Korallenstrauch pflegen, vermehren und überwintern

Lesen Sie hier einen kommentierten Korallenstrauch-Steckbrief mit Infos zu Winterhärte, Wachstum, Blatt, Blüte und Frucht. Handfeste Tipps rund um die richtige Korallenstrauch-Pflege und Aussaat von Solanum pseudocapsicum.

korallenstrauch
Die hübschen Früchte des Korallenstrauchs sind nicht essbar

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Solanum pseudocapsicum
  • Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • Synonyme: Korallenbäumchen, Korallenkirsche
  • Herkunft: Mittel- und Südamerika
  • Wuchstyp: Strauch
  • Wuchshöhe: 60 cm bis 100 cm
  • Blatt: elliptisch, immergrün
  • Blüte: weiß, unscheinbar
  • Frucht: Beere
  • Giftigkeit: giftig
  • Winterhärte: nicht winterhart
  • Verwendung: Zimmerpflanze, Topfgarten, Sommerbalkon

Winterhärte

Die südamerikanische Herkunft lässt keine Zweifel aufkommen: Ein Korallenstrauch (Solanum pseudocapsicum) ist nicht winterhart. Seine subtropischen und tropischen Heimatregionen erstrecken sich von Mexiko über Brasilien bis nach Argentinien. Dort besiedelt das Korallenbäumchen sonnige Standorte vom Flachland bis in Höhenlagen von 2.600 Metern, wo die Temperaturen selten die 10-Grad-Marke unterschreiten. Temperaturen um den Gefrierpunkt bringen das exotische Gehölz zuverlässig zur Strecke. Das absolute Temperatur-Minimum liegt bei 6° Celsius.

Lesen Sie auch

Wachstum

Ihre ausgeprägte Frostempfindlichkeit kompensiert die Korallenkirsche mit einer ganzjährig dekorativen Performance, gekrönt von einem farbenprächtigen Fruchtschmuck inmitten der dunklen Jahreszeit. Warum das aparte Ziergehölz seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland eine geschätzte Zimmerpflanze ist, erklären diese Eckdaten des Wachstums:

  • Wuchstyp: immergrüner, kleiner Strauch mit zierlichen Blüten und leuchtend roten Beeren.
  • Wuchsform: buschig, aufrecht oder teilweise niederliegend.
  • Wuchshöhe: 60 cm bis 100 cm.
  • Rinde: zunächst grünlich-braun und dicht behaart, später gold-braun und kahl.
  • Gärtnerisch interessante Eigenschaften: mittelschwer zu pflegen, schnittverträglich, hoher Zierwert, giftige Früchte.

Die bunte Welt von Solanum pseudocapsicum als Zimmerpflanze

Blatt

Mit diesem dekorativen Laubkleid setzt sich das Korallenbäumchen als Topfpflanze in Szene:

  • Blattform: gestielt, schmal-elliptisch bis lanzettlich, an beiden Blattenden zugespitzt, Blattränder glatt, gewellt oder gekräuselt.
  • Zwei Größenkategorien: große Blätter 2,5 cm bis 9 cm lang, kleine Blätter 0,9 bis 3,5 cm lang.
  • Blattfarbe: dunkelgrün, oberseits kahl, unterseits spärlich bis dicht behaart.

Ist dem Korallenstrauch die richtige Überwinterung vergönnt, sind seine Blätter immergrün. Im Pflanzensaft ist ein leicht giftiges Alkaloid enthalten, das bei Hautkontakt Juckreiz, Rötungen und Ausschlag verursachen kann.

