Osterkaktus: Die besten Pflegetipps

Pünktlich zu Ostern sind die Gärtnereien gefüllt mit Osterkakteen in verschiedenen Farben und Formen. Wer sich für dieses Kakteengewächs entscheidet, sollte mit den speziellen Ansprüchen vertraut sein. Eine optimale Pflege sorgt dafür, das Gewächs zum nächsten Osterfest erneut blüht.

osterkaktus
Der Osterkaktus und die Schlumbergera sehen sich zum Verwechseln ähnlich

Herkunft

Der Osterkaktus entstand aus einer Züchtung zwischen zwei Arten der Gattung Hatiora. Als Elternpflanzen für dieses beliebte Ziergewächs mit der lateinischen Bezeichnung Hatiora x graeseri dienten Hatiora gaertneri und Hatiora rosea.

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Beide Arten stammen ursprünglich aus Brasilien, wo sie in Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul zu finden sind. Die Kakteengewächse gedeihen in Höhenlagen zwischen 350 und 2.000 Meter. Sie prägen die Vegetation des Nebelwaldes. Hatiora gaertneri wird oft artenrein kultiviert und von vielen Fachhändlern ebenfalls als Osterkaktus angeboten.

Wachstum

Osterkakteen entwickeln mehrere aufrecht wachsende bis hängende Haupttriebe, die sich reich verzweigen. Durch dieses Wachstum entsteht eine strauchartige Gestalt. Die Triebe setzen sich aus zahlreichen Gliedern zusammen, die flach zusammengedrückt oder im Querschnitt drei- bis sechskantig erscheinen. Frische Stängelglieder sind anfangs rot gefärbt. Mit zunehmendem Alter verfärben sie sich dunkelgrün. Die Triebsegmente wachsen zwischen zwei und sieben Zentimeter lang. Ihr Rand ist gekerbt.

Blüte

Hatiora x graeseri entwickelt breit trichter- oder glockenförmige Einzelblüten, die zwischen drei und fünf Zentimeter lang werden. Ihre Kronblätter sind im unteren Teil zu einer kurzen Röhre verwachsen und oben sternförmig ausgebreitet. Die Blüten entstehen an den Spitzen der einzelnen Triebsegmente und sitzen einzeln oder zu mehreren in kleinen Gruppen zusammen.

Die Blüten öffnen sich am Tag, um mit ihren bunten Farben Insekten anzulocken. Die Farbpalette reicht von Rot über Rosa bis zu Orange, Gelb und Weiß. Die Rottöne sind von Dunkel bis Hell in allen erdenklichen Nuancen ausgeprägt. Bei den Züchtungen stehen Farbe und Blütenfülle im Fokus. Es gibt Sorten mit auffallend großen Blüten oder üppiger Blütenpracht.

Blütezeit

Die Kakteengewächse orientieren ihre Blütenentwicklung an Umwelteinflüssen. Damit die Pflanzen zur Blüte angeregt werden, ist eine Ruhephase notwendig. Während in den natürlichen Lebensräumen Regen- und Trockenzeiten die Wachstumsperiode beeinflussen, können Sie sich bei der Kultivierung zu Hause an den Jahreszeiten orientieren.

In den Wintermonaten werden Düngergaben und Bewässerungseinheiten eingestellt, sodass die Pflanze ihren Stoffwechsel zurückfährt. Im nächsten Frühling werden die Pflanzen zum Wachstum und zur Blütenbildung animiert, indem Sie häufiger gießen und Nährstoffe zuführen.

Nach der Ruhephase orientieren sich die Pflanzen am verfügbaren Tageslicht, bevor sie blühen. Die Kurztagspflanzen bilden Blütenknospen aus, wenn die Lichtmenge pro Tag nicht über zehn Stunden steigt. Im Handel angebotene Pflanzen werden entsprechend gepflegt, damit sie pünktlich zu Ostern blühen.

Frucht

Nachdem die Blüten verwelkt sind, bilden Osterkakteen gelbliche oder rote Früchte aus. Sie erscheinen länglich oder kugelförmig und können abgeplattet sein. Die kahle Fruchthülle umschließt mehrere schwarze bis bräunliche Samen.

