Litschibaum selber ziehen und pflegen

Lesen Sie hier einen kommentierten Litschibaum-Steckbrief mit kompakten Infos zu Herkunft und Wachstum. Wie Sie einen Litschibaum selber ziehen, richtig pflanzen und pflegen, erfahren Sie hier.

litschibaum
Es ist möglich, einen Litschibaum aus einem Kern selbst zu ziehen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Litchi chinensis
  • Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
  • Synonyme: Lychee-Baum, Litschipflanze,
  • Herkunft: Südchina, Vietnam
  • Wuchstyp: immergrüner Baum
  • Wuchshöhe: 2 m bis 10 m
  • Blatt: gefiedert
  • Blüte: rispenförmig
  • Frucht: Steinfrucht
  • Winterhärte: frostempfindlich
  • Verwendung: Kübelpflanze, Ziergehölz, Obst

Herkunft

Die Herkunft von Litchi chinensis ist nicht zweifelsfrei geklärt. Vermutlich wird der Litschibaum seit mehr als 2000 Jahren in China kultiviert. Von dort aus gelangten die ersten Sorten Ende des 17. Jahrhunderts nach Myanmar, später nach Indien und Thailand. Heute wird die Litschipflanze in vielen subtropischen Regionen angebaut. Hauptanbauländer sind China (primär in Südchina), Vietnam, Thailand, Taiwan, Madagaskar, Mauritius, Indien und Australien.

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Wachstum

Aus gutem Grund ist die Litschipflanze die einzige Art der Litchi-Gattung. Mit seinem unvergleichlichen Habitus duldet der Litschibaum keine weiteren Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) neben sich. Charakteristische Eckdaten des Wachstums in Kurzversion:

  • Wuchstyp: immergrüner Baum mit rundlicher, tief angesetzter Krone, glänzend-grünen Fiederblättern, gelblich-grünlichen Blütenständen und leckeren Steinfrüchten in roter, warzig-höckriger Schale.
  • Wuchshöhe: 8 m bis 10 m in subtropischen Anbaugebieten, 2 m bis 3 m nördlich der Alpen als Kübelpflanze.
  • Zweige: stielrund mit rötlich-brauner Rinde, glatt, gestreift oder mit weißen Korkporen.
  • Stamm: aufrecht, grau-schwarze Borke.

Für Hobbygärtner interessante Eigenschaften sind ein sehr langsames Wachstum, eine ausgeprägte Frostempfindlichkeit und eine gute Schnittverträglichkeit. Fernerhin ist die Blüteninduktion zwingend angewiesen auf kühle Temperaturen um 10° Celsius in den Wochen vor dem Neuaustrieb.

Blüte

Der Litschibaum blüht einhäusig-getrenntgeschlechtlich. Männliche und weibliche Blüten sitzen auf einer Litschipflanze als markante Blütenstände. Selten kommen auch zweigeschlechtliche Blüten vor. Wichtige Blütenmerkmale kurz gefasst:

  • Blütenstand: reich verzweigt, aufrecht, 40 cm bis 75 cm lang, bestehend aus zahlreichen Einzelblüten.
  • Einzelblüte: duftend, vier- oder fünfzählig, 3-5 mm im Durchmesser,
  • Blütenfarbe: grünlich bis gelblich-weißlich.
  • Blütenstandsachse: rost- bis goldfarben, filzig behaart.
  • Position: endständig, mitunter seitenständig.
  • Blütezeit: Frühling
  • Bestäuber: Bienen, Hummeln.

Männliche Blüten sind zu erkennen an 6 bis 8 Staubblättern, die den Blütenkelch überragen. Weibliche Blüten enthalten einen 1,0 bis 1,5 mm kleinen Stempel. Die 2 bis 3 Fruchtblätter sind verwachsen zu einem 2- bis 3-kamerigen Fruchtknoten, wobei jede Fruchtkammer einen Samen enthält.

Frucht

Haben Sie sich schon einmal gefragt: Wie wachsen Litschis eigentlich? Grundvoraussetzung sind bestäubte weibliche Blüten im Frühling. Im Anschluss durchlaufen die Blüten einen Verwandlungsprozess in köstliche Früchte mit einem unverwechselbaren Erscheinungsbild. Diese Eigenschaften kennzeichnen eine Lychee-Frucht:

  • Fruchtstand: hängend mit 2 bis 30 Litschi-Früchten, endständig oder selten seitenständig.
  • Einzelfrucht: kugelig bis eiförmig, 2 cm bis 3,5 cm groß.
  • Fruchtschale: dünn, ledrig, pyramidal-warzig bis stachelig, rosafarben, später hellrot bis rot.
  • Fruchtfleisch: saftig-süß, weißlich bis perlmuttfarben um einen rötlich-braunen Kern.
  • Samen: nicht essbar, 1,5 cm bis 2 cm groß.

Die Reifezeit von der Bestäubung bis zur erntereifen Lychee-Frucht beträgt um die 100 Tage. In ihren subtropischen Heimatregionen reifen Litschis im Sommer. Die Vegetationsperiode im mitteleuropäischen Klima ist für den langen Reifeprozess zu kurz. Kultiviert als Kübelpflanze trägt ein Litschibaum daher nur selten Früchte.