Blüte

Solanum pseudocapsicum ist eine Zimmerpflanze, die ihre exotische Farbenpracht nicht auf einmal preisgibt. Nach dem Motto „Bescheidenheit ist eine Zier“ erscheinen im Sommer Korallenstrauch-Blüten mit diesen Merkmalen:

  • Blütenstand: gestielt, bestehend aus 1 bis 8 Einzelblüten.
  • Einzelblüte: fünfzählig, sternenförmig, weiß mit gelben Staubblättern.
  • Blütengröße: 1,5 cm bis 2,5 cm im Durchmesser.
  • Blütezeit: Mai/Juni bis Oktober/November.
  • Blütenökologie: zwittrig

Wird das Korallenbäumchen ganzjährig als Zimmerpflanze kultiviert, sollten Sie die blühende Pflanze wiederholt leicht schütteln. Diese Bestäubungsmethode hat sich bewährt bei vielen Nachtschattengewächsen mit einem Dach über dem Kopf, wie Tomaten, Paprika oder Chili. Nur bestäubte Blüten bilden die erhofften Früchte.

Frucht

Im Anschluss an die dezente Blüten-Ouvertüre legt das Korallenbäumchen seine floralen Trümpfe auf den Tisch mit diesen Früchten:

  • Fruchttyp: kugelige Beere am kurzen, holzigen Stiel.
  • Fruchtfarbe: je nach Reifegrad grün, gelb oder leuchtend orangerot.
  • Samen: flach-nierenförmig, blassgelb, 2-3 mm groß, Normal- und Lichtkeimer
  • Besonderheit: sehr giftig

Seinen Status als Giftpflanze hat der Korallenstrauch den Beerenfrüchten zu verdanken. Wichtigstes Toxin ist das Alkaloid Solanocapsin. Bereits der Verzehr von zwei Korallenkirschen kann schwere Vergiftungen verursachen bei Menschen und Haustieren. Typische Symptome sind heftige Übelkeit, qualvolles Erbrechen bis hin zu Herzrasen und Kreislaufkollaps. Für den Familienhaushalt mit Haustieren eignet sich das Korallenbäumchen nicht. Als ungiftige Alternative aus der Familie der Nachtschattengewächse empfehlen sich Cocktailtomaten-Sorten, deren knallrote Minifrüchte zum unbesorgten Naschen einladen.

Exkurs

Korallenstrauch Korallenbaum Unterschiede

Obacht, liebe Zimmergärtner: Wer sich einen Korallenstrauch oder Korallenbaum kaufen möchte, sollte genau hinschauen. Im Handel wird zwischen den beiden Pflanzenarten nicht differenziert. Die teils gravierenden Unterschiede zwischen den tropischen Gehölzschönheiten zeigt folgende Tabelle auf:

  Korallenstrauch Korallenbaum
Botanischer Name Solanum pseudocapsicum Erythrina crista-galli
Familie Nachtschattengewächse Schmetterlingsblütler
Wuchshöhe als Kübelpflanze 40-60 cm, selten bis 100 cm 150- 300 cm
Blätter einfach-elliptisch 3-teilig gefiedert
Blüten unscheinbar 40-50 cm lange Blütenrispen
Blütenfarbe weiß leuchtend scharlachrot
Blütezeit Mai bis Oktober Juli bis September
Früchte leuchtend orangerote Beeren holzige Hülsenfrüchte
Giftigkeit giftig ungiftig

Korallenstrauch pflanzen

In Baumschulen und Gärtnereien können Sie einen pflanzfertigen Korallenstrauch kaufen ab einem Preis von 3,99 Euro. Hobbygärtner favorisieren die Pflanzung nach einer Vermehrung durch Aussaat. Diese Pflanz-Tipps sind gespickt mit wissenswerten Hinweisen:

Aussaat

Keimfreudiges Saatgut ist ab 2 Euro im Fachhandel erhältlich. Das optimale Zeitfenster für die Aussaat ist geöffnet von Mitte Februar bis Anfang Mai. Als Saatgefäß eignet sich eine flache Schale mit transparentem Deckel. Kokoserde ist das ideale Aussaatsubstrat. Weitere wichtige Aussaat-Tipps in Kurzfassung:

  • Standort: zimmerwarmer, heller, nicht vollsonniger Fensterplatz.
  • Keimzeit: 3 bis 6 Wochen bei 22° bis 25° Celsius (mindestens 20° Celsius).
  • Aussaat: Lichtkeimer in 1 cm Abstand aussäen, dünn übersieben, mit Holzbrettchen andrücken.
  • Saat-Pflege: leicht feucht halten, Abdeckung nach der Keimung entfernen, Keimlinge ab einer Wuchshöhe von 7-10 cm flüssig düngen, bis zum Umtopfen alle Triebe zweimal entspitzen für ein buschiges Wachstum.

