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Gartenhaus zum Wohlfühlraum ausbauen: Was ist zu beachten?

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Ein Gartenhaus bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, vom Hobbyraum bis zum zusätzlichen Wohnraum. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte des Ausbaus, von baurechtlichen Vorgaben über Dämmung und Innenausbau bis hin zur Installation von Strom, Wasser und Heizung.

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Ein hochwertiges Gartenhaus lässt sich auch als Wohnraum nutzen

Nutzungsoptionen für das ausgebaute Gartenhaus

Die Möglichkeiten, ein Gartenhaus auszubauen und zu nutzen, sind vielfältig und hängen von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Beliebte Optionen sind:

  • Hobbyraum: Perfekt für kreative Tätigkeiten wie Malen, Basteln, Musikmachen oder Modellbau.
  • Gästezimmer: Bietet Gästen einen komfortablen und privaten Rückzugsort.
  • Wellness-Oase: Mit Sauna, Ruhebereich und eventuell einem kleinen Fitnessraum lässt sich ein entspannender Bereich schaffen.
  • Spielzimmer für Kinder: Ein Raum, in dem Kinder spielen und kreativ sein können.
  • Homeoffice: Ein ruhiger und separater Arbeitsbereich, der die Produktivität steigern kann.
  • Dauerhaft bewohnbarer Raum: Mit entsprechender Isolierung und Ausstattung kann das Gartenhaus als Erweiterung des Wohnraums dienen, insbesondere bei wachsenden Platzbedürfnissen oder wenn Umbauten im Haupthaus nicht möglich sind.

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Baurechtliche Vorschriften beachten

Bevor Sie mit dem Ausbau beginnen, ist es wichtig, sich über die geltenden baurechtlichen Vorschriften zu informieren, die je nach Bundesland, Stadt oder Gemeinde unterschiedlich sein können. Oft ist eine Baugenehmigung erforderlich, insbesondere wenn das Gartenhaus dauerhaft bewohnt werden soll oder größere Umbauten geplant sind.

Folgende Aspekte sind zu beachten:

  • Abstandsflächen: In vielen Bundesländern ist ein Mindestabstand zur Grundstücksgrenze vorgeschrieben.
  • Höhe des Gartenhauses: Begrenzungen hinsichtlich der maximalen Höhe sind üblich.
  • Nebengebäude: Bestimmte Arten von Nebengebäuden wie Toiletten oder Feuerstätten sind in einigen Gebieten nicht erlaubt.
  • Bebauungsplan: Lokale Bebauungspläne enthalten spezielle Vorschriften zur Optik, Dachform und Höhe.

Informieren Sie sich daher genau beim zuständigen Bauamt und klären Sie alle rechtlichen Fragen im Vorfeld, um hohe Bußgelder oder sogar den Abriss des Gartenhauses zu vermeiden.

Fundament und Isolierung

Ein solides Fundament ist die Basis für ein dauerhaft nutzbares Gartenhaus. Es schützt vor Feuchtigkeit und sorgt für Stabilität. Eine Feuchtigkeitssperre zwischen Fundament und Gartenhaus verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Bausubstanz.

Für ein ganzjährig nutzbares Gartenhaus ist eine umfassende Isolierung entscheidend:

  • Boden: Beginnen Sie mit einer Schutzfolie oder Holzstegen. Eine Trockenschüttung oder Hartschaumplatten dienen der Dämmung, gefolgt von Dampfbremsfolie und Dielenbrettern.
  • Wände: Verwenden Sie ein Mehrschicht-Dämmsystem mit feuchtigkeitsabweisendem Material wie Mineralwolle, Holzwolle oder Hartschaumplatten. Eine diffusionsoffene Folie verhindert Feuchtigkeitsbildung und Schimmel.
  • Dach: Eine Aufsparrendämmung mit integrierter Dampfbremse schützt vor allen Wettereinflüssen.

Eine Dampfsperre ist notwendig, um das Dämmmaterial vor Wasserdampf zu schützen und die Bildung von Kondenswasser zu verhindern. Fenstern und Türen als potenzielle Kältebrücken müssen ebenfalls gut isoliert werden. Eine sorgfältige Imprägnierung des Holzes und gute Luftzirkulation im Inneren sind unerlässlich.

Innenausbau

Beim Innenausbau eines Gartenhauses gibt es viele Möglichkeiten, den Raum wohnlich und funktional zu gestalten.

  • Wände: Gipskartonplatten bieten eine glatte Oberfläche und tragen zur Feuchtigkeitsregulierung bei. Sie lassen sich leicht streichen oder tapezieren.
  • Boden: Holzdielen schaffen eine warme Atmosphäre. Behandeln Sie die Oberfläche zum Beispiel mit Hartwachsöl, um sie widerstandsfähiger zu machen.
  • Decke: Eine Deckenverkleidung aus Holz oder eine abgehängte Decke mit integrierter Beleuchtung sorgt für Gemütlichkeit und bessere Akustik.
  • Fenster und Türen: Hochwertige Fenster und Türen sorgen für ausreichendes Tageslicht und gute Energieeffizienz. Achten Sie auf dichte Abschlüsse, um Wärmeverluste zu vermeiden.

Strom, Wasser und Abwasser

Für ein komfortables Gartenhaus ist die Versorgung mit Strom, Wasser und Abwasser empfehlenswert.

  • Strom: Lassen Sie die Installation durch einen Fachbetrieb vornehmen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Eine Verlegung des Stroms kann zum Beispiel über ein Erdkabel vom Wohnhaus aus erfolgen.
  • Wasser: Ein zusätzlicher Frischwasseranschluss erleichtert den alltäglichen Gebrauch. Planen Sie die Wasserleitungen am besten bereits vor dem Bau des Gartenhauses.
  • Abwasser: Ein Anschluss an das bestehende Abwassersystem ist notwendig. Alternativ können Kompost- oder Trenntoiletten als umweltfreundliche Lösungen genutzt werden.

Heizung

Die Wahl der Heizungsanlage hängt von der Nutzungsintensität und den individuellen Bedürfnissen ab.

  • Elektrische Heizungen: Einfach zu installieren und zu bedienen. Dazu gehören Konvektoren, Heizlüfter oder Infrarotheizungen. Diese erzeugen schnell Wärme, haben jedoch höhere Betriebskosten.
  • Holzofen: Schafft eine gemütliche Atmosphäre und dient als effektive Wärmequelle. Er erfordert regelmäßige Wartung und die Entsorgung von Asche.
  • Gasheizung: Effizient und komfortabel, aber erfordert einen Gasanschluss oder den Betrieb mit Flüssiggas. Eine Gasbrennwerttherme kann in Verbindung mit Solarzellen besonders effizient sein.
  • Wärmepumpe: Eine umweltfreundliche und energieeffiziente Lösung mit höheren Anschaffungskosten. Beispiele sind Luft-Wärmepumpen oder Erdwärmepumpen, die gute Wärmedämmwerte bieten.
Bilder: Jerry photo / Shutterstock