Blätter

Der Osterkaktus ist aus evolutionsgeschichtlicher Sicht eine Besonderheit, denn er entwickelt keine typischen Blätter. Sein Blattwerk ist stark zurückgebildet und nicht mehr sichtbar. Die Pflanzen haben die Blattgröße kontinuierlich minimiert, um die Verdunstungsfläche zu verkleinern. Diese Anpassung war notwendig, damit die Kakteen in ihren Lebensräumen einen Wachstumsvorteil genießen. Sie verlieren in Trockenzeiten weniger Wasser.

Osterkakteen bilden sogenannte Areolen. Es sind umgebildete und stark gestauchte Kurztriebe, die als filzige Polster erscheinen. Diese Strukturen entstehen anstelle der Blätter in den Blattachseln. Sie sitzen entlang der Segmentränder und an der Triebspitze und sind mit feinen gelblich-braunen Borsten besetzt. An der Spitze älterer Triebglieder entwickeln sich aus den Areolen neue Segmente oder Blüten, denn sie besitzen teilungsfähiges Gewebe.

Funktion der Areolen:

  • Dornen schützen vor Fressfeinden
  • blattlose Triebe verdunsten weniger Wasser
  • schlafende Knospen

Verwendung

Osterkakteen werden als Zimmerpflanzen kultiviert. Sie schmücken stehende Kübel oder hängende Töpfe in Wohnzimmern. Im Schlafzimmer übernimmt das Kakteengewächs nicht nur optische Funktionen. Seine luftreinigenden Eigenschaften wirken sich positiv auf das Raumklima aus. Die charakteristische Gestalt ist ein Hingucker in jedem Raum. Im Badezimmer fühlt sich das exotische Gewächs wohl, denn hier herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Die Pflanze gedeiht in Gewächshäusern und Wintergärten. Während der Sommermonate verbringt der Osterkaktus seine Zeit gerne im Freien an einem geschützten und absonnigen Standort. Auf diese Weise schmückt die Pflanze Balkone, Terrassen und Hauseingänge.

Ist Osterkaktus giftig?

Die Pflanzen der Gattung Hatiora inklusive dem Osterkaktus sind nicht giftig. Daher eignet sich das Gewächs besonders gut für das Kinderzimmer oder Haushalte, in denen Haustiere leben. Ein Vergiftungsrisiko besteht weder für Vögel noch Hunde, Katzen oder Kaninchen. Sie sollten beachten, dass Wellensittiche oder Nymphensittiche die Blütenpracht des Osterkaktus schnell zerstören können, wenn sie aufgrund ihrer Neugierde die Gewächse inspizieren.
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Welcher Standort ist geeignet?

Hatiora-Hybriden bevorzugen zwischen Mai und Oktober einen halbschattigen Standort mit hellen Bedingungen. Die Pflanzen mögen einen Platz, an dem morgens und abends die Sonne scheint. Pralle Sonne verträgt das Kakteengewächs, sofern der Topf nicht direkt hinter der Fensterscheibe steht. Wenn Ihr Osterkaktus am Südfenster wächst, sollten mindestens 50 Zentimeter zwischen Scheibe und Pflanze liegen. In der Sonne verfärben sich die Triebe rötlich.

Vom Frühjahr bis zum Herbst kann der Osterkaktus nach draußen gestellt werden. Stellen Sie die Pflanze an einen geschützten Platz im Halbschatten. Sobald die Temperaturen nachts unter zehn Grad Celsius fallen, sollten Sie den Kaktus rein holen.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Die Gewächse benötigen ein gut durchlässiges Substrat mit einem pH-Wert unter sieben. Sie können sich selbst eine Mischung zusammenstellen und auf diese Weise eine grobfaserige Erde herstellen. Als Basis eignet sich handelsübliche Blumen- oder Kakteenerde. Sie können alternativ torffreie Tomatenerde verwenden. Für eine höhere Durchlässigkeit werden Sand, Perlit, Tongranulat oder Kieselgur verwendet.

Die perfekte Mischung:

  • zwei bis drei Teile Erde
  • ein Teil Sand
  • ein Teil Tongranulat

Aussaat

Wenn Ihr Osterkaktus blüht, können Sie die Blüten mit einem Pinsel bestäuben. Streifen Sie die Staubgefäße mit einem feinen Pinsel ab und verteilen Sie den Pollen auf einer Narbe. Selbstbestäubung innerhalb einer Blüte ist möglich. Idealerweise stammt das Erbgut der Samen von zwei unterschiedlichen Pflanzen. Es kann bis zu sechs Monate dauern, bevor die Früchte reif sind und geerntet werden können.

