Holen Sie sich das Tropenfeeling nach Hause – So gelingt das Züchten einer Avocado

In vielen Haushalten gehört die Avocado heute zu den Grundnahrungsmitteln. Ob als Guacamole, als Brotbelag oder als Bestandteil eines bunten Salats: Die Tropenfrucht schmeckt himmlisch und ist zudem sehr gesund. Der recht große, eiförmige Samenkern der Avocado braucht ebenfalls nicht weggeworfen zu werden, denn aus diesem können Sie mit Hilfe dieser Anleitung eine hübsche Pflanze züchten.

Avocado züchten

Aus dem Samenkern eine Pflanze ziehen

Die Avocado ist, hingegen der landläufigen Ansicht, eigentlich kein Gemüse, sondern eine Beerenfrucht. Die birnenförmigen, meist grünen Früchte wachsen an einem Baum, der in der Natur durchaus bis zu 40 Meter hoch werden kann. Allerdings stammen handelsübliche Avocados zumeist aus Plantagen, wo die Bäume aus praktischen Beweggründen auf eine Höhe von 15 Metern beschnitten werden.

Lesen Sie auch

Die Avocado stammt aus den Tropen

Die Avocado ist ein Tropengewächs, d. h. sie benötigt sehr viel Sonne und Wärme. Aus diesen Gründen kann sie in unseren Breitengraden lediglich in der Wohnung bzw. im Gewächshaus, jedoch nicht im Freien gehalten werden. Es ist allerdings möglich, die Avocado zumindest im Sommer an eine geschützte, sonnige Stelle in den Garten zu stellen. Die tropische Avocado kann ganz leicht aus dem Samenkern einer handelsüblichen Frucht selbst gezogen werden. Dafür gibt es zwei Methoden.

Die Wasserglas-Methode

Um aus dem Samen eine Pflanze zu ziehen, wenden viele Hobbyzüchter die Wasserglas-Methode an. Dafür wird der Kern aus der Frucht entfernt und von dem braunen Häutchen gesäubert. Nun werden drei Zahnstocher vorsichtig in den Samen gepiekt, dies sollte an der oberen, spitzeren Seite des Kerns geschehen. Nun wird ein Wasserglas mit frischem Wasser gefüllt und der Kern samt Zahnstochern so darin abgelegt, dass lediglich der abgeflachte Teil des Kerns sich im Wasser befindet. Die Zahnstocher liegen dabei auf dem Glasrand auf. Nun wird das Glas mitsamt Kern an einem warmen und dunklen Standort abgestellt. Die Wurzeltriebe erscheinen innerhalb von etwa vier Wochen.

Die Nachteile der Wasserglas-Methode

Allerdings weist die Wasserglas-Methode einige Nachteile auf. So kann etwa der Samenkern durch die Zahnstocher derart beschädigt werden, dass er nicht mehr keimungsfähig ist. Sie können dieses Problem umgehen, indem Sie statt eines Wasserglases einfach ein kleines Schnapsglas verwenden, für das eine Halterung nicht nötig ist. Außerdem kann es durch die Feuchtigkeit zu einem Befall mit Schimmelpilzen kommen, so dass der Kern einfach verfault.

Die Blumentopf-Methode

Dies wiederum lässt sich vermeiden, indem Sie den Kern statt in ein Wasserglas gleich in einen Pflanztopf mit Erde stecken. Am besten eignet sich dabei lockere, sandige Erde. Der abgeflachte Teil des Samenkerns befindet sich in der Erde, während der obere herausschaut. Die Erde muss stetig feucht gehalten werden, zudem sollte eine Folie über dem Pflanztöpfchen den empfindlichen Sämling vor Kälte und Zugluft schützen.

Geduld mitbringen

Haben Sie sich für die Wassermethode entschieden, dann können Sie Ihren Sämling eintopfen, sobald sich ein Wurzelballen gebildet hat. Bis es soweit ist, müssen Sie jedoch ein wenig Geduld mitbringen: Die Avocado keimt nur sehr langsam. Frühestens nach vier Wochen sind die ersten zarten Spitzen zu sehen. Es kann jedoch auch mehrere Monate dauern, bis sich ein Erfolg einstellt. Kurz bevor der Keimling durchbricht, spaltet sich der Kern in zwei Teile. Also erschrecken Sie nicht, sollte der Samenkern eines Tages vermeintlich „kaputt“ gegangen sein.

Eine Avocado eintopfen

Um Ihren Sämling nun einzutopfen, mischen Sie lockeren Sand sowie handelsübliche Blumen- oder Palmenerde im Verhältnis 1:1. Füllen Sie ein kleines Pflanzgefäß mit diesem Gemisch und setzen Sie den Keimling vorsichtig hinein. Drücken Sie die Erde rundherum sanft fest und begießen Sie den Keimling mit abgestandenem, zimmerwarmem Wasser. Achten Sie darauf, dass der obere Teil des Kerns aus der Erde herausschaut. Nun benötigt Ihre Avocado einen hellen und warmen Standort, sollte ´jedoch noch nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden.

Die richtige Pflege des Avocadobäumchens

Das weitere Gedeihen Ihres Keimlings hängt von der richtigen Pflege ab, ist aber nicht besonders kompliziert. Im Grunde müssen Sie nur drei Dinge beachten.

Das braucht Ihre junge Avocado:

  • einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • einen warmen Standort ohne Zugluft
  • regelmäßig, aber nicht übermäßig gießen (die Erde soll feucht sein, aber nicht nass)

Sie können zwischendurch die Erde ruhig antrocknen lassen, Wassermangel verträgt Ihre Avocado recht gut. Als Faustregel gilt hierbei: Gießen Sie lieber zu wenig als zu viel.

Muss die Avocado gedüngt werden?

Im Grunde müssen junge Pflanzen nicht gedüngt werden. Allerdings schadet etwa das monatliche Ausbringen von ein wenig Zitrusdünger auch nicht, im Gegenteil.

Eine Avocado beschneiden

Avocadopflanzen wachsen stets nach oben und entwickeln in der Regel erst nach einigen Jahren Seitentriebe. Da die Bäume sehr hoch werden können, sollten sie beizeiten beschnitten werden. Sobald der vierte Blatttrieb erscheint, können Sie diesen abknipsen (etwa mit einer Rosenschere). In der Folge wird Ihre Avocado mehr Seitentriebe entwickeln und daher buschiger werden.

Tipps & Tricks

Gönnen Sie Ihrer Avocado frische Luft: Sobald im Frühjahr keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, kann die Pflanze an einer geschützten Stelle im Garten stehen. Allerdings sollte sie wieder hereingeholt werden, bevor die ersten kalten Herbsttage zu erwarten sind.

Text: Ines Jachomowski

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.