Gartengestaltung

Gartenpavillon selber bauen: Schritt für Schritt Anleitung

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Ein Gartenpavillon bietet Schutz und Privatsphäre im Grünen. Diese Bauanleitung erläutert detailliert die Errichtung eines Pavillons – von der Planung über die Gründung bis hin zur Dacheindeckung.

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Ein Gartenpavillon verleiht dem Garten einen asiatischen Hauch

Planung und Vorbereitung

Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung sind essentiell, um den Bau eines Gartenpavillons erfolgreich zu gestalten.

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Standortwahl und Genehmigungen

Wählen Sie einen ebenen und ausreichend großen Standort, an dem Sie komfortabel arbeiten können. Überprüfen Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist.

Abmessungen und Skizzen

Legen Sie die Maße für Ihren Pavillon fest und erstellen Sie eine präzise Skizze. Dies hilft Ihnen nicht nur bei der visuellen Vorstellung, sondern auch bei der Materialplanung. Eine Höhe von mindestens 2 Metern garantiert ausreichend Kopffreiheit, während eine Grundfläche von etwa 3×3 m bis 4×4 m Stabilität bietet.

Material- und Werkzeugliste

Bereiten Sie eine Liste aller benötigten Materialien und Werkzeuge vor. Hier eine grundlegende Übersicht:

Materialien:

  • Holzpfosten: 4 Stück als Eckpfosten, 4 Stück als Querbalken, 2 Stück für diagonale Aussteifungen
  • Bodenhülsen: 4 Stück, je nach Fundament Einschlagbodenhülsen oder Pfostenträger
  • Befestigungsmaterial: Schrauben, Unterlegscheiben, ggf. Dübel
  • Holzschutzmittel: Lasur oder Wetterschutzfarbe

Werkzeuge:

  • Akkuschrauber
  • Bohrer
  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Säge
  • Hammer

Fundament

Je nach Bodenbeschaffenheit und Stabilitätsanforderungen benötigen Sie ein geeignetes Fundament:

  • Punktfundament: Bestens geeignet für tragfähige Böden. Heben Sie Löcher an den Eckpunkten aus, füllen diese mit Beton und setzen Pfostenanker ein.
  • Streifenfundament: Eignet sich für weiche Böden. Gräben entlang der markierten Linien ausheben, Beton einfüllen und glätten.
  • Fundamentplatte: Optimal für maximale Stabilität. Eine durchgehende Betonplatte bietet eine ebene Auflagefläche.

Budget und Zeitplan

Erstellen Sie einen realistischen Kosten- und Zeitplan. Kalkulieren Sie Materialien, Werkzeuge und eventuelle Handwerker inklusive Trockenzeiten des Fundaments und bürokratische Hürden.

Fundament erstellen

Ein stabiles Fundament sichert die Standfestigkeit Ihres Pavillons. Je nach Bodenbeschaffenheit und Pavillongröße eignen sich folgende Fundamenttypen:

Punktfundament

Befolgen Sie diese Schritte für ein Punktfundament:

  1. Boden ebnen und Markierungen setzen.
  2. Löcher ausheben, mindestens 80 cm tief und 20 cm breit.
  3. Beton einfüllen und verdichten.
  4. Pfostenanker einsetzen.

Streifenfundament

Für weiche Böden empfiehlt sich ein Streifenfundament:

  1. Grundfläche abstecken.
  2. Graben ausheben, etwa 30 cm breit und 80 cm tief.
  3. Eine Schalung in den Gräben platzieren, dann den Beton gleichmäßig eingießen und glätten.

Fundamentplatte

Eine Fundamentplatte bietet maximale Stabilität:

  1. Fläche vorbereiten, etwa 20 cm tief ausheben und eine 10 cm dicke Schotterschicht einfüllen.
  2. Schalung aufbauen und Bewehrungsmatten einlegen.
  3. Beton gießen und glätten.

Pfosten aufstellen

Nachdem das Fundament ausgehärtet ist, können Sie die Pfosten aufstellen.

Bodenhülsen oder Pfostenträger befestigen

  1. Markieren Sie die genauen Positionen der Eckpfosten auf dem Fundament.
  2. Verankern Sie Bodenhülsen oder Pfostenträger gemäß den Anweisungen.
  3. Kontrollieren Sie regelmäßig die Senkrechte mit einer Wasserwaage.

Pfosten einsetzen und sichern

  1. Behandeln Sie die unteren Schnittkanten der Pfosten mit Holzschutzmittel.
  2. Setzen Sie die Pfosten in die Hülsen, richten sie aus und fixieren sie mit Schrauben.
  3. Überprüfen Sie abschließend alle Ausrichtungen und Befestigungen.