Mit einer Wuchshöhe von 15 cm werden die Sämlinge umgetopft in Einzeltöpfe und wie adulte Korallensträucher gepflegt.

Pflanzen

Pflanzen Sie einen Korallenstrauch in qualitativ hochwertige Blumenerde ohne Torfanteil mit einem pH-Wert von 5,8 bis 6,5. Als Torfersatz mischen Sie Kokoserde hinzu. Blähton macht sich als Zuschlagstoff nützlich, für eine locker-durchlässige und strukturstabile Pflanzenerde. Bevor Sie das Korallenbäumchen in einen schönen Blumentopf umtopfen, stellen Sie den Wurzelballen samt Anzucht- oder Kaufcontainer in weiches Wasser. Eine gewölbte Tonscherbe über der Bodenöffnung fungiert als Drainage, damit Gießwasser rasch abläuft und die Wurzeln nicht in Staunässe stehen.

Standort

Unter diesen Rahmenbedingungen begeistert ein Korallenstrauch mit leuchtenden Farben:

  • Heller bis absonniger Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  • Luftfeuchte und warme Lage bei optimalen Temperaturen von 18° bis 25° Celsius.
  • Idealerweise von Mai bis September auf dem Balkon.

Wird das Korallenbäumchen mehrjährig kultiviert, sollte der winterliche Standort hell und frostfrei sein bei 8° bis 10° Celsius. Vor dem Ausräumen auf den Balkon beugt eine zweiwöchige Phase der Abhärtung am halbschattigen Standort Blattschäden durch Sonnenbrand vor.

Korallenstrauch pflegen

Hierzulande wird das Korallenbäumchen zumeist einjährig kultiviert. Bei richtiger Pflege mit einer artgerechten Überwinterung kann die tropische Pflanze bis zu zehn Jahre alt werden. Diese Pflege-Tipps fassen zusammen, worauf es wirklich ankommt:

Gießen

  • Vom Frühling bis zum Herbst reichlich gießen für eine gleichmäßige Feuchtigkeit im Topfballen.
  • Im Winter sparsamer gießen (Feuchtigkeitsmesser im Substrat zeigt Gießbedarf an).
  • Kalkarmes Gießwasser direkt auf die leicht angetrocknete Erde laufen lassen, bis sich der Untersetzer füllt.
  • Untersetzer nach 10 bis 20 Minuten ausschütten.
  • Tägliches Besprühen während der Blütezeit fördert die Bildung von Beeren.

Düngen

  • Von März bis Oktober alle 3 bis 4 Wochen einen organischen Flüssigdünger ins Gießwasser geben.
  • Extra-Tipp: flüssiger Tomatendünger fördert die Fruchtbildung am Korallenbäumchen.
  • Umgetopften Korallenstrauch 8 bis 12 Wochen nicht düngen.

Überwinterung

  • Korallenkirsche hell und frostfrei überwintern bei 8° bis 10° Celsius.
  • Wurzelballen nicht austrocknen lassen.
  • Immergrüne Blätter wöchentlich besprühen mit gefiltertem Regenwasser.

Umtopfen

  • Korallenstrauch mit verschrumpelten Beeren nicht wegwerfen, sondern im Februar umtopfen.
  • Altes Substrat abschütteln oder abbrausen.
  • Abgestorbene Wurzeln abschneiden, lebende Wurzeln bei Bedarf zurückschneiden.

Schneiden

  • Nach dem Umtopfen alle Triebe um bis zu 2/3 zurückschneiden.
  • Junge Triebspitzen im Frühling abknipsen für eine buschige Verzweigung.
  • Wichtig: vor der Schnittpflege Handschuhe anziehen zum Schutz vor dem giftigen Pflanzensaft.

