Lärchen als Bonsai kultivieren

Neben der Europäischen Lärche erweist sich die Chinesische Lärche gut für die Formung von Minibäumen. Letztere zeichnet sich durch hellgrünere, weichere und längere Nadeln aus, was den Baum besonders ästhetisch wirken lässt. Die meisten Lärchenarten lassen sich als Bonsai ziehen.

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Die Mini-Lärche wird am besten im zeitigen Frühjahr geschnitten

Diese Ansprüche haben Lärchen

Goldlärchen unterscheiden sich von der Europäischen Lärche durch den erhöhten Wasserbedarf. Außerdem ist die chinesische Art nicht frosthart und erfordert eine Überwinterung im Kalthaus. Während Larix decidua sonnige Verhältnisse mag, braucht Pseudolarix amabilis einen halbschattigen Standort. Ansonsten sind die Bedürfnisse beider Arten ähnlich.

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Wasser

Der Nadelbaum benötigt ganzjährig eine gleichmäßige Bewässerung, sodass die Wurzeln nicht trocken liegen. In den Sommermonaten stellen Sie die Bonsaischale in ein Wasserbad, bis keine Blasen mehr aufsteigen und das Substrat gesättigt ist. Während des Winters reicht die Bewässerung mit der Gießkanne, sobald die Erde an der Oberfläche trocken ist.

Nährstoffe

Sobald die ersten Blätter im Mai austreiben, erfolgt die erste Düngung. Bis in den September erfreut sich die Lärche über eine regelmäßige Nährstoffversorgung im Abstand von zwei bis drei Wochen. Flüssigdünger für Bonsais oder organische Düngerpellets erweisen sich als gut geeignet. In der ersten Zeit sorgt ein stickstoffbetonter Dünger dafür, dass sich kräftig Triebe entwickeln. Im späteren Verlauf der Vegetationsperiode legen die Gewächse Wert auf ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis.

So formen Sie den Bonsai

Lärchen setzen der Fantasie in der Bonsaikunst kaum Grenzen. Sie können sich ausprobieren und viele Ideen umsetzen. Der Nadelbaum erlaubt streng aufrechte Wuchsformen oder Kaskaden. Er kann als Zwillingsstamm oder in der Waldform gezogen werden.

Schneiden

Regelmäßige Schnitteingriffe stellen für die Lärche kein Problem dar. Die ideale Zeit zum Rückschnitt von kräftigen Ästen erstreckt sich vom Winter bis in das zeitige Frühjahr, bevor der neue Blattaustrieb einsetzt. Achten Sie auf einen ausgewogenen Schnitt, der gleichmäßig über die Krone verteilt ist. Wenn Sie immer wieder in den gleichen Bereichen zurückschneiden, vergreisen diese schnell und unschöne Wölbungen entstehen in der Borke.

Schnittmaßnahmen:

  • überzählige und ungünstige Knospen entfernen
  • Zweige auf zwei Blattknospen zurückschneiden
  • Langtriebe einkürzen, sobald diese zehn bis 15 Zentimeter lang sind

Tipps

Da Lärchen als Nadelbäume klebriges Harz produzieren, können Sie auf die Verwendung von Wundverschlussmittel verzichten. Zudem sorgt das Kallusgewebe schnell dafür, dass Wunden verschlossen werden.

Drahten

Jungtriebe haben weiches Holz und sind biegsam. In der Winterruhe lassen sich die Lärchenzweige gut drahten oder abspannen, wenn die Knospen noch fest und weniger empfindlich sind als im Frühjahr. Kontrollieren Sie regelmäßig das Dickenwachstum, denn die Äste verdicken schnell. Nehmen Sie die Drähte rechtzeitig ab, um Spuren in der Rinde zu vermeiden. Wenn Sie den richtigen Zeitpunkt verpasst haben, besteht kein Grund zur Sorge. Da die Borke mit der Zeit schuppig wird, verwachsen die Einschnitte bald.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Rehanna/Shutterstock

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