Obstbäume – alte Sorten kultivieren

Seltene und alte Obstbaumsorten wachsen oft nicht richtig oder bilden kaum Früchte aus. Für den Erhalt dieser Züchtungen haben sich verschiedene Veredelungstechniken als hilfreich herauskristallisiert. Eine davon ist die Geißfuß-Veredelung.

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Durch Veredelung lassen sich ältere Obstbäume verjüngen

Wann und wie schneiden?

Sie benötigen ein Edelreis von der Sorte, die Sie auf einem Obstbaum kultivieren möchten. Diese 30 bis 40 Zentimeter langen und bleistiftdicken Triebe werden während der Winterruhe an einem frostfreien Tag geschnitten. Wichtig ist, dass die Zweige mindestens ein Jahr alt sind und keine Krankheiten aufweisen. Kappen Sie die Jungtriebe direkt im Kronenbereich idealerweise von der Südseite und lagern Sie diese bis zur Veredelung in einer Plastiktüte im Kühlschrank. Der späteste Zeitpunkt zum Schneiden von Edelreisern ist der April.

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Geißfuß-Veredelung

Diese Methode ist für Fälle geeignet, in denen der abgeschnittene Zweig nicht den gleichen Umfang wie die Unterlage besitzt. Die Veredelung findet seitlich an einem Stamm oder Ast statt. Das Auge des Triebs zeigt nach außen und die Schnittfläche liegt am Holz an, sodass der Jungtrieb wichtige Nährstoffe bekommt. Der ideale Zeitpunkt für die Veredelung von Obstbäumen ist kurz vor dem Beginn der neuen Vegetationsperiode gekommen.

Vorgehensweise

Wählen Sie einen geeigneten Ast, auf den der Edelreis später aufgepfropft wird. Sägen Sie diesen von beiden Seiten an, damit sich die Rinde beim Abbrechen nicht abzieht. Unsaubere Bruchstellen lassen sich mit Säge oder Messer korrigieren. Wählen Sie anschließend die Stelle aus, an der die neue Sorte wachsen soll. Bereiten Sie den Jungtrieb vor, indem Sie diesen kurz unterhalb eines Auges schräg auf einer Länge von drei bis vier Zentimeter abschneiden. Achten Sie auf einen glatten Schnitt und berühren Sie die Wunde nicht.

Edelreiser pfropfen:

  • Veredelungsstelle anritzen, sodass ein fünf Zentimeter langer Schlitz entsteht
  • Rinde mit einem Teelöffelstiel vorsichtig anheben
  • Reiser mit dem abgeschrägten Ende unter die Rinde der Unterlage schieben
  • Ast auf zwei bis drei Augen einkürzen

Nachsorge

Binden Sie den jungen Ast mit einem Veredelungsband fest an die Unterlage. Ein gewässerter Naturbast hat die gleiche Funktion. Verschließen Sie die Schnittstelle am Baum durch einen ökologischen Wundschutz, um diesen vor eindringenden Bakterien und Pilzen zu schützen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Petar Ivanov Ishmiriev/Shutterstock

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