Alles rund um die Dachbegrünung

Pflanzen aufs Dach setzen? Was sich zunächst nach einer Schnapsidee anhören mag, ist aus verschiedenen Gründen sehr sinnvoll. So bietet eine Dachbegrünung zahlreichen Tieren Nahrung und Lebensraum, zudem wirkt die grüne Schicht isolierend und hält im Winter die Heizungswärme im Haus - und im Sommer die Hitze draußen. Dieser Artikel erklärt Ihnen, was Sie bei der Planung eines Gründaches beachten müssen und wie Sie die grüne Oase schließlich anlegen und pflegen.

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Die Extensivbegrünung ist die üblichere, kostengünstige Variante der Dachbegrünung

“Die Normalität ist eine gepflasterte Straße. Man kann gut darauf gehen, doch es wachsen keine Blumen auf ihr.” (Vincent van Gogh)

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Welche Vorteile hat eine Dachbegrünung?

Ein begrüntes Dach hat sowohl für Sie als auch für die Natur eine ganze Reihe von handfesten Vorteilen. So bietet die Dachbegrünung oder gar ein Dachgarten eine natürliche Form der Dämmung, die im Sommer die Hitze draußen und im Winter die Heizungswärme drinnen sowie die Kälte abhält. Auf diese Weise lassen sich sowohl Kosten für eine Heizung als auch für eine Klimaanlage sparen, was wiederum durch die eingesparten Rohstoffe einen direkten Einfluss auf die Umwelt hat. Des Weiteren binden auch die Pflanzen selbst das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid (CO2) und tragen so zu einer Verbesserung der Klimabilanz bei.

Außerdem wartet ein begrüntes Dach mit diesen Vorteilen auf:

  • erhöhter Schallschutz, da die Begrünung Schall absorbiert
  • Pflanzen als Luftfilter: Entfernung von Feinstaub und anderen Luftschadstoffen
  • Dach ist vor Witterungseinflüssen und Temperaturschwankungen geschützt
  • gespeichertes Wasser verdunstet und sorgt so für Kühlung und eine angenehme Luftfeuchtigkeit
  • Zurückhalten überschüssigen Regenwassers
  • Verbesserung des Lebens- und Arbeitsumfeldes
  • Dachbegrünung wird oft durch Fördergelder unterstützt

Der beste Zeitpunkt für eine Begrünung des Daches ist das Frühjahr oder der Herbst.

Arten der Dachbegrünung

In Deutschland gehen die unbebauten Flächen immer mehr zurück, erst recht in Zeiten akuten Wohnraummangels in den großen Städten. Mit einer Dachbegrünung geben Sie der Natur ein Stück Wachstumsfläche zurück und ist somit eine Art von Ausgleich. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Dachbegