Keulenlilie pflanzen und pflegen

Lesen Sie hier im kommentierten Keulenlilie-Steckbrief Wissenswertes zu Wachstum, Blüte, Blatt und Winterhärte. Viele Tipps rund um die richtige Pflanzung und Keulenlilie-Pflege als Kübelpflanze.

keulenlilie
Die Keulenlilie verträgt nur kurzzeitig Minusgrade

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cordyline australis
  • Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • Herkunft: Neuseeland, Australien
  • Wuchstyp: immergrüne verholzende Pflanze
  • Wuchsform: einstämmig, dichter Blattschopf
  • Wuchshöhe: 100 cm bis 300 cm
  • Blatt: schwertförmig
  • Blüte: Rispe
  • Frucht: Beere
  • Winterhärte: bedingt winterhart
  • Giftigkeit: ungiftig
  • Verwendung: Kübelpflanze

Wachstum

Die Keulenlilie (Cordyline australis) ist eine von 24 Pflanzenarten aus der Gattung Keulenlilien (Cordyline) innerhalb der Familie Spargelgewächse (Asparagaceae). Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird die aus Neuseeland stammende Cordyline australis in Europa als dekorative Kübelpflanze sehr geschätzt. Mit diesem Wachstum vereint die Keulenlilie alle Eigenschaften, die sich Hobbygärtner von einer ganzjährig-repräsentativen Zierpflanze wünschen:

  • Wuchstyp: ausdauernde, immergrüne, krautige, verholzende Pflanze mit sehenswerten Blütenständen.
  • Wuchsform: aufrechte, einstämmige Sprossachse mit endständiger Blattrosette, ähnlich einer Palme.
  • Wuchshöhe als Kübelpflanze: 100 cm bis 300 cm.
  • Wuchshöhe im neuseeländischen Habitat: 1.000 cm bis 1.200 cm.
  • Wurzeln: keulenförmige, weiße, essbare Speicherknollen.
  • Gärtnerisch interessante Eigenschaften: extrem robust, pflegeleicht, standorttolerant, bedingt winterhart, duftende Blüten, schnittverträglich, ungiftig, akkurat-architektonisches Erscheinungsbild.

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Blüte

Im Sommer putzt sich die Keulenlilie heraus mit dieser duftenden Blütenpracht:

  • Blütenstand: reich verzweigte, bis 100 cm lange Rispen mit zahlreichen Einzelblüten.
  • Einzelblüte: dreizählig, röhrenförmig.
  • Blütenfarbe: rahmweiß
  • Blütenökologie: zwittrig

Als Kübelpflanze legt die Keulenlilie erst im fortgeschrittenen Alter zum ersten Mal ihr duftig-weißes Blütenkleid an. Bestäubte Blüten verwandeln sich in 6 mm kleine Beerenfrüchte. Die darin enthaltenen schwarzen Samen sind Dunkelkeimer.

Blatt

Mit diesen Blatt-Eigenschaften macht die Keulenlilie ihrem Ruf als prächtige Blattschmuckpflanze alle Ehre:

  • Blattform: schwertförmig
  • Blattgröße: 70 cm bis 120 cm lang, 5 cm bis 6 cm breit.
  • Blattfarbe: Ursprungsart grün, Sorten rot bis dunkel-karminrot oder grün-weiß-cremefarben gefärbt.
  • Konsistenz: ledrig
  • Besonderheit: essbar

Immergrüne Keulenlilien-Blätter haben nicht das ewige Leben gepachtet. Im Laufe der Jahre trocknen die unteren Blätter ein, lassen sich abziehen und geben den Blick frei auf die verholzte, stammähnliche Sprossachse.

Winterhärte

Die Keulenlilie verträgt ein kurzzeitiges Temperaturminimum von – 5° Celsius. Auf Dauer übersteht die Pflanze Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht. Aus diesem Grunde wird Cordyline australis hierzulande als Kübelpflanze kultiviert.

