Das selbst gemauerte Gartenhaus – so geht’s

In vielen Gärten stehen Fertig- oder Selbstbau-Gartenhäuser. Schnell und unkompliziert aufgebaut, genügen diese den Ansprüchen meist völlig. Möchte man aber viele Jahre eine stabile Laube, lässt sich das Gartenhaus wie ein kleines Wohnhaus auch selbst mauern. Worauf Sie dabei achten müssen und wie Sie fachgerecht vorgehen, haben wir in diesem Ratgeber kompakt zusammengefasst.

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Ein gemauertes Gartenhaus ist stabiler als ein Holzhaus

Ohne Baugenehmigung geht es nicht

Ein Gartenhaus, das gemauert wird, benötigt in jedem Fall eine Baugenehmigung. Häufig ist zu lesen, dass auch diese Häuser bis zu einem bestimmten Volumen nicht genehmigungspflichtig seien, derartige Informationen sind aber falsch. Für ein derartiges Haus benötigen Sie ein vollflächiges Fundament, dadurch ist es immer genehmigungspflichtig.

Bauplan

Dieser muss fachgerecht bemaßt sein und alle notwendigen Details enthalten. In der Regel ist auch ein Tragfähigkeitsnachweis erforderlich. Es ist deshalb ratsam, den Bauplan von einem Architekten zeichnen zu lassen.

Das Fundament

Damit das kleine Häuschen stabil steht, ist ein vollflächiges Fundament notwendig. Eine alte Maurergrundregel besagt, dass dieses für ausreichende Standfestigkeit etwa drei Mal so dick wie die Wandstärke sein muss. Bei großen Häuser ist es deshalb ratsam, einen Bagger als Hilfsmittel zu verwenden.

Wie wird gemauert?

Materialliste

Für ein gemauertes Gartenhaus benötigen Sie neben den Fachkenntnissen etwas mehr Material als für ein Häuschen aus Holz.

Für das Fundament:

  • Baufolie
  • Schalungsmaterial
  • Kies
  • Beton

Für die Wände

  • Ziegel- oder Ytongsteine
  • Mörtel
  • Beton
  • Sofern Sie das Haus zusätzlich dämmen möchten, hierfür geeignete Materialien

Die erforderlichen Werkzeuge:

  • Schnur um die Umrisse zu markieren
  • Schaufel und Spaten oder einen kleinen Bagger zum Ausheben der Grube
  • Rüttelplatte
  • Kelle
  • Wasserwaage
  • Senklot

Fundament herstellen

Zunächst wird die Baugrube ausgehoben und in diese durch eine Verschalung abgestützt. Richten Sie die Bretter mit der Wasserwaage und der Richtschnur waagerecht aus. Füllen Sie dann eine Kiesschicht ein, verlegen Sie die Bauplane und bringen Sie eine Bewehrung ein. Im Anschluss wird der Beton gleichmäßig eingefüllt.

Mauern hochziehen

Damit die Wand wirklich gerade wird, gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  • Die erste Schicht Steine wir in ein Dickbett aus Mörtel gelegt. Richten Sie die Ziegel sehr exakt aus.
  • Spannen Sie in jeder Reihe die Richtschnur neu, um die genau Steinlage zu garantieren.
  • Häufige Kontrollen mit dem Senklot sorgt dafür, dass die Mauer nicht schief wird. Augenmaß reicht hier keinesfalls aus.
  • Zur Übertragung von Kräften muss mit ausreichender Überbindung gemauert werden.
  • Im Bereich von Fenstern und Türen kommen Holzrahmen zum Einsatz, die mit U-Profilen übermauert werden.
  • Die Mauerkrone besteht ebenfalls aus U-Profilen, die im Anschluss bewehrt und mit Beton verfüllt werden.

Tipps

Die Verwendung von Plansteinen und Dünnbettmörtel erleichtert die Arbeit des Mauerns sehr. Dennoch sollten Sie sich als Laie gegebenenfalls von einem Fachmann unterstützen lassen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: colin13362/Shutterstock

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