Befreien Sie die Samen aus der Frucht und lassen Sie diese einige Tage an der Luft trocknen. Streuen Sie das Saatgut auf feuchtes Anzuchtsubstrat und bedecken Sie das Pflanzgefäß mit einer durchsichtigen Folie. Dadurch gewährleisten Sie eine gleichbleibende Temperatur und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Stellen Sie das Gefäß an einen hellen Ort, an dem die Temperatur zwischen 22 und 26 Grad Celsius liegt. Nach drei Wochen keimen die Samen. Sind die Jungpflanzen zwei bis drei Zentimeter hoch, sollten sie langsam an die Zimmertemperatur gewöhnt werden.

Stecklinge

Stecklinge ermöglichen eine erfolgreiche und einfache Vermehrung der Osterkakteen. Schneiden Sie von einem ausgewachsenen Exemplar Triebe. Der Steckling sollte zwischen zehn und 15 Zentimeter lang sein und drei bis vier Glieder besitzen. Achten Sie darauf, dass die Leitbahnen in den Segmenten nicht zerquetscht werden. Mit einem scharfen Messer erzielen Sie einen sauberen Schnitt.

Lassen Sie die Schnittstelle drei bis vier Tage an der Luft trocknen, bevor Sie den Steckling in Anzuchtsubstrat stecken. Verwenden Sie ein sandig-humoses Substrat, bestehend aus zwei Teilen Blumenerde und einem Teil Sand. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht. Stellen Sie den Steckling an einen hellen Platz ohne direkte Sonne. Bei Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius dauert es vier bis fünf Wochen, bis die ersten Wurzeln entstehen.

Alternativ können Sie den Steckling in ein wassergefülltes Glasgefäß mit einem Wasserstand zwischen drei und vier Zentimeter stellen. Um Fäulnis vorzubeugen sollte das Wasser regelmäßig gewechselt werden.

Im Gewächshaus

Ein beheizbares Gewächshaus liefert optimale Bedingungen für den Osterkaktus. Sie können die Temperatur jederzeit an die Anforderungen der Pflanze anpassen. Im Gewächshaus ist eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet, sodass sich die Gießeinheiten reduzieren. Als Alternative bietet sich ein platzsparender Frühbeetkasten an. Milchscheiben sorgen für diffuse Lichtverhältnisse und schützen vor der Sonne. Der Kasten sollte dennoch nicht in praller Sonne stehen.

Osterkaktus gießen

Außerhalb der Ruhephase benötigt der Osterkaktus ein gleichmäßig feuchtes Substrat. Staunässe vertragen die sensiblen Wurzeln nicht. Achten Sie darauf, dass nach den Gießeinheiten kein überschüssiges Wasser im Untersetzer stehen bleibt. Zwischen den Wassergaben darf die obere Erdschicht antrocknen.

Wie häufig Sie den Osterkaktus gießen müssen, hängt von Temperatur, Alter der Pflanze und Größe des Kübels ab. Im Hochsommer sollten Sie das Substrat häufiger überprüfen, damit der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Ausgewachsene Exemplare haben einen höheren Wasserbedarf als Jungpflanzen. In kleineren Töpfen ist die Feuchtigkeit schneller aufgebraucht als in großen Kübeln.

Osterkaktus richtig schneiden

Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig, um die Vitalität der Pflanze zu erhalten. Sie können den Osterkaktus einkürzen, wenn seine Triebe zu lang wachsen. Schnittmaßnahmen sollten nach der Blütezeit durchgeführt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Pflanze Blüten und Knospen abwirft. Nutzen Sie ein sauberes und scharfes Messer, damit die Glieder nicht beschädigt werden. Abgeschnittene Triebe können zur Verjüngung genutzt werden.
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Osterkaktus richtig düngen

Wenn Sie Ihren Osterkaktus während der Wintermonate ruhen lassen, beginnt die Düngung ab April. Geben Sie der Pflanze jeden Monat etwas Flüssigdünger über das Gießwasser. Wenn Sie den Kaktus gekauft oder frisch umgetopft haben, benötigt er im selben Jahr keine Düngung.