Vermehrung

Eine vegetative Vermehrung durch Stecklinge ist möglich. Im Unterschied zur unkomplizierten Aussaat ist zumeist eine hohe Ausfallquote zu beklagen.

Krankheiten, Schädlinge, Pflegefehler

Gelegentlich machen Schädlinge dem Korallenstrauch zu schaffen. Zumeist sind Pflegefehler die Ursache, wenn ein Solanum pseudocapsicum schwächelt. Folgende Tabelle informiert Sie über häufige Schadbilder, typische Ursachen und gibt Tipps für effektive Gegenmaßnahmen:

Schadbild Ursache Was tun?
Eingerollte Blattränder, Blattunterseiten übersät mit Insekten Blattläuse abduschen, Seifen-Spiritus-Lösung spritzen
Silbrige Blattsprenkel, Gespinste in den Blattachseln Spinnmilben abduschen, täglich mit kalkfreiem Wasser besprühen
Braune Blätter, Blattverlust Trockenstress Wurzelballen tauchen, fortan häufiger gießen
Schlaffe Blätter und Zweige, übler Geruch Staunässe umtopfen, sparsamer gießen
Gelbe Blattadern, blasse Farben zu hartes Gießwasser Regenwasser als Gießwasser verwenden
Hellbraune Blattflecken Sonnenbrand Standortwechsel in den Halbschatten
Gelbe, welke Blätter im Sommer Hitzestress Korallenstrauch absonnig aufstellen
Weiches, durchsichtiges Blattgewebe Kälteschock Mindesttemperatur von 6° Celsius beachten

Beliebte Sorten

Zwei schöne Korallenstrauch-Sorten bringen Farbe in die kreative Wohnraumbegrünung:

  • Variegatum: Buntblättriger Korallenstrauch, cremefarben-gelb-grün panaschiertes Laub oder gelbgefleckte Blätter mit weißem Rand, leuchtend-roter Fruchtschmuck zur Winterzeit.
  • New Paterson: aparte Zimmerpflanze mit schmal-elliptischen Blättern, weißen Sternenblüten und orangeroten Früchten, Wuchshöhe 40 cm bis 60 cm.

FAQ

Ist ein Korallenbäumchen giftig?

Alle Nachtschattengewächse sind giftig. Das Korallenbäumchen (Solanum pseudocapsicum) macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Primär die leuchtend orangeroten Beeren enthalten eine hohe Giftkonzentration. Schon der Verzehr von zwei kleinen Korallenkirschen verursacht schwerste Vergiftungserscheinungen. Gefährdet sind in erster Linie Kinder und Haustiere, die den appetitlichen Früchten nicht widerstehen können.

Mit welchem Wasser wird die Korallenkirsche gegossen?

Verwenden Sie als Gießwasser bitte überwiegend gefiltertes, gesammeltes Regenwasser. Alternativ eignet sich gut abgestandenes Leitungswasser mit Zimmertemperatur. Mit einem einfachen Trick können Sie den Kalkgehalt in hartem Leitungswasser senken. Befüllen Sie ein Baumwollsäckchen mit 1 Liter Torf. Den Torfbeutel hängen Sie für zwei bis drei Tage in eine volle 10-Liter-Gießkanne.

Ist der Korallenstrauch winterhart?

Nein, der Korallenstrauch (Solanum pseudocapsicum) ist ein Nachtschattengewächs aus Mittel- und Südamerika. In seinen Heimatregionen hat der Strauch nicht gelernt, sich gegen frostige Kälte zu behaupten. Das Temperaturminimum liegt mit 6° Celsius deutlich über dem Gefrierpunkt. Aus diesem Grunde ist ein Korallenstrauch in Mitteleuropa nicht winterhart. Bei heller, frostfreier Überwinterung kann die Korallenkirsche als Zimmerpflanze bis zu zehn Jahre alt werden.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Olga Korica/Shutterstock