellung von Marmeladen, Desserts und Obstkuchen. Äußerlich unterscheiden sich neue Pflaumensorten immer weniger von diesen Untergruppen.

FT

Text: Burkhard

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