Lavendel nur vorsichtig düngen

Immer wieder ist der Ratschlag zu lesen, Lavendel müsse alle zwei Wochen gedüngt werden - am besten auch noch mit herkömmlichem Blumendünger. Diese Information - so weit verbreitet sie auch ist - ist allerdings falsch. Lavendel gedeiht in seiner mediterranen Heimat auf sehr kargen, oft steinigen Böden. Regelmäßige Düngung - insbesondere mit stickstoffhaltigen Düngern - sorgt nur dafür, dass die Pflanze zwar zuerst prächtig zu wachsen scheint, dann jedoch aufgrund von Überdüngung eingeht.

Lavendel düngen

Boden vor der Bepflanzung vorbereiten

Damit der Lavendel auch in Ihrem Garten gedeiht, braucht er die aus der Heimat bekannten Voraussetzungen. Dazu gehört, neben einem sonnigen Standort, unbedingt ein durchlässiger, möglichst sandiger Boden. Auch auf steinigen Untergründen wächst die Pflanze gut, weshalb Sämlinge oft in den Ritzen zwischen Pflastersteinen zu finden sind. Schwere, lehmige Böden eignen sich nicht für eine Bepflanzung mit Lavendel und sollten zuvor den Ansprüchen entsprechend verbessert werden. Wenn Sie einen solchen Gartenboden haben, können Sie ihn mit reichlich Sand, Blähton, Ziegelsplit und ähnlichem auflockern. Das ist vor allem auch für das Abfließen des Regenwassers wichtig, denn Lavendel mag keine Staunässe. Auch saure Böden bekommen der Mittelmeerpflanze nicht, die einen alkalischen pH-Wert bevorzugt. Aber auch diese Substrate lassen sich in der Regel mit Urgesteinsmehl oder Lehmpulver aufbessern. Außerdem können Sie vor einer Bepflanzung ein wenig Kompost oder Stallmist sowie Kalk in die Erde einarbeiten – es sei denn, Sie wollen Schopflavendel pflanzen, dann verzichten Sie auf den Kalk.

Ausgepflanzten Lavendel nur einmal jährlich düngen

Im Garten ausgepflanzter Lavendel braucht im Prinzip maximal ein- bis zwei Mal pro Jahr gedüngt zu werden. Die sich breit auffächernden und sehr tief reichenden Wurzeln des Lavendels holen ausreichend Nährstoffe aus der Erde heraus. Düngen Sie den Gartenlavendel höchstens zu Beginn der Vegetationsperiode – also im März / April – mit etwas Kalk sowie mit einem stickstoffarmen Dünger. Stickstoff – der auch in Stallmist, Guano und vielen handelsüblichen Blumendüngern steckt – fördert lediglich das Verkahlen der Pflanze und sollte daher möglichst sparsam eingesetzt werden. Auch auf Mulchmaterial wie beispielsweise Rindenmulch sollten Sie verzichten, denn dieses speichert zu viel Feuchtigkeit. Wucherndes Unkraut können Sie dagegen in Schach halten, indem Sie den Lavendel in ein Kiesbeet setzen.

Topflavendel braucht intensivere Pflege

Im Gegensatz zum Gartenlavendel benötigt der Topflavendel etwas intensivere Pflege, was auch häufigeres Gießen (ausgepflanzter Lavendel muss im Prinzip gar nicht gegossen werden) und gelegentliche Düngergaben beinhaltet. Doch auch hier müssen Sie nicht alle zwei Wochen düngen, denn meist reicht eine Gabe zu Beginn der Vegetationsperiode sowie eine weitere im Juni / Juli. Außerdem sollte Topflavendel mindestens einmal im Jahr in frisches Substrat sowie in einengrößeren Kübel umgepflanzt werden, damit die Pflanze ausreichend Platz hat. Lavendel, der in einem zu kleinen Topf eingepfercht ist, blüht oft nicht oder nur sehr kümmerlich.

Tipps & Tricks

Die Wurzeln des Lavendels brauchen Platz und viel Luft. Halten Sie das Erdreich um die Pflanze herum locker und jäten Sie rechtzeitig Unkraut. Außerdem können Sie Kieselsteine oder Muschelkalk auf den Boden ausbringen – nur nicht beim Schopflavendel, dieser verträgt keinen Kalk.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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