Schädlinge an der Haselnuss

Die Haselnuss ist ein einheimisches Gehölz, welches gut an die Umweltbedingungen angepasst ist. Sie wird selten von Schädlingen befallen. Es gibt jedoch einige Arten, die gelegentlich bis häufig am Strauch zu beobachten sind. Meist ist eine Bekämpfung nicht notwendig.

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Das Haselnussbohrer-Weibchen bohrt Löcher in Haselnüsse, um ihre Eier abzulegen

Das sind typische Schädlinge:

  • Haselnussbohrer: tritt sehr häufig an den Gehölzen auf
  • Haselnuss-Knospengallmilbe: hat als Schädling eine mittlere Bedeutung
  • Haselnussblattläuse: gehören zu den gelegentlich auftretenden Schadinsekten

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Haselnussbohrer

Die weiblichen Insekten platzieren ihre Eier mit einem Legebohrer in die unreifen Haselnüsse. Pro Nuss entwickelt sich eine Larve, die nach dem Schlüpfen den Kern auffrisst. Eine kleine Einstichstelle deutet im Anfangsstadium auf einen Befall hin. Ausgewachsene Haselnussbohrer ernähren sich von den Blättern. Sobald die Früchte zu Boden gefallen und die Käferlarven ausgewachsen sind, vergrößern sie den Einstich und graben sich in das Erdreich ein, wo sie überwintern.

Was Sie unternehmen können

Breiten Sie ab Ende August ein Kunststoffvlies unter dem Haselnussstrauch aus. Dadurch verhindern Sie, dass sich die Maden in das Substrat zurückziehen können. Kontrollieren Sie den Boden täglich auf herabgefallene Nüsse und entsorgen Sie diese über den Hausmüll. Um die in der Erde befindlichen Schädlinge abzutöten, haben sich SC-Nematoden als hilfreich erwiesen. Diese werden ab September über das Gießwasser verabreicht. Die Maßnahmen reduzieren den Befall durch diese Rüsselkäfer im nächsten Jahr erheblich.

Haselnuss-Knospengallmilbe

Typisch für einen Schädlingsbefall sind die sogenannten Rundknospen. Die Gallmilben befallen frische Knospenanlagen von Juni bis Juli. Ihre Larven induzieren die Bildung von gallenartigen Strukturen, die an Rosenkohl erinnern. Die Gallen dienen den Milbenlarven als Überwinterungsquartier. Oft sind die Knospenblätter abgespreizt, wobei die Knospenentwicklung stagniert. Durch Saugtätigkeiten vergrößern sie sich während der Wintermonate. Ab Mai vertrocknen die verkümmerten Pflanzenteile. Gelegentlich befallen die Schadinsekten auch Blütenanlagen.

Was dagegen hilft

Raubmilben wie Kampimodromus aberrans und coryli gehören zu den natürlichen Feinden. Haselnussgallmilben treten normalerweise nicht in großen Populationen auf. Sie beeinträchtigen einzelne Knospen, sodass der Strauch keine größeren Schäden davon trägt. In den meisten Fällen ist es ausreichend, wenn Sie die befallenen Knospen abschneiden und im Hausmüll entsorgen.

Haselnussblattläuse

Blattläuse siedeln sich im Frühjahr und Sommer auf den Blattunterseiten und an Jungtrieben an. Ihr Körper ist gelblich und transparent oder blassgrün gefärbt, sodass die Schädling gut getarnt sind. Ihre klebrigen Absonderungen, die als Honigtau bezeichnet werden, geben einen Hinweis auf den Schädlingsbefall. Diese dickflüssigen Überzüge bilden einen Nährboden für Rußtaupilze.

Ist ein Bekämpfen sinnvoll?

Da die Pflanzensaftsauger den Haselnusssträuchern nicht gefährlich werden, ist eine Bekämpfung nicht erforderlich. Fördern Sie stattdessen natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen (33,00€ bei Amazon*) in ihrem Garten. Je vielfältiger die Fauna ist, desto besser kann sich ein natürliches Gleichgewicht einstellen und Schädlinge werden automatisch dezimiert.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Sergey Spritnyuk/Shutterstock

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