Avocado: Vermehren gelingt am besten über Samenkern

Zwar ist es nicht besonders wahrscheinlich, dass aus selbst gezogenen Avocados unter mitteleuropäischen Klimabedingungen reife Früchte erwachsen, daber dennoch kann sich die Zucht der tropischen Pflanze lohnen. Mit ihren ellipsenförmigen, bis zu 15 Zentimeter langen und dunkelgrünen Blättern sieht die Avocadopflanze sehr apart aus und ist ein wahres Schmuckstück für jedes Wohnzimmer bzw. jeden Wintergarten.

Früher Artikel Für üppiges Wachstum und eine gesunde Pflanze: Avocado richtig düngen

Avocado über den Samenkern vermehren

Am einfachsten gelingt die Vermehrung einer Avocado aus dem Samenkern. Dazu gibt es zwei Methoden: Bei der gängigeren Wassermethode wird der Kern zunächst in einem Wasserglas zum Ausbilden von Wurzeln gebracht, bevor er in geeignete Erde eingepflanzt wird. Aber auch die zweite Methode verspricht einen guten Erfolg: Dafür stecken Sie den Kern gleich in einen mit Erde gefüllten Blumentopf und halten das Substrat gleichmäßig feucht. Verlieren Sie jedoch nicht die Geduld: Eine Avocado benötigt, je nach Sorte und Größe des Kerns, mehrere Wochen bis Monate bevor die ersten zarten Triebe zu sehen sind.

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Avocadopflanze aus einem Steckling ziehen

Ungewöhnlich, aber dennoch möglich ist die Zucht einer Avocado aus einem Steckling. Avocados sollten regelmäßig gekappt werden, damit sie sich verzweigen und ein üppiges Buschwerk ausbilden. Die gekappte Spitze müssen Sie jedoch nicht wegwerfen, sondern können Sie zur Zucht eines weiteren Bäumchens verwenden. Dafür jedoch brauchen Sie sehr viel Geduld, denn die Vermehrung über einen Steckling dauert länger als die über den Samenkern. Zudem ist diese Methode komplizierter.

So gelingt die Pflanzenzucht aus einem Steckling:

Steckling im Wasserbad wurzeln lassen

Stellen Sie den Steckling dazu in ein mit abgestandenem, zimmerwarmen Wasser gefülltes Glas und platzieren Sie dieses an einen hellen, geschützten Standort. Achten Sie darauf, das Wasser regelmäßig zu erneuern und von Zeit zu Zeit mit einigen Tropfen einer Auxinmischung (das sind pflanzliche Wachstumshormone, angereichert mit Vitaminen und in jedem Gartenbaucenter erhältlich) anzureichern. Bis sich die ersten Wurzeln bilden, können durchaus einige Monate ins Land gehen.

Tipps & Tricks

Die Auxinmischung sorgt dafür, dass der Steckling genug Nährstoffe erhält und seine Blätter nicht abwirft. Sie werden auch als “Wurzeltreibfix” bezeichnen und können ganz einfach selbst hergestellt werden. Dazu lösen Sie 1 g Indol-3-Essigsäure (IAA) in Aceton auf und füllen die Mischung mit zwei Liter Wasser auf. Fertig!

Text: Ines Jachomowski

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