Pflanzen pressen – so wird es gemacht

Das Anlegen eines Herbariums ist eine schöne Aktivität für Kinder und stellt gleichzeitig eine Art botanisches Tagebuch dar. Hierfür ist es wichtig, das Pflanzenmaterial richtig zu trocknen und pressen. Ansonsten leidet die Qualität.

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Pflanzen werden schon seit Jahrhunderten gepresst

Trocknen und Pressen

Bei der Trockenkonservierung wird der Pflanze Wasser entzogen, sodass die Pflanzenteile nicht mehr verrotten. Je schneller der Prozess der Trocknung abgeschlossen ist, desto besser ist das Ergebnis. Ihre gesammelten Blumen behalten möglichst viele ihrer Farbpigmente, wenn sie schnell in die Pflanzenpresse kommen. Trocknen die Pflanzenmaterialien zu langsam, verändert sich die Färbung der Blütenblätter teilweise erheblich und Blätter können abfallen.

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Warum Pflanzen gepresst werden müssen

Durch den Wasserverlust schrumpft das Pflanzengewebe in sich zusammen, sodass sich Form und Struktur verändern. Das Laub kräuselt sich und sieht verschrumpelt aus. Durch den Pressvorgang zwischen saugfähigen Materialien wird dieser Formveränderung entgegengewirkt. Gleichzeitig kann das Wasser schneller aus dem Gewebe gezogen werden.

Pflanzenpresse bauen

Eine Blumenpresse hat sich in der Praxis als optimale Trocknungsmethode bewährt. Die Blumen werden zwischen weißes Papier, Küchenrollenblätter oder Papierhandtücher gelegt. Für eine bessere Stabilität legen Sie das Material mit den Pflanzen auf Wellpappe. So können Sie mehrere Lagen schichten.

Bauanleitung

Sie benötigen zwei Pressspanplatten in der Größe A4 bis A3. Dazwischen platzieren Sie das geschichtete Pflanzenmaterial. Achten Sie vorher darauf, Wellpappe und Papier auf die Maße der Presse zurechtzuschneiden. Alternativ können Sie statt der Spanplatten auch ein Metallgitter nutzen. Schnüren Sie mehrere Riemen oder Gurte um das Gerüst, sodass Druck aufgebaut wird.

Tipps

Stechen Sie Löcher in die Wellpappe. Das ermöglicht eine bessere Luftzirkulation, damit Feuchtigkeit optimal abgeleitet wird.

Pflanzen einlegen

Säubern Sie Ihre Ausbeute von Erdresten und platzieren Sie diese möglichst natürlich auf der saugfähigen Unterlage. Ihrer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Beachten Sie, dass sich die Formen im Nachhinein nicht mehr verändern lassen.

Hinweise zum Sammeln

Pflanzenarten, die unter Naturschutz stehen, dürfen nicht gepflückt werden. Hierunter fallen Arten, die als gefährdet eingestuft sind und somit auf der Roten Liste stehen. Im Zweifelsfall lassen Sie die Arten vorsichtshalber stehen und nutzen Gewächse, die Sie kennen.

Hier darf nicht gesammelt werden:

  • Naturschutzgebiete
  • sonstige geschützte Biotope
  • Privatgrundstücke, ausgenommen mit Zustimmung

Unabhängig von der Gefährdung sollten Sie auch den Blumenbestand im Auge haben. Wenn Sie sich an den Orientierungswert 1:20 halten, sind Sie auf der sicheren Seite. Dieser besagt, dass Sie bei 20 Exemplaren eine Pflanze pflücken können. Auf diese Weise zerstören Sie keine isolieren Pflanzenbestände.

Welche Pflanzen sammeln?

Sie dürfen wählerisch beim Pflücken sein. Je frischer und unversehrter die Blumen sind, desto schöner wird am Ende das Ergebnis. Lassen Sie Exemplare stehen, die von Insekten angefressen wurden, keinen optimalen Zustand haben oder Risse in den Blättern aufweisen.

Text: Christine Riel

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