Keulenlilie pflanzen

Dank ihrer hohen Wertschätzung als imposante Zierpflanzen gibt es pflanzfertige Keulenlilien nahezu ganzjährig zu kaufen. Preisgünstiger gelingt die Pflanzung nach einer Vermehrung durch Stecklinge oder Aussaat. Der richtige Standort drinnen oder draußen ist schnell gefunden. Lesen Sie hier wissenswerte Pflanz-Tipps:

Vermehrung

Erfolgversprechend ist die vegetative Vermehrung durch Stecklinge. Zeitaufwändig und mit hoher Ausfallquote gestaltet sich die generative Vermehrung durch Aussaat. Die jeweilige Vorgehensweise zum Nachlesen in Kurzfassung:

  • Im Frühsommer 10-20 cm lange Triebspitzen als Stecklinge schneiden, in Kokoserde unter Folie bei 24° bis 28° Celsius bewurzeln und nicht austrocknen lassen.
  • Ganzjährig dunkelkeimende Samen 1,5 cm tief in Saaterde säen und im beheizbaren Anzuchtkasten bei 28° bis 30° Celsius innerhalb von 6 Wochen bei hoher Luftfeuchtigkeit keimen lassen.

Pflanzung

Als Substrat eignen sich hochwertige Kübelpflanzenerde und ein Mix aus torffreier Blumenerde, Kokoserde als Torfersatz sowie eine Handvoll Lavagranulat.(14,00€ bei Amazon*) So pflanzen Sie eine Keulenlilie richtig:

  1. Kübelboden mit Blähton oder Tonscherben bedecken als Drainage.
  2. Eingetopften Wurzelballen in Regenwasser stellen, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen.
  3. Ausgetopfte Keulenlilie einpflanzen unter Wahrung der bisherigen Pflanztiefe mit einem Gießrand.
  4. Blumenerde andrücken und durchdringend gießen.

Extra-Tipp: Legen Sie ein wasser- und luftdurchlässiges Vlies zwischen Drainage und Substrat.

Standort

Gerne leistet Ihnen die Keulenlilie ganzjährig als Zimmerpflanze Gesellschaft in Wohn- und Arbeitsräumen, Wintergärten und Eingangsbereichen. Für die warme Jahreszeit wünscht sich die Kübelpflanze einen Standortwechsel auf den Balkon. Das sind die perfekten Rahmenbedingungen:

  • Ursprungsart Cordyline australis: sonnig, gerne gelegentlich mit direkter Sonneneinstrahlung für intensive Blattfarben.
  • Buntlaubige Sorten sowie Cordyline fruticosa: hell bis halbschattig mit Schattierung gegen pralle Sonne.
  • Optimale Temperaturen von April bis Oktober: ab 18° Celsius aufwärts.
  • Vorteilhaftes Temperaturniveau von November bis März: um 12° Celsius (Cordyline australis) oder 16°-18° Celsius (Cordyline fruticosa).
  • Ganzjährig eine hohe Luftfeuchtigkeit oberhalb von 40 Prozent.

Exkurs

Keulenlilie Drachenbaum Unterschied

Keulenlilie (Cordyline) und Drachenbaum (Dracaena) sehen sich mit ihren schwertförmigen Blattschöpfen zum Verwechseln ähnlich. Erst bei näherem Hinsehen erschließen sich auch dem ungeübten Auge diese Unterschiede: Als Kübelpflanze bildet die Keulenlilie eine einstämmig-unverzweigte Sprossachse mit weißen, dicken Wurzeln. Der Drachenbaum gedeiht im Kübel zumeist mehrstämmig-verzweigt mit dünnen, gelblich-orangefarbenen Wurzeln.