Umtopfen

Alle zwei bis drei Jahre kann der Osterkaktus in ein größeres Gefäß gepflanzt werden. Soll die Zierpflanze nicht größer werden, können Sie auf einen größeren Kübel verzichten und nur das Substrat wechseln. Achten Sie darauf, dass der Topf ein Abzugsloch besitzt. Als Drainage werden Tonscherben oder Steine auf dem Topfboden verteilt. Da die Triebsegmente leicht abbrechen, sollten Sie die Pflanze an der Basis anfassen.
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Überwintern

Der Osterkaktus verbringt seine Winterruhe ab November an einem hellen Platz, an dem die Temperatur bei zehn Grad Celsius liegt. Leicht höhere Temperaturen bereiten ihm keine Probleme. Während dieser Zeit schränken Sie die Wassergaben ein. Die Nährstoffzufuhr wird eingestellt. Die Winterruhe endet mit der Knospenbildung. Zu diesem Zeitpunkt wird der Osterkaktus langsam an höhere Temperaturen gewöhnt.

Schädlinge

Zu den häufigsten Schädlingen an Osterkakteen zählen Schildläuse, Spinnmilben und Wollläuse. Sie vermehren sich bevorzugt an Pflanzen, die während der Wintermonate über der Heizung stehen. Ein Standortwechsel ist die erste Maßnahme. Entfernen Sie die Schädlinge mit Hilfe eines scharfen Wasserstrahls oder durch vorsichtiges Abwischen mit einem Tuch. Die Triebe können mit ölhaltigen Mitteln besprüht werden, sodass Läuse und Milben durch den feinen Ölfilm abgetötet werden.

Pilzbefall

Wenn die Wurzeln in zu nassem Substrat faulen, können sich Pilze ausbreiten. Die Sporen besiedeln verfaulte Pflanzenteile und begünstigen weitere Fäulinsprozesse. Dadurch gerät der Nährstoff- und Wasserhaushalt der Pflanze in ein Ungleichgewicht, sodass Blüten und Knospen abfallen oder Triebe verwelken. Sie schrumpfen zusammen und verfärben sich gelblich.

Vorbeugend sollten Sie darauf achten, dass das Substrat nicht zu nass wird. Während der Überwinterung tritt Wurzelfäule häufig auf. Sobald sich Schadbilder zeigen, sollten Sie die Pflanze auf Wurzelschäden überprüfen und in trockenes Substrat setzen.

Osterkaktus blüht nicht

Nachdem Sie sich einen blühenden Osterkaktus im Frühling gekauft haben, ist die Pflege wichtig zur Aufrechterhaltung der speziellen Blütezeit. Sie können die Blütenentwicklung selbst beeinflussen, indem Sie die Lichtmenge etwa zwei bis drei Monate vor der gewünschten Blütezeit kontrollieren. Achten Sie darauf, dass die Pflanze innerhalb dieser Zeit nicht mehr als zehn Stunden Licht pro Tag abbekommt. Stülpen Sie einen Karton über das Gewächs, wenn die Stundenanzahl erreicht wurde. Am nächsten Morgen wird der Karton für die nächsten zehn Stunden abgenommen.

Wenn der Kaktus pünktlich zu Ostern blühen soll, empfehlen sich die Monate zwischen dem späten Herbst und Winterende als Ruhephase. Die Pause sollte sechs bis acht Wochen dauern. Während dieser Zeit werden Pflegemaßnahmen reduziert. Der Osterkaktus verbringt die Zeit an einem kühlen und hellen Ort mit einer Temperatur von zehn Grad Celsius.

Sobald sich die ersten Knospen zeigen, darf der Standort nicht gewechselt werden, da der Osterkaktus ansonsten seine Blüten abwirft. Während der Blütenöffnung sollte die Temperatur nicht über 23 Grad Celsius steigen. Direkt nach der Blüte bekommt die Zierpflanze eine zweite Ruhezeit.
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Tipps

Jede Pflanze bevorzugt eine andere Himmelsrichtung. Mit dem Osterkaktus schmücken Sie östlich oder westlich ausgerichtete Fensterbänke. Für Fenster in Südlage eignen sich Wolfsmilchgewächse und am Nordfenster fühlt sich der Afrikanische Drachenbaum besonders wohl.

Sorten

  • Hatiora salicornioides: Sparrig verzweigter Strauch mit rundlichen Triebsegmenten, verholzend. Blüten gelb. Bis 100 Zentimeter hoch.
  • Hatiora epiphylloides: Epiphytisch wachsende Art mit schwefelgelben Blüten. Triebsegmente kurz, bis drei Zentimeter.
  • Hatiora herminiae: Gabelig verzweigte Wuchsform. Blüten rosa- bis magentafarben. Wuchshöhe bis 30 Zentimeter.

Text: Christine Riel
Artikelbild: sasimoto/Shutterstock

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