So ziehen Sie selber ein Avocadobäumchen aus dem Samen

Avocados sind mit ihrem herrlich buttrigen Fruchtfleisch und dem milden, leicht nussigen Aroma nicht nur eine echte Delikatesse, sondern zudem auch noch sehr gesund. Der große Samenkern - bei der Avocado handelt es sich schließlich nicht um ein Gemüse, sondern eine Frucht - muss jedoch nicht im Abfall landen, sondern kann zu einer hübschen Zimmerpflanze herangezogen werden.

Avocado ziehen

Den Samenkern zum Keimen bringen

Einen Avocadokern zum Keimen zu bringen, so dass eine hübsche Pflanze daraus erwachsen kann, ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Sie brauchen lediglich sehr viel Geduld, denn bis so ein Samen keimt und sich die ersten zarten Triebe blicken lassen, können durchaus einige Monate vergehen. Es gibt zwei erprobte Methoden, einen Avocadokern zum Keimen zu bringen. Die Wasserglasmethode wird dabei vielleicht sehr häufig angewandt, ist aber aus praktischen und züchterischen Gründen nicht zu empfehlen. Der Avocadokern kann stattdessen auch gleich in frische Pflanzerde eingesetzt werden und wird dort ebenfalls zuverlässig anwachsen – im Gegensatz zur Wassermethode, die häufig zu einem Schimmelbefall führt. Wichtig ist nur, die Erde stets feucht (nicht nass!) zu halten und den Topf an einen warmen und hellen Standort zu stellen.

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Das brauchen Sie zum Keimen:

  • ein Wasserglas / einen kleinen Pflanztopf (je nach ausgewählter Methode)
  • abgestandenes, zimmerwarmes Wasser
  • eine Sprühflasche
  • (Zahnstocher)
  • (frische Anzuchterde bei der Erdmethode)
  • eventuell Folie zum Abdecken (es genügt haushaltsübliche Frischhaltefolie)

Das Avocadopflänzchen einpflanzen

Nach einigen Wochen bis Monaten ist aus dem Kern nun ein kleines Bäumchen erwachsen, das nun sehr rasch in die Höhe schießt. Avocados haben die Angewohnheit, einige Jahre hauptsächlich in die Höhe zu wachsen und dabei kaum Seitentriebe auszubilden. Ein buschigeres Wachstum kann in der Regel nur durch das jährliche Zurückschneiden bzw. ein Veredeln erzielt werden. Doch bevor es soweit ist, topfen Sie Ihr kleines Pflänzchen erst einmal in einen nicht zu kleinen Topf ein. Der Kern sollte ebenfalls mit eingetopft werden und zu etwa zwei Dritteln aus der Erde herausragen – Ihre Jungpflanze wird noch bis zu einem Alter von vier bis sechs Monaten ihre Nährstoffe aus dem Samen beziehen. Erst beim ersten Umtopfen im darauffolgenden Winter können Sie den Samen entfernen. Nach dem Eintopfen besprühen Sie die Avocado mit zimmerwarmem Wasser.

Utensilien zum Einpflanzen des Bäumchens

  • einen größeren Pflanztopf
  • frische Erde (optimal ist Blumenerde mit Torf oder Sand vermischt bzw. Palmenerde)
  • eine Sprühflasche mit zimmerwarmem Wasser

Die Avocado richtig pflegen

Ihre selber gezogene Avocado wird prächtig wachsen, sofern Sie sie richtig pflegen. Als Gewächs der Tropen ist die Avocado viel Sonne und Wärme sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt. Daher sollten Sie die Pflanze besser nicht gießen, sondern vielmehr besprühen. Ältere Pflanzen können den Sommer über an einer geschützten und sonnigen Stelle im Garten bzw. auf dem Balkon verbringen, sollten jedoch keinen Frost abbekommen. Düngen Sie etwa alle zwei bis drei Wochen mit einem guten Flüssigdünger z. B. für Zitruspflanzen.

Wird meine Avocado auch blühen und Früchte tragen?

Etwa ab einem Alter zwischen sechs und zehn Jahren ist es möglich, dass Ihre Avocado Blüten entwickelt. Die kleinen, grün-weißen Blüten können sehr zahlreich auftreten, werden jedoch in unseren Breitengraden höchstwahrscheinlich nicht zu Früchten führen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Hierzulande gezogene Avocados werden üblicherweise nicht groß genug, um Früchte anzusetzen, außerdem ist der mitteleuropäische Sommer für eine entsprechende Entwicklung einfach zu kurz und auch nicht warm genug. Der wichtigste Grund jedoch besteht in der komplizierten Bestäubung der Blüten, denn die Avocado ist ein Zwitter, der andere Bäume zur Befruchtung benötigt.

Tipps & Tricks

Um ein buschigeres Wachstum zu erzielen und die Chance auf eventuelle Früchte zu erhöhen, können Sie Ihre Avocado veredeln. Dann haben Sie quasi zwei Bäume, die vereint an einem Stamm wachsen – und vielleicht die passenden gegengeschlechtlichen Blüten ausbilden.

Text: Ines Jachomowski

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