Nachtschwärmer im Garten: Nachtaktive Insekten entdecken und ansiedeln

Brummende Hummeln, dick mit Pollen bepackte Bienen und die Libellen am Gartenteich: Tagaktive Insekten sind in unseren Grünanlagen willkommene Gäste, für die wir gerne durch Behausungen und spezielle Pflanzungen sorgen. Wussten Sie aber, dass etwa 80 Prozent der Schmetterlinge nachtaktiv sind und große Bedeutung haben für die Bestäubung der Pflanzen? Diesen Tieren möchten wir den nachfolgenden Artikel widmen.

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Taubenschwänzchen saugen gern nachts an Phlox und Co.

Nächtliche Schmetterlingsschönheiten

Nachtfalter sind überwiegend in der Dämmerung oder der Nacht aktiv. Sie nutzen den Schutz der Dunkelheit, da zu dieser Zeit deutlich weniger Fressfeinde und Nahrungskonkurrenten unterwegs sind.

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Im Gegensatz zu den attraktiv gefärbten Tagfaltern wirken ihre Flügel eher unscheinbar, da sie sich so tagsüber besser vor Feinden verstecken können. Zudem nutzen ihnen farbenfrohe Flügel in der Nacht nichts, da diese dazu dienen, um einen Partner anzulocken. Die Weibchen der Nachtfalter behelfen sich deshalb mit Sexuallockstoffen, die von den Männchen über große Entfernungen wahrgenommen werden.

Viele Nachtschwärmer ernähren sich von faulenden Früchten, die im Hochsommer in den Grünanlagen reichlich vorhanden sind. Möchten Sie die Tiere beobachten, können Sie die Insekten mit Wein, den Sie mit etwas Zucker andicken und auf Baumstämme aufstreichen, anlocken.

Die häufigsten Nachtfalter in unseren Gärten

Falter Beschreibung
Birkenspanner Sehr schmale, weiße Flügel mit schwarzer Zeichnung. Die Flügelfärbung erinnert an die Rinde der Birke.
Esparettenwidderchen Tagaktiver Nachtfalter mit kontrastreicher Flügelfärbung mit roten Flecken, die dem Widderchen im Volksmund den Namen „Blutströpfchen“ einbrachte. Versammeln sich gegen Abend in großer Anzahl auf einzelnen, herausragenden Pflanzen.
Frostspanner Bis Ende Dezember unterwegs. Frostspannerweibchen haben keine Flügel, sondern nur kurze Stummel, während die Männchen normal ausgebildete Flügel besitzen.
Gammaeule Dieser Nachtschwärmer kommt nahezu überall vor. Der Falter lässt sich sogar häufig an Balkonpflanzen und in städtischen Grünanlagen beobachten.
Nachtpfauenauge Einer der schönsten und größten Nachtfalter. Während die Männchen tagaktiv sind, fliegen die Weibchen ausschließlich nachts. Anzutreffen ist das Kleine Nachtpfauenauge vorwiegend im offenen Gelände.
Schönbär Einer der wenigen Nachtfalter, die Sie auch tagsüber beobachten können. Die Flügel sind auffällig gefärbt. Entdecken können Sie diesen Schmetterling in lichten und feuchten Waldgebieten.
Taubenschwänzchen Dieser flinke Falter ist überall dort anzutreffen, wo es nektarreiche Futterpflanzen, beispielsweise Luzerne oder Klee, gibt. Häufig laben sie sich an Balkonpflanzen wie Fuchsien, Petunien oder Phlox. Charakteristisch ist die graubraune Vorderflügeloberseite sowie die orangebraunen, am Außenrand dunkel gefärbten Hinterflügel.

Nachtfalter in den Garten locken

Nachtschwärmer werden von fluoreszierenden oder stark duftenden Pflanzenarten angezogen. Die Blütenfarbe ist vorwiegend weiß, gelb, violett oder rötlich, da diese Töne das unsichtbare, kurzwellige Licht reflektieren.

Möchten Sie Nachtfaltern eine Heimat geben, sollten Sie nachfolgende Gewächse in Ihrem Garten ansiedeln:

Tipps

Denken Sie nicht nur an Nektarpflanzen, sondern auch an die Nahrungsgrundlage der Raupen. Räumen Sie Distelarten, der Wilden Möhre, Fenchel und Brennnesseln ein Plätzchen ein, tun Sie viel für den Schutz der immer rarer werdenden Nachtfalter.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Bogdan Vacarciuc/Shutterstock

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