Johanniskraut ernten und verwerten

Als Heilpflanze wird das Johanniskraut schon seit über 2.000 Jahren geschätzt. Ende Juni erscheinen die charakteristisch strahlend gelben Blüten, dann ist auch die Zeit zum Sammeln gekommen. Wie Sie die Heilpflanzen des Jahres 2019 richtig ernten und verwenden, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Von Juni bis August kann blühendes Johanniskraut geerntet werden

Johanniskraut bestimmen

Möchten Sie wild wachsende Exemplare als Heilkraut nutzen ist es wichtig, diese zweifelsfrei zu identifizieren:

  • Die Blüte: Das Johanniskraut hat fünf Blütenblätter, die wie kleine Haarbüschel wirken. Zerreiben Sie diese zwischen den Fingern, tritt roter Saft aus.
  • Die Blätter: Diese sind ein bis drei Zentimeter groß und oval. Halten Sie diese gegen das Licht, können Sie vereinzelte helle und dunkle, punktförmige Stellen erkennen.
  • Die Beeren: Diese erscheinen im August. Sie sind zunächst rot, später schwarz gefärbt.

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Johanniskraut sammeln

Ob wild oder im Garten wachsend: Sobald das echte Johanniskraut in voller Blüte steht, kann geerntet werden. Schneiden Sie die langen Stiele etwa eine Handbreit über dem Boden ab.

Die Konservierung der Heilpflanze

Johanniskraut können Sie sowohl trocknen als auch in Öl einlegen. Vor der Weiterverarbeitung wird das Heilkraut von grobem Schmutz befreit, allerdings nicht gewaschen, da Wasser dem Kraut wertvolle Aromen entzieht.

Die Herstellung von Rotöl

  • Die Stängel mit den Blüten grob zerkleinern.
  • In ein Glasgefäß füllen und mit dem Mörser anquetschen.
  • Mit Olivenöl oder Sonnenblumenöl, bevorzugt aus biologischem Anbau, übergießen.
  • Verschließen und für sechs bis acht Wochen in die Sonne stellen.

Hat das Öl eine kräftig rote Farbe angenommen, abseihen und in Glasflaschen umfüllen. Das Rotöl ist etwa ein Jahr haltbar.

Johanniskraut trocknen

Binden Sie die Zweige zu lockeren Bündeln zusammen und hängen Sie diese an einem luftigen Ort auf.

Wie wirkt Johanniskraut?

Das Rotöl ist ein bewährtes Hausmittel, das durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften die Wundheilung beschleunigt. Auch bei leichten Verbrennungen, Verstauchungen und Prellungen wirkt es lindernd.

Den stimmungsaufhellenden Einfluss der Heilpflanze können Sie sich in Form eines Aufgusses zunutze machen. Übergießen Sie zwei Teelöffel Johanniskraut mit 150 Milliliter Wasser und lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen. Trinken Sie hiervon morgens und abends ein bis zwei Tassen.

Tipp

Bitte beachten Sie, dass Johanniskraut die Wirkung mancher Arzneistoffe abschwächen kann. Dies gilt unter anderem für Blutgerinnungshemmer und die Antibabypille. Nehmen Sie regelmäßig Arzneimittel ein, sollten Sie die innerliche Anwendung von Johanniskraut unbedingt mit Ihrem Arzt abstimmen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Irina999petrova/Shutterstock