Gartenhaus Eigenbau
Der Bau eines Gartenhauses ist komplexer als er auf den ersten Blick scheint

Ein Gartenhaus selber bauen – die tolle Alternative zu Fertig-Bausätzen

Sie wissen nicht wohin mit Gartengeräten und Fahrrädern, wünschen sich auf einem großzügigen Grundstück einen heimeligen zweiten Freisitz oder einen gemütlichen Aufenthaltsraum für Grillfeste? Dann ist ein Gartenhaus ideal, das sich individuell geplant mit ein wenig handwerklichem Geschick problemlos im Selbstbau errichten lässt. Das macht nicht nur sehr viel Spaß, eine in Eigenregie gebaute Laube lässt sich auch prima an die Größe des Gartens und die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Mit unserer Schritt-für-Schritt Anleitung steht dem DIY-Häuschen nichts mehr im Wege.

Nächster Artikel Benötigt man für ein Gartenhaus wirklich eine Baugenehmigung?

Der Bauplan

Selbstverständlich können Sie, ein wenig Hintergrundwissen vorausgesetzt, den Plan für den Eigenbau selbst zeichnen und so Ihre Wünsche perfekt umsetzen. Alternativ gibt es im Internet günstig Baupläne für verschiedenste Häuser.

Achtung:

Ist die Laube genehmigungspflichtig, muss der Bauplan von einem Architekten oder Bauingenieur unterzeichnet werden.

Die Baugenehmigung

Ob Sie ein Gartenhaus ohne diese errichten dürfen oder ob Sie zuvor eine Baugenehmigung einholen müssen, ist in den Vorschriften der jeweiligen Landesbauverordnungen festgelegt. Sind Sie unsicher, ist es in jedem Fall ratsam, mit dem Bauplan die zuständige Behörde aufzusuchen.

Ist das Haus aufgrund der:

  • Größe oder Höhe
  • Geländebeschaffenheit
  • oder Einrichtung (sanitäre Anlagen, Heizung)

genehmigungspflichtig, muss die Behörde den von Architekt oder Bauingenieur gezeichneten Plan in jedem Fall vor Baubeginn bewilligen.

Endlich geht es ans Bauen: Das Fundament

Ein Fadengerüst markiert den zukünftigen Platz des Häuschens. Das Fundament können Sie auf unterschiedliche Weise herstellen, nachfolgend möchten wir Ihnen die gängigsten vorstellen.

Das Plattenfundament

Dies ist sehr einfach herzustellen und eignet sich deshalb sehr gut für Ihren Selbstbau:

  • Eine etwa 35 Zentimeter tiefe Grube ausheben.
  • Diese mit stabilen Brettern verschalen.
  • Etwa 15 Zentimeter Kies einfüllen und mit einer Rüttelplatte verdichten.
  • Es folgen eine Schicht Beton, eine eingezogene Stahlmatte und eine weitere Schicht Beton.
  • Oberfläche mit einem Abzieher glätten.

Das Streifenfundament

Hier wird nur unter den tragenden Wänden dick betoniert, für die Bodenplatte selbst genügen zehn Zentimeter Materialstärke. Allerdings müssen die Streifen, um auch starken Frösten standzuhalten, mindestens achtzig Zentimeter in die Tiefe reichen. Ein Minibagger ist bei diesen Arbeiten sehr hilfreich.

Das Punktfundament

Das Punktfundament setzt sich meist aus neun betonierten Einzelfundamenten zusammen, wobei die Zahl je nach Größe des selbst gebauten Gartenhauses variieren kann.

  • Vom Schnürgerüst aus sich in der Mitte kreuzende Schnüre spannen und so festlegen, wo die Gruben für das Fundament ausgehoben werden müssen.
  • Quadratische Löcher mit vierzig Zentimeter Seitenlänge und achtzig Zentimeter Tiefe ausheben.
  • Je nach Boden verschalen und mit Beton verfüllen.

Alternativ können Sie auch eine stabile Basis aus Betonplatten verlegen oder das Haus auf einen Unterbau aus Holz stellen.

Das Holz: Die beste Qualität ist gerade gut genug

Holz ist ein lebendiger Werkstoff, der reißen und die Form verändern kann. Achten Sie deshalb auf eine hohe Güte des verwendeten Materials. Es ist ausgesprochen wichtig, alle Holzteile noch vor dem Zusammenbau gründlich mit Holzschutzfarbe zu streichen. Diese schützt den Eigenbau vor Schimmel und Verwitterung und ist dadurch ein Garant für Langlebigkeit.

Ständerwerk aufstellen

Ein Blick in den Bauplan zeigt: Nun geht es an die Konstruktion der seitlichen Balken, welche die Grundlage für jede Wand sind. Durch den stabilen Unterbau können Sie die Pfosten entweder direkt mit den in der Basis verankerten U-Pfostenträgern verschrauben oder zunächst eine Unterkonstruktion aus Holz auf dem Fundament befestigen.

Es ist wichtig, alle in der Anleitung verzeichneten Mittel- und Querbalken sorgfältig einzubauen, denn diese sorgen beim DIY-Gartenhaus für gute Stabilität.

Die Dach-Konstruktion

Haben Sie sich für ein klassisches Dach mit zwei Schrägen entschieden, wird zunächst der Firstbalken angebracht. Von diesem gehen die Dachsparren ab, die von speziellen Dachsparrenhalterungen an Ort und Stelle gehalten werden. Auf diese schrauben Sie die Verschalungsbretter.

Die Wände

Noch zieht es sehr durch unser DIY-Gartenhaus, Zeit endlich die Wände anzubringen. Wie beim Dach kommen hier Schalungsbretter zum Einsatz, die auf die Länge der Seitenwände zugeschnitten und an die Balken der Ständerkonstruktion geschraubt werden.

Vergessen Sie die Aussparungen für die Fenster und die Türe nicht. Die Haustüre können Sie ebenfalls selbst bauen oder alternativ ein fertiges Modell aus dem Handel verwenden. Die Fenster werden je nach Konstruktion des Hauses, direkt während der Wandmontage oder erst im Nachhinein gesetzt.

Die Bodendielen

Ob Sie einen Dielenboden in das Gartenhaus legen, ist abhängig von der Unterkonstruktion und vom späteren Einsatz. Werden nur Gartengeräte oder Fahrräder in dem Häuschen untergebracht, muss der Boden robust und pflegeleicht sein, hier genügt ein Beton- oder Plattenuntergrund. Ein Holzdielenboden hingegen wirkt gemütlicher und verwandelt das Gartenhaus in ein zweites Wohnzimmer.

Dach decken

Nun ist es fast geschafft, nur das Dach muss noch gedeckt werden. Einfache Dachpappe bietet ausreichenden Schutz, ist jedoch nicht so stabil wie andere Eindeckungen. Deshalb bildet sie häufig nur die erste Schicht. Über diese können Sie robuste Bitumenschindeln, die es in vielen schönen Designs gibt, oder Dachpfannen legen.

Tipps

Für das Gartenhaus in Eigenbau können Sie hervorragend vorhandene Materialien recyceln. Eine ausgediente Haustüre, noch gute aber bereits verwitterte Bretter oder alte Schindeln verleihen dem Häuschen einen ganz besonderen Reiz.

Text: Michaela Kaiser

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