Blatt

Mit einem dekorativen Laubgewand überbrückt der Litschibaum die Wartezeit auf seine erste Blütenpracht. An diesen Merkmalen ist ein immergrünes Litchi-Blatt einfach zu erkennen:

  • Blattform: gestielt, lanzettlich oder eiförmig-lanzettlich, paarig gefiedert (4 bis 8 kurz gestielte Fiederblättchen).
  • Blattgröße: 10 cm bis 25 cm lang.
  • Blattfarbe: Austrieb bronzefarben, später oberseits tiefgrün-glänzend, unterseits matt-grün, bereift, dünn behaart.
  • Anordnung: wechselständig, spiralig.

In der Nähe von Blütenständen rücken die Blätter enger zusammen und sind nahezu gegenständig angeordnet. Diese botanische Besonderheit verleiht der Krone eine besonders üppige Optik.

Litschibaum pflanzen

Als Hobbygärtner haben Sie die Wahl. Sie können tief in die Tasche greifen und einen veredelten Litschibaum kaufen oder eine Litschipflanze selber ziehen. Lesen Sie diese praxiserprobte Kurz-Anleitung für die Anzucht im Gewächshaus oder auf der Fensterbank. Wo und wie Sie einen Lychee-Baum richtig pflanzen, erfahren Sie hier:

Litschibaum ziehen

Litschipflanzen aus Samen zu ziehen ist ein grünes Langzeit-Projekt, das mit Zeitdruck beginnt. Litschi-Samen sind nur fünf Tage keimfähig. Vom Sämling bis zur ersten Blütezeit ziehen fünf bis zehn Jahre ins Land. Angesichts des sehr langsamen Wachstums eignet sich ein 10-cm-Blumentopf perfekt als Anzuchtgefäß. Darin können sich die empfindlichen Wurzeln gesund entwickeln, ohne riskante Umtopf-Manöver über sich ergehen zu lassen. Das ideale Substrat ist eine Mischung aus Anzuchterde, Kokosfasern, Blähton und Sand zu gleichen Teilen. So gehen Sie Schritt für Schritt richtig vor:

  1. Den dunklen Litschi-Kern unversehrt aus dem Fruchtfleisch entnehmen und reinigen.
  2. Samen für 20 bis 30 Minuten in 50° Celsius warmes Wasser legen.
  3. Anzuchterde in den Topf einfüllen über einer Drainage aus Blähton,(19,00€ bei Amazon*) Lavagranulat (14,00€ bei Amazon*) oder Tonscherben.
  4. Eingeweichten Samen auf der Seite liegend ins Substrat drücken und 1 cm hoch übersieben.
  5. Angießen mit feiner Brause aus handwarmem, weichem Wasser.
  6. Anzuchtgefäß ins Mini-Gewächshaus stellen am hellen, warmen Fensterplatz.

Halten Sie das Substrat kontinuierlich leicht feucht. Lüften Sie das kleine Gewächshaus täglich, damit sich kein Schimmel bildet. Die Keimzeit beträgt zwischen einer und vier Wochen. Zum ersten Mal gedüngt wird ein Sämling nach zwei Monaten. Regelmäßiges Besprühen mit handwarmem Wasser behagt dem Keimling sehr.

Standort

An diesem Standort entfaltet ein Litschibaum seine ganze Pracht:

  • Ganzjährig im temperierten, luftigen Wintergarten oder Gewächshaus.
  • Von Mai bis September/Oktober gerne am sonnigen, windgeschützten Standort auf Balkon oder Terrasse.
  • Wichtig: Beschattung bei praller Mittagssonne, hohe Luftfeuchtigkeit von 70 % aufwärts.

Exkurs

Reife Litschis sind gesund – unreife Litschis sind giftig

Mit rötlicher Schale und saftigem Fruchtfleisch sind Litschis ein urgesunder Gaumenschmaus. In 100 g frischen Früchten sind satte 40 mg Vitamin C enthalten und viele lebenswichtige Nährstoffe bei schlanken 77 Kalorien. Für unreife Litschis gilt dagegen: Naschen verboten. Natürlich enthaltenes Hypoglycin A kann eine gefährliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) verursachen, wenn die unreifen Früchte in größeren Mengen verzehrt werden. Dieser Warnhinweis wendet sich an Hobbygärtner, deren Litschibaum mit einem Fruchtbehang überrascht. Litschis aus dem Obstregal sind unbedenklich.

