Lochfraß am Kirschlorbeer – ist das tatsächlich ein Schädling?

Entdecken Sie Löcher in den Blättern des Kirschlorbeer, handelt es sich in den wenigsten Fällen um einen Schädling, wie viele Gartenbesitzer vermuten. Vielmehr sind die kreisrunden Löcher eine Folge der Schrotschusskrankheit, einer weit verbreiteten Pilzerkrankung. Sie befällt neben dem Kirschlorbeer auch Steinobstarten wie Zwetschge, Kirsche, Pfirsich oder Mandel.

Kirschlorbeer Lochfrass

Schrotschuss erkennen

Dass kein Schädling verantwortlich ist für den Lochfraß erkennen Sie daran, dass die Blätter unterschiedliche Krankheitsstadien zeigen:

  • Auf den jungen Blättern finden sich aufgehellte Punkte.
  • Diese verfärben sich nach einigen Tagen rotbraun.
  • Die Blattoberfläche dünnt sichtbar aus.
  • Die Pflanze stößt das erkrankte Gewebe ab, zurück bleiben die typischen Löchern.

Die Nektardrüsen des Kirschlorbeer sehen Schrotschuss täuschend ähnlich

Entdecken Sie auf der Unterseite der Blätter entlang der Blattspreite einige dunkle Punkte, handelt es sich meist nicht um Schrotschuss. Aus diesen extrafloralen Nektarien sondert die Lorbeerkirsche süße Pflanzensäfte ab. Die Drüsen sind zunächst als dunkelgrüne Punkte erkennbar, die sich im Laufe der Zeit durch harmlose Rußtaupilze bräunlich verfärben. Pro Blatt finden sich je nach Kirschlorbeer-Art zwischen vier und zehn dieser Nektardrüsen.

Die Pilzerkrankung im Frühstadium eindämmen

Bevor Sie zur chemischen Keule greifen um den Schrotschuss einzudämmen lohnt es sich, den Pilz zunächst mit biologischen Mitteln zu bekämpfen.

Schneiden Sie alle befallenen Pflanzenteile gründlich aus. Dabei sollten Sie auf einen lockeren Aufbau der Sträucher achten, damit die Blätter rasch abtrocknen können. Das auf die Erde gefallene Laub des Kirschlorbeer muss ebenfalls konsequent entfernt werden. Entsorgen Sie sowohl das Schnittgut als auch die Blätter im Hausmüll, da die Pilzsporen im Kompost überleben.

Um die Sträucher zu stärken empfiehlt es sich, diese im Anschluss mit Langzeitdünger wie Hornspänen, reifem Mist oder Kompost zu düngen. Auch Spritzungen mit Schachtelhalm zeigen gute Erfolge.

Lässt sich die Krankheit nicht eindämmen helfen Fungizide

Befällt der Pilz trotz dieser Maßnahmen den Kirschlorbeer erneut, erhalten Sie im Handel hochwirksame Spritzmittel gegen die Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophalia).

Tipps & Tricks

Angefressene Blätter an der Lorbeerkirsche könnten auch vom Dickmaulrüssler stammen. Der nachtaktive Käfer knabbert jedoch nahezu ausschließlich an den Blatträndern und verursacht Buchtenfraß. Dadurch ist das Schadbild des Dickmaulrüsslers gut von dem der Schrotschusskrankheit zu unterscheiden.

Text: Sabine Kerschbaumer
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