Keulenlilie pflegen

Keulenlilien wird eine anspruchslose Pflege attestiert. Man sagt, die Kübelpflanzen seien robust, „wie ein alter Lederstiefel“. Ein Blick auf diese Pflege-Tipps lohnt sich dennoch für eine Cordyline australis in Bestform:

Gießen

  • Wurzelballen zu keiner Jahreszeit austrocknen lassen.
  • Fühlbar angetrocknetes Substrat (Fingerprobe) durchdringend gießen, bis sich der Untersetzer füllt.
  • Untersetzer zeitnah ausschütten oder mit Blähton (19,00€ bei Amazon*) füllen als ergänzenden Schutz gegen Staunässe.
  • Für die Wasserversorgung kalkarmes Gießwasser verwenden (Regenwasser, abgestandenes Leitungswasser).
  • Blattschopf gelegentlich mit weichem Wasser besprühen.

Düngen

Von April bis Oktober wird die Keulenlilie wöchentlich mit einem Flüssigdünger für Grünpflanzen gedüngt. Während der dunklen Jahreszeit zwischen November und März geben Sie den Grünpflanzendünger in halber Konzentration alle sechs Wochen ins Gießwasser.

Schneiden

Eine regelmäßige Schnittpflege ist nicht nötig. Bei Bedarf können Sie die Keulenlilie schneiden, wie einen Drachenbaum. Das sind die wichtigsten Kriterien für den richtigen Schnitt:

  • Bester Zeitpunkt: im Frühjahr (kleine Korrekturen sind ganzjährig möglich).
  • Schnittwerkzeug: Messer, Garten- und Astschere oder Klappsäge; immer frisch geschärft und desinfiziert.
  • Schnittführung: Trieb oder Sprossachse mit einer Hand stabilisieren, Schneidwerkzeug ansetzen kurz über einem Blatt, schlafenden Auge oder einer Knospe.

Welke Blätter schneiden Sie bitte nicht ab. Warten Sie ab, bis ein Keulenlilien-Blatt vollständig abgestorben ist und sich ganz einfach abziehen lässt. Auf diese Weise verfahren Sie auch mit den verblühten Rispen. Ihre Geduld wird belohnt mit einer dichtbuschigen Verzweigung. An den Stellen verwelkter Blütenrispen wird sich nach einiger Zeit der Trieb gabeln.

Überwintern

Aufgrund einer stark eingeschränkten Winterhärte ist die Keulenlilie angewiesen auf eine frostfreie Überwinterung. Die Rahmenbedingungen kamen bereits an verschiedenen Stellen zur Sprache. In folgenden Zeilen lesen Sie eine kompakte Zusammenfassung. So überwintern Sie Cordyline australis richtig:

  • Keulenlilie als Kalthausart hell und kühl überwintern bei Temperaturen zwischen 5° und 15° Celsius.
  • Winter-Pflege: sparsamer gießen, regelmäßig besprühen, alle 6 Wochen flüssig düngen.

Als Winterquartiere für Cordyline australis eignen sich ein temperiertes Gewächshaus und helles Treppenhaus sowie ein Überwinterungszelt mit Frostwächter oder ungeheizter Wintergarten. Im Gegensatz dazu ist die ebenfalls als Kübelpflanze beliebte Cordyline fruticosa eine Warmhausart, die vorzugsweise bei normalen Zimmertemperaturen zu überwintern ist.

Umtopfen

Alle zwei bis drei Jahre profitiert die Keulenlilie von einem größeren Topf mit frischer Kübelpflanzenerde. Bester Zeitpunkt zum Umtopfen ist im Frühjahr, idealerweise im März oder April. Wählen Sie das neue Gefäß bitte nicht zu groß. Zwischen Wurzelballen und Topfrand sollten nicht mehr als zwei Finger passen. In der Folgezeit wird die Keulenlilie nicht gedüngt, bis die Nährstoffvorräte im Substrat nach sechs bis acht Wochen verbraucht sind.

