Eine Litschi züchten – Herausforderung für Fans exotischer Pflanzen

Yucca-Palmen und Co. hat mittlerweile jeder durchschnittliche Pflanzenliebhaber zu Hause. Auch Orchideen, fleischfressende Pflanzen und Olivenbäumchen sind keine Besonderheiten mehr. Versuchen Sie doch stattdessen mal etwas ganz Neues: Ziehen Sie einen Litschibaum heran! Alles, was Sie für das Anbauen von Litschi brauchen, finden Sie in jedem Supermarkt.

Litschi züchten

Anzucht eines Litschibaumes

Ursprünglich stammt der Litschibaum aus den subtropischen Gebieten Südchinas und trat von dort aus ihren Siegeszug rund um die Welt an. Aus den Kernen der im Supermarkt erhältlichen Litschis können Sie relativ einfach einen Baum ziehen. Dafür benötigen Sie lediglich einen oder mehrere Samenkerne reifer Früchte. Ob eine Litschi wirklich reif ist, erkennen Sie an der Farbe ihrer Schale. Diese sollte möglichst dunkel sein, zudem dürfen keine grünen bzw. grünlichen Stellen sichtbar sein. Weichen Sie den Kern für 24 Stunden in warmem Wasser ein und pflanzen Sie ihn anschließend in ein lockeres, nährstoffarmes Substrat. Halten Sie die Erde feucht. Innerhalb von etwa 30 Tagen werden Sie das erste zarte Grün aus der Erde hervor lugen sehen.

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Der optimale Standort

In den Subtropen ist es das ganze Jahr hindurch warm und sehr feucht. Die kurzen Winter sind dagegen vergleichsweise trocken. In unseren Breitengraden würde eine Litschi im Freien eingehen, es ist einfach zu kalt und ungemütlich. Lediglich in den warmen Sommermonaten fühlen sich die empfindlichen Pflanzen auch an einem geschützten Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon wohl. Ansonsten sollten Sie ganzjährig für einen hellen und warmen Standort sorgen. Besonders wichtig ist dabei, dass die Temperatur nicht unter 12 °C fällt, zudem sollten gerade in den Wintermonaten zusätzliche Lampen für ausreichend Licht sorgen.

Das richtige Substrat

Litschis brauchen eine lockere, durchlässige und leicht saure Erde mit einem maximalen pH-Wert von 7. Zudem darf die Erde nicht allzu nährstoffreich sein, da sich die Wurzeln sonst nicht gut ausbilden können. Am besten geeignet ist ein Gemisch aus lehmiger Gartenerde und grobem Sand. Alternativ könnten Sie auch Anzuchterde, Sand und Lehm zu gleichen Teilen miteinander mischen. Zudem ist es wichtig, dass selbst hereingeholte Erde frei von schädlichen Keimen ist. Deshalb sollten Sie das selbst gemischte Substrat in der Mikrowelle keimfrei machen.

Pflege des Litschibaumes

Während die Anzucht eines Litschibaumes aus dem Samenkern recht unkompliziert gelingt, ist die weitere Pflege umso anspruchsvoller. Litschis sind sehr sensibel und wachsen nur bei optimalen Bedingungen.

Richtig Gießen und Düngen

Wer Litschis anpflanzen möchte, sollte wissen, dass sie nur wenig Wasser und Dünger benötigen. Wässern Sie Ihren Baum regelmäßig mit kalkarmem Regenwasser, am besten mittels einer Sprühflasche. Düngen sollten Sie dagegen nur alle vier bis sechs Wochen und zwar auch nur äußerst sparsam mit einem salzarmen Dünger. Am besten eignet sich ein organisches Düngemittel.

Einen Litschibaum umtopfen

Den Sämling topfen Sie zum ersten Mal um, sobald dieser bereits drei bis vier Blätter hat. Wählen Sie einen Topf, in dem der Litschibaum die nächsten Jahre bleiben kann. Da der Baum jedoch nur langsam wächst, muss der Topf nicht groß sein. Wichtiger ist stattdessen, dass der Topf über ein Drainagesystem verfügt, denn Litschis vertragen keine Staunässe. Entfernen Sie den Samenkern beim Umtopfen nicht, denn die Pflanze wird noch einige Zeit davon zehren.

Tipps & Tricks

Sobald Ihr Litschibaum größer und älter geworden ist, können Sie ihn vermehren. Üblicherweise werden Litschis auch auf Plantagen nicht über ihre Samen, sondern über Stecklinge vermehrt. Dies können Sie auch zu Hause versuchen. Stellen Sie den Steckling in ein Glas mit Wasser, bis dieser Wurzeln entwickelt. Dann können Sie ihn einpflanzen.

Text: Ines Jachomowski

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