Lärche – ein ausgeklügeltes Wurzelsystem

Unterhalb der sichtbaren Lärche, tief in der Erde, befindet sich ihr reich verzweigtes Wurzelsystem, das sie jahrhundertelang am Leben erhält. Seine Funktionen sind zahlreich und anspruchsvoll. Ein sicherer Stand gehört ebenso dazu wie die Grundversorgung mit Wasser und Nährstoffen.

laerche-wurzel
Lärchen gehören zu den Herzwurzlern

Robustes Wurzelwerk

Der dicke Stamm und die üppige Krone lassen es schon erahnen, dass sich verborgen in der Erde ein mächtiges Wurzelwerk befinden muss. Nur so ist es möglich, dass dieser prächtige Baum jahrhundertelang Stürme und Trockenheitsperioden meistert, und dabei auch noch so gut versorgt wird, dass er 50 m Höhe erreicht.

Lesen Sie auch

Herzwurzelsystem

Die Lärche wächst von Natur aus frei in Wälder, seltener dagegen in Gärten. Im Wald muss sie sich selbst mit allem Wichtigem versorgen, angefangen von Wasser bis hin zu Nährstoffen. Damit die Versorgung unter unterschiedlichsten Bedingungen klappt, hat sie im Laufe der Evolution ein sogenanntes Herzwurzelsystem entwickelt.

  • Mischform aus tiefen und flachen Wurzeln
  • kräftige, schrägwachsende Hauptwurzeln
  • mit zahlreichen seitlichen Verzweigungen
  • Querschnitt des Wurzelballens erinnert an ein Herz

Die Entwicklung des Wurzelwerks

In ihrer frühen Jugend bildet die Lärche als erstes eine tiefe Pfahlwurzel, die das Bäumchen fest mit dem Boden verankert und ihm so einen sicheren Stand verleiht. Später kommen keine weiteren Pfahlwurzel hinzu, es entwickeln sich aber viele kräftige Wurzeln, die dem Baum noch mehr Stabilität verleihen. Natürlich werden auch die millimeterfeinen Wurzeln gebildet, die für die Nährstoff- und Wasserversorgung zuständig sind.

Anpassung an Bodenbeschaffenheit

Wenn eine Wurzel der Lärche auf Widerstand stößt, dann wechselt sie einfach die Wuchsrichtung. Die Wurzelenergie ist enorm und bahnt sich ihren Weg bis in Tiefen von 2 m. So kommt dieser Baum mit fast jedem Boden zurecht, auch, wenn dieser steinhaltig ist.

Wurzelverkrümmungen und Wurzelverletzungen

Wenn der Weg tief in die Erde mit harten Hindernissen versperrt ist, kommt es zu Verkrümmungen der Wurzeln, da sie praktisch drumherum wachsen müssen. Dabei sind Wurzelverletzungen keinesfalls selten, sie verharzen aber sehr schnell. Wurzelfäule hat kaum eine Chance.

Hinweis:
Wurzelpilze in der Nähe von Lärchenwurzeln sind keine Seltenheit, denn dieser Baum lebt häufig in einer Symbiose mit ihnen.

Raumgreifendes Wurzelwerk

Mit jedem Lebensjahr nimmt die Krone der Lärche immer mehr Raum für sich in Anspruch. Parallel gilt das auch für das Wurzelwerk, obwohl wir das mit unseren Augen nicht sehen können. Diese Tatsache dürfen wir trotzdem nicht außer Acht lassen, sondern schon bei der Pflanzung beachten.

  • großen Abstand zu Grundstücksgrenzen lassen
  • nicht nah an Hausmauern pflanzen
  • Verlauf von unterirdischen Leitungen berücksichtigen

Tipps

Pflanzen Sie einen Lärchenbaum nur in einem großen Garten, da er sich nur da wirklich gut entfalten kann. Für kleinere Gärten wird sich sicher eine geeignetere Baumart finden lassen.

Nachbarbepflanzung

Ein großer Abstand ist auch zu Nachbargewächsen erforderlich, damit ihre Wurzeln sich nicht gegenseitig behindern und in Nährstoffkonkurrenz treten. Der nächste Baum sollte in mind. 5 m Ferne gepflanzt sein.

Damit der Lärchenstandort dennoch begrünt wird, können Sie schwachwurzelnde Bodendecker pflanzen.

Lärche als Bonsai

Die Larix, wie die Lärche botanisch heißt, ist ebenfalls ein beliebter Bonsaibaum. Dabei müssen nicht nur seine oberirdischen Teile ständig geschnitten werden. Immer wenn das Substrat ausgetauscht wird, muss auch ein Teil der Wurzeln weggeschnitten werden.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Sisika/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.