Litschibaum pflegen

Eine gleichmäßige Bodenfeuchte ist obligatorisch. Alle anderen Pflegeaspekte reihen sich dahinter ein. Damit ein Litchi-Baum die erhofften Blütenknospen anlegt, kommt es auf die richtige Überwinterung an. Die vegetative Vermehrung erfordert keinen episch langen Geduldsfaden. Wer Schadbilder auf die richtige Ursache zurückführen kann, beseitigt Probleme im Handumdrehen. Wissenswerte Pflege-Tipps erklären die Einzelheiten:

  • Gießen: bei angetrockneter Substratoberfläche durchdringend gießen mit Regenwasser oder kalkarmem Leitungswasser.
  • Luftfeuchtigkeit: Blätter regelmäßig besprühen, Untersetzer mit Blähton und Wasser füllen.
  • Düngen: von April bis September alle 10 bis 14 Tage flüssig düngen.
  • Schneiden: im März einzelne, überlange Triebe zurückschneiden, Schere ansetzen über einem Blatt oder einer Knospe.
  • Vermehrung: im Frühsommer Stecklinge schneiden, untere Hälfte entlauben, in magerer Anzuchterde bewurzeln lassen.

Überwintern

Am ganzjährig behaglich warmen Standort hält der Litschibaum seine Blüten unter Verschluss. Vorteilhaft für die Anlage von Knospen ist eine helle, kühle Überwinterung bei 10° bis 15° Celsius. Gut geeignet als Litschi-freundliches Winterquartier ist das temperierte Schlafzimmer, ein lichtdurchflutetes Treppenhaus oder ein Überwinterungszelt mit Frostwächter. Passen Sie die Wasserversorgung auf den gesunkenen Bedarf an. Ein praktischer Feuchtigkeitsmesser im Substrat zeigt an, wann eine Litschipflanze gegossen werden möchte.

Umtopfen

Einen Litschibaum sollten Sie alle zwei bis drei Jahre umtopfen, unabhängig davon, ob der Topf durchwurzelt ist oder nicht. Bester Zeitpunkt ist im Frühjahr. Als Substrat eignet sich torffreie Kübelpflanzenerde in Premium-Qualität mit grobkörnigen Zuschlagstoffen, wie Blähton oder Lavagranulat und Kokosfasern als Torfersatz. Bemessen Sie einen neuen Kübel so, dass zwischen Wurzelballen und Gefäßrand maximal zwei Finger Platz finden.

Krankheiten, Schädlinge, Pflegefehler

Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler werfen einen Litschibaum aus der Bahn. Ein Blick auf folgende Tabelle offenbart häufige Schadbilder und deren Ursachen. Nützliche Tipps erklären effektive Gegenmaßnahmen für eine zügige Problemlösung:

Schadbild Ursache Was tun?
Braune Blattränder Überdüngung umtopfen, sparsamer düngen
Vertrocknete Blattspitzen Trockenstress täglich besprühen, bedarfsgerecht gießen
Gelbe Blätter Kalküberschuss gießen mit Regenwasser
Weiße Gespinste, silbrige Sprenkel Spinnmilben besprühen, im Gewächshaus bekämpfen mit Raubmilben
Blattabwurf im Winter Kälte, Lichtmangel hell überwintern bei 10°-15° C.

Beliebte Sorten

In den subtropischen Regionen werden zahlreiche Litchi-Sorten angebaut und als Obst nach Deutschland exportiert. Als Saatgut oder Jungpflanzen sind die fernöstlichen Hybriden bei uns nicht erhältlich.

FAQ

Woher kommen Litschis?

Litschis im Obstregal der Supermärkte haben eine lange Anreise hinter sich. Angebaut werden die leckeren Früchte in subtropischen Ländern. Wichtige Lieferanten für Deutschland sind China, Madagaskar, Mauritius, Vietnam, Thailand, Südafrika und Indien.

Ist der Litschibaum winterhart?

Ein Blick auf die Herkunft lässt keine Zweifel entstehen. Der Litschibaum stammt aus subtropischen Ländern und ist nicht winterhart. Seinem kurzfristigen Temperaturminimum von 0° Celsius sollte das exotische Obstgehölz nur im Notfall ausgesetzt werden. In der Regel werden Temperaturen unter 10° Celsius mit dem Abwurf der Blätter quittiert.

Wo wachsen Litschis?

Litschis wachsen auf einem Litschibaum. Der Litschibaum mit dem botanischen Namen Litchi chinensis ist der einzige seiner Art. Innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) bildet das exotische Obstgehölz eine eigene Gattung. Seine begehrten Früchte entwickeln sich aus zahlreichen Einzelblüten, die sich zu großen, gelblich-grünlichen Blütenständen versammeln. Nach einer Reifezeit von drei Monaten baumeln die Fruchtstände mit jeweils 2 bis 30 Litschis an den Ästen.

Wo kann man eine Litschipflanze kaufen?

Einkaufsquellen für Litschipflanzen sind in Deutschland dünn gesägt. Grund sind die hohen Ansprüche an Standort und Pflege. Wir haben uns für Sie umgeschaut und zwei Fachhändler für Litchi chinensis ausfindig gemacht. Bei Flora Toskana können Sie vor Ort in 89278 Nersingen oder im Online-Shop eine veredelte Litschipflanze kaufen. Für ein Bäumchen im 7-Liter-Topf mit 60-80 cm Wuchshöhe zahlen Sie ab 79,90 Euro zuzüglich Versandkosten. Im Online-Shop von zitronenlust.de gibt es sporadisch Litchi chinensis ab 40 Euro zu kaufen.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Yulia YasPe/Shutterstock

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