Eine Palme schneiden – wann und wie geht das?

Eine Palme wie einen Baum zu schneiden, ist zum Scheitern verurteilt. Warum das so ist und bei welchen Anlässen Sie dennoch zur Schere greifen sollten, erläutert dieser Ratgeber.

Palme braune Blätter
Gelbe oder braune Blätter werden sauber abgeschnitten

Palmenspitze kappen ist tabu

Charakteristisch für alle echten Palmen ist, dass sie aus einem einzigen Vegetationspunkt wachsen können – dem sogenannten Pflanzenherz. Das lebenswichtige Herzstück befindet sich innerhalb der Palmspitze und steuert das Wachstum der immergrünen Krone. Setzen Sie in diesem Bereich die Schere an, bringen Sie die Palme unweigerlich zur Strecke.

Im Gegensatz zu den uns vertrauten Bäumen, verfügen Palmengewächse nicht über schlafende Augen, aus denen sie nach einem Rückschnitt wieder austreiben und munter verzweigen. Der klassische Form- und Erhaltungsschnitt zur Förderung von Wachstum und Verzweigung ist folglich für eine Palme kontraproduktiv. Lediglich Wachstumsprobleme an den prächtigen Blättern können einen Schnitt sinnvoll machen.

Braune Blattspitzen präzise abschneiden

Häufigster Anlass für Schnittmaßnahmen an Palmen sind vertrocknete, braune Blattspitzen. Trockenstress oder niedrige Luftfeuchtigkeit verursachen das weit verbreitete Problem. Sind die Spitzen eines Wedels erst einmal in Mitleidenschaft gezogen, bestehen keine Aussichten auf eine Regeneration. So erstrahlen betroffene Palmblätter in altem Glanz:

  • Bestes Schneidwerkzeug: Haushalts- oder Gartenschere mit zwei scharfen, geraden Klingen (Bypass-Schere)
  • Braune Blattspitzen abschneiden
  • Wichtig: nicht ins grüne Pflanzengewebe schneiden

Schneiden Sie vertrocknete Spitzen an Palmwedeln ab bis auf einen Millimeter vor dem grünen Blattgewebe. Andernfalls trocknet das Blatt stetig weiter zurück und der Rückschnitt wird zum „Fass ohne Boden“. Wir empfehlen, fortan die Wedel Ihrer Palme alle zwei bis drei Tage einzusprühen mit weichem Wasser.

Eingetrocknete Palmwedel planvoll entfernen

Immergrüne Palmwedel haben nicht das ewige Leben gepachtet. Solange das Pflanzenherz unbeschädigt bleibt, findet ein kontinuierlicher Austausch der Blätter statt. Dieser Prozess ist daran zu erkennen, dass die unteren Wedel einziehen und vertrocknen, wenn in der Kronenspitze frische Blätter sprießen. Zum richtigen Zeitpunkt können Sie einen eingetrockneten Palmwedel abschneiden. So geht es:

  • Abwarten, bis ein Palmblatt vollständig abgestorben und eingetrocknet ist
  • Mit Schere oder Messer am Ansatz abschneiden
  • Für Blattstiele ab 3 cm Durchmesser eine Klappsäge mit Japanzähnung verwenden
  • Schneidwerkzeug sorgfältig reinigen und desinfizieren
  • Wichtig: vom Blattstiel ein kleines Stück stehen lassen

Das typische, raue Stammbild einer Palme resultiert aus den Resten eingetrockneter Blattstiele. Nicht nur aus optischen Erwägungen sollte ein kurzer Wedelansatz am Stamm verbleiben. Mit dieser Schnittführung wird fernerhin verhindert, dass die Stammrinde verletzt wird. Palmen besitzen kein Kambium, das bei Beschädigungen der Rinde Wundholz bildet.

Tipps

Die Yucca Palme spielt in Sachen Rückschnitt in einer anderen Liga, weil es sich nicht um eine echte Palme handelt. Als Agavengewächs toleriert die beliebte Zimmerpflanze gutmütig jegliche Schnittmaßnahme. Wächst Ihnen eine Yucca über den Kopf oder ärgert Sie mit überlangen Kraken-Trieben, schneiden Sie die störenden Äste einfach ab. Aus schlafenden Augen treibt die Palmlilie zuverlässig wieder aus.

Text: Paula Jansen

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