Krankheiten, Schädlinge, Pflegeprobleme

Ist eine Keulenlilie geschwächt durch Ballentrockenheit oder Staunässe, nutzen listige Schädlinge die Gunst der Stunde. Es sind in erster Linie Versäumnisse bei der Wasserversorgung, die für Probleme sorgen. Folgende Tabelle beschreibt häufige Schadbilder mit ihren Ursachen und gibt Tipps für ungiftige Gegenmaßnahmen:

Schadbild Ursache Gegenmaßnahme
Braun-gelbe Höcker und Blattflecken Schildläuse (Coccoidea) Seifen-Spiritus-Lösung spritzen
Gespinste, weiße Punkte Spinnmilben (Tetranychidae) kräftig abduschen (Wurzelballen in Folie packen)
Winzige Insekten, klebrige Blätter Blattläuse (Aphidoidea) abduschen, Seifen-Spiritus-Lösung spritzen
Akkordeonfalten Wassermangel Wurzelballen tauchen, häufiger gießen und besprühen
Schlaffe Blätter, fauliger Geruch Staunässe umtopfen, sparsamer gießen
Vergilbte Blätter zu hartes Gießwasser kalkarmes Gießwasser verwenden

Beliebte Sorten

Diese schönen Keulenlilien-Sorten und Arten wetteifern um einen Platz drinnen oder draußen als repräsentative Kübelpflanze:

  • Atropurpurea: begeistert mit bordeauxroten, länglich-schmalen Blättern und weißen Blütenrispen, Wuchshöhe bis 300 cm.
  • Variegata: Premium-Sorte punktet mit gelb-grün gestreiften, schwerförmigen Schmuckblättern, Wuchshöhe bis 300 cm.
  • Red Star: Rote Keulenlilie mit dunkelroten bis violetten Schwertblättern und palmenähnlicher Statur.
  • Cordyline fruticosa syn. Cordyline terminalis: rosettenartige Wuchsform, prahlt mit lanzettlichen, bis 50 cm langen Blättern und purpurfarbenem Blattrand, Wuchshöhe 100-200 cm, Wuchsbreite 100-150 cm.
  • Cordyline fruticosa ‚Amabilis‘: prächtige Keulenlilie mit glänzend-bronzefarbenen, rosa schimmernden, sehr breiten, cremefarben umrandeten Blättern.

FAQ

Ist Cordyline australis winterhart?

Die Cordyline australis ist in unseren Breiten nur bedingt winterhart. Wird die Kübelpflanze kurzzeitig Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bis – 5° Celsius ausgesetzt, verkraftet sie den Kälteschock ohne nennenswerte Blessuren. Am besten überwintert das neuseeländische Spargelgewächs hell und frostfrei bei Temperaturen um 12° Celsius.

Ist die Keulenlilie giftig?

Nein, die Keulenlilie ist nicht giftig. Im Gegenteil sind einige Pflanzenteile essbar. Die Ureinwohner Neuseelands bereiten aus den Blättern ein schmackhaftes Gemüse. Der Wurzelballen wird gebacken serviert. Aus den stärkehaltigen Stängeln gewinnen die Maori ein Süßungsmittel. Vor diesem Hintergrund sind Cordyline-Arten die idealen Zierpflanzen für den Familiengarten mit Haustieren.

Meine Keulenlilie hat braune Blätter. Was tun?

Mit braunen Blättern reagiert die Keulenlilie auf verschiedene Standort- und Pflegeprobleme. Häufigste Ursache ist eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Sprühen Sie in diesem Fall den Blattschopf regelmäßig ein. Verwenden Sie hierzu kalkarmes Wasser. Fernerhin nehmen die Blätter eine braune Farbe an, wenn der Wurzelballen ausgetrocknet ist oder in Staunässe steht. Sofern Sie Ballentrockenheit feststellen, tauchen Sie die Wurzeln in zimmerwarmes Regenwasser. Zeichnet sich Staunässe als Ursache ab, sollten Sie die leidende Keulenlilie zeitnah umtopfen und fortan sparsamer gießen.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: NatalieSchorr/Shutterstock

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