Welche Teile der Nachtkerze sind essbar?

Die Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) ist ursprünglich auf den amerikanischen Kontinenten zu Hause und wird dort bereits seit Jahrhunderten sowohl als Nahrungsmittel als auch in der traditionellen Heilkunde verwendet. Auch in Europa wurden vor allem die fleischigen Wurzeln der Pflanze verspeist. Heutzutage ist die vielseitige Verwendbarkeit der Pflanze in Vergessenheit geraten, gelegentlich ist sogar zu lesen, sie wäre giftig.

Nachtkerzenblüten essbar
Aus den Blüten der Nachtkerze lässt sich nicht nur Öl herstellen, sie sind auch eine schöne, essbare Deko für Salate und Co.

Essbare Teile der Nachtkerze

Grundsätzlich sind fast alle Teile der Nachtkerze in der Küche verwendbar. Aus den jungen Blättern lässt sich ein Salat anrichten oder sie werden als Wildspinat zubereitet, die Blüten und Blütenknospen dienen als ebenso schmackhafte wie aparte Dekoration von Salaten, Süßspeisen, Suppen und anderen Speisen. Die Wurzel der Nachtkerze, früher aufgrund ihrer rötlichen Farbe auch als „Schinkenwurz“ bezeichnet, lässt sich wie Schwarzwurzeln zubereiten.

Nachtkerzenwurzel

Meist werden Nachtkerzenwurzeln geschält und anschließend in einer kräftigen Fleischbrühe gar gekocht. Die fein in Scheiben geschnittenen Wurzeln können anschließend, mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl angemacht, als Salat gegessen werden. Alternativ können sie auch als Wurzelgemüse ganz klassisch in einer weißen Bechamelsauce angerichtet werden. Nachtkerzenwurzeln werden im ersten Winter gesammelt, also noch vor der ersten Blüte der zweijährigen Pflanze.

Blüten und Blütenknospen

Die leicht süßlich-scharf schmeckenden Blüten der Nachtkerze eignen sich als essbare Dekoration beispielsweise von bunten Salaten, als Suppeneinlage oder als Blütenbutter. Getrocknet können sie zudem Teemischungen zugegeben werden. Die noch geschlossen geernteten Blütenknospen dagegen können Sie in Essig blanchieren und anschließend in Öl einlegen – hübsch verpackt übrigens ein prima Mitbringsel.

Nachtkerze als Heilmittel

Bekannter noch als Gemüse ist die Nachtkerze als Heilmittel, denn vor allem die Blüten und die Samen enthalten sehr viel Gamma-Linolsäure, eine essenzielle Aminosäure. Aus diesem Grund wird Nachtkerzenöl vor allem äußerlich bei Hautproblemen – allen voran Neurodermitis – angewendet, während die Blüten als Aufguss oder in Form von Sirup bei Husten und anderen Atemwegsinfekten zum Einsatz kommt.

Tipps

Die leicht nussig schmeckenden Samen lassen sich übrigens auch, leicht und ohne Fett in einer Pfanne geröstet, als Zutat ins morgendliche Müsli mischen.

Text: Ines Jachomowski
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