Rahmenkonstruktion

Nun, da die Pfosten feststehen, bauen Sie die Rahmenkonstruktion.

Querbalken anbringen

  1. Bohrlöcher in den Querbalken vorbohren, um Splittern zu verhindern.
  2. Querbalken an den oberen Enden der Pfosten ausrichten und befestigen.
  3. Verbleibende Querbalken montieren und Ausrichtung überprüfen.

Aussteifungen anbringen

  1. Diagonalstreben auf 45° zuschneiden und vorbohren.
  2. Diagonalstreben montieren, um zusätzliche Stabilität zu gewährleisten.
  3. Gesamte Konstruktion auf Stabilität prüfen und gegebenenfalls nachjustieren.

Dachkonstruktion

Die Wahl der Dachform beeinflusst sowohl Ästhetik als auch wetterbedingten Schutz.

Flachdach

  1. Dachsparren an den Querbalken befestigen.
  2. Dachlatten quer zu den Dachsparren montieren.

Satteldach

  1. Firstbalken befestigen und Dachsparren im geeigneten Winkel zuschneiden.
  2. Dachsparren beidseitig am Firstbalken und den Querbalken anbringen.
  3. Dachlatten quer zu den Sparren montieren.

Pultdach

  1. Einhängesparren an der höheren Seite befestigen.
  2. Dachlatten quer zu den Sparren montieren, auf Neigung achten.

Allgemeine Hinweise

  • Wählen Sie geeignete Materialien wie Dachpappe, Bitumenschindeln oder Polycarbonatplatten.
  • Achten Sie auf ausreichende Dachneigung und planen Sie einen Überstand ein, um Spritzwasser abzuleiten.

Dacheindeckung

Für die Dacheindeckung stehen mehrere Optionen zur Verfügung:

  1. Dachpappe: Günstig, mäßig langlebig. Bahnen überlappen und verkleben.
  2. Bitumenschindeln: Moderat in Kosten und langlebig. Einfach zu installieren.
  3. Dachziegel: Teuer, aber sehr langlebig. Erfordert geschickte Handwerksarbeit.
  4. Polycarbonatplatten: Moderat bis hoch in Kosten und langlebig. Lichtdurchlässig und einfach zu montieren.
  5. Holzschalung: Ästhetisch ansprechend, moderate Kosten. Überlappend montieren und abdichten.

Achten Sie darauf, dass das Dach ausreichend Neigung hat und bei Bedarf spezielle Schrauben und Dichtungsringe verwenden.

Seitenwände (optional)

Um zusätzlichen Schutz und Privatsphäre zu schaffen, können Sie Seitenwände einplanen.

  • Holzlattenwände: Vertikale Latten bieten eine solide und natürliche Abgrenzung.
  • Drehbare Lamellenwände: Regulieren Sie flexibel Sonneneinstrahlung und Belüftung.
  • Stoffbahnen: Einfache Befestigung für Schutz vor Sonne und leichtem Regen.
  • Kunststoffwände: Dauerhafter Wetterschutz, robust und pflegeleicht.

Achten Sie auf die Verwendung wetterbeständiger Materialien und eine präzise Befestigung.

Holzschutz

Zu guter Letzt ist ein zuverlässiger Holzschutz entscheidend für die Langlebigkeit Ihres Pavillons.

Holzvorbereitung

  1. Reinigen Sie das Holz gründlich.
  2. Stellen Sie sicher, dass es trocken ist.
  3. Schleifen Sie raue Stellen glatt.

Grundierung

  1. Tragen Sie eine Grundierung auf, um Feuchtigkeit und Fäulnis zu verhindern.
  2. Lassen Sie die Grundierung gut trocknen.

Holzschutzmittel

  1. Lasur: Schützt vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung, natürliche Holzoptik bleibt erhalten.
  2. Wetterschutzfarbe: Deckend, schützt vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung, ermöglicht farbige Gestaltung.
  3. Holzöl: Pflegt das Holz und schützt es vor Witterungseinflüssen.

Bodennahe Bereiche

Verkleiden Sie die unteren Pfosten mit Dachpappe oder speziellen Schutzlackierungen.

Regelmäßige Wartung

Führen Sie jährliche Kontrollen durch und frischen Sie den Holzschutz bei Bedarf auf.

Eine gründliche Pflege verlängert die Lebensdauer Ihres Gartenpavillons erheblich und sorgt für viele Jahre Freude im Grünen.

Bilder: Artography / Shutterstock