Oleander jährlich umtopfen

Im Sommer sind die prächtig blühenden Büsche mit ihren langen, schmalen und glänzenden Blättern in vielen Gärten, aber auch auf Balkonen und Terrassen zu bewundern: Oleander. Da der aus dem Mittelmeerraum stammende Strauch bei uns nicht zuverlässig winterhart ist, sollte er in großen Kübel kultiviert werden. Damit sich die Pflanze darin auch wohlfühlt, gilt es, sie regelmäßig umzutopfen.

Oleander umpflanzen
Einmal pro Jahr sollte Oleander umgetopft werden

Wie oft muss man Oleander umtopfen?

Der Oleander ist ein Starkzehrer, d. h. er benötigt sehr viele Nährstoffe und muss daher nicht nur regelmäßig gedüngt, sondern auch mit frischer Erde versorgt werden. Da der Strauch zudem sehr schnell wächst und – je nach Sorte – durchaus sehr hoch und breit werden kann, benötigt er außerdem alljährlich einen neuen, größeren Pflanzkübel – zumindest, wenn es sich um eine jüngere Pflanze handelt. Ältere Exemplare brauchen dagegen nur alle fünf bis zehn Jahre umgetopft werden, hier genügt es, stattdessen jedes Jahr im Frühjahr neue Erde in das bestehende Gefäß einzufüllen. Ergo sollten Sie

  • junge, noch nicht allzu große Oleander jährlich
  • und ältere, schwer zu handhabende Exemplare alle fünf bis zehn Jahre

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in einen neuen Pflanzkübel umsetzen. Frische Erde wird dagegen während der Wachstumssaison verbraucht und muss daher im Frühjahr immer wieder nachgefüllt werden.

Wann ist die beste Jahreszeit zum Umtopfen des Oleanders

Die beste Jahreszeit zum Umtopfen des Oleanders ist das Frühjahr, möglichst alsbald nach dem Ausräumen aus dem Winterquartier. Sie können diese Maßnahme auch gleich mit einem Pflegeschnitt sowohl der oberen Pflanzenteile als auch der Wurzeln verbinden. Achten Sie darauf, die frisch beschnittene und umgetopfte Pflanze anschließend vor eventuellen Spätfrösten zu schützen – auch gehört ein gerade aus dem Keller geholter Oleander nicht gleich in die pralle Sonne. Grundsätzlich kann der Oleander allerdings die ganze Saison bis zum Einräumen ins Winterquartier umgetopft werden, sofern es nötig wird.

Welche Erde sollte man zum Umtopfen von Oleander nehmen?

Zwar benötigt der Oleander sehr viele Nährstoffe, verträgt aber – typisch für viele mediterrane Pflanzen – keine humusreiche Erde. Verwenden Sie daher keine handelsübliche Blumenerde, sondern mischen Sie sich das Substrat möglichst selbst an. Dafür vermengen Sie

  • 5 Teile Kübelpflanzenerde
  • 1 Teil Lehm bzw. Lehmpulver
  • 1 Handvoll Gartenkalk

sowie, sofern Sie die Pflanze im Frühjahr umtopfen, einen guten Langzeitdünger für Blühpflanzen. Alternativ können Sie auch Blumenerde sowie herkömmlichen, lehmhaltigen Gartenboden im Verhältnis 1:1 mischen oder gleich ein für mediterrane Kübelpflanzen spezialisiertes Substrat erwerben.

Welchen Topf für Oleander verwenden?

Oleander benötigen ein eher breites als tiefes Pflanzgefäß, das möglichst doppelt so groß wie der Wurzelballen ausfällt. Immerhin sollte dort während der heißen Sommermonate reichlich Wasser gespeichert werden können, zudem brauchen die Wurzeln Platz für ihr Wachstum – umso schöner wächst und blüht die Pflanze auch oberhalb. Welches Material Sie verwenden, bleibt ganz Ihnen überlassen; wichtig ist nur, dass der Topf Abflusslöcher am Boden hat und zudem in einem tiefen Untersetzer steht.

Oleander umtopfen – So wird’s gemacht

Gehen Sie beim Umtopfen des Oleanders wie folgt vor:

  • Holen Sie den Oleander zunächst einmal aus seinem bisherigen Pflanzgefäß.
  • Lockern Sie nun die Wurzeln auf und reißen Sie den Ballen, sollte er fest sein, ruhig etwas auseinander.
  • Ist der Wurzelballen sehr groß, so entfernen Sie einen Teil der Wurzeln.
  • Dann jedoch sollten Sie die Pflanze auch oberirdisch entsprechend beschneiden.
  • Diese Maßnahme fördert das Wachstum des Oleanders.
  • Mischen Sie nun das Substrat nach den oben beschriebenen Rezepturen an
  • oder füllen Sie die fertige Substratmischung für mediterrane Kübelpflanzen ein.
  • Vergessen Sie nicht, den Langzeitdünger unterzumischen.
  • Setzen Sie den Oleander ein und gießen Sie ihn gut an.
  • In der Folgezeit muss er besonders umsichtig mit Wasser versorgt werden,
  • denn dies fördert die Neubildung der Wurzeln.
  • Führen Sie einen Pflanzschnitt durch und entfernen Sie überlange Triebe
  • sowie überalterte, vertrocknete bzw. erfrorene Pflanzenteile.

Übrigens können Sie bei Oleander auf die sonst bei Kübelpflanzen notwendige Drainageschicht beruhigt verzichten, denn dieser Pflanzen schaden „nasse Füße“ überhaupt nicht – ganz im Gegenteil. Allerdings sollten Sie eine die Abzugslöcher im Topfboden mit Tonscherben bedecken, damit die frisch eingefüllte Erde nicht herausgeschwemmt wird.

Tipps und Tricks für das Umtopfen sehr großer Oleander

Das Umtopfen älterer und damit sehr großer Oleander kann sich schwierig gestalten. Hier können Sie beispielsweise auf ein Umtopfen verzichten und stattdessen einfach jedes Jahr im Frühjahr von oben frisches Substrat nachfüllen – falls nötig, lässt sich das verbrauchte zuvor vorsichtig entfernen. Auch diese Tricks können Ihnen helfen, sofern der übergroße Strauch doch einmal einen neuen Kübel braucht:

  • Nehmen Sie sich Hilfe und topfen Sie die Pflanze zu zweit um.
  • Binden Sie die Triebe sorgfältig mit einem Strick zusammen.
  • So verringern Sie die Gefahr, die Pflanze unbeabsichtigt zu beschädigen.
  • Sie bekommen den großen Oleander leichter aus dem Topf, wenn Sie diesen auf die Seite legen.
  • Außerdem können Sie die Pflanze knapp über dem Boden mit Seilen umwickeln
  • und diese zum leichteren Herausziehen des Oleanders aus dem Topf nutzen.

Tipps

Idealerweise ist der neue Pflanztopf etwa um 20 Prozent größer als der vorherige.

Text: Ines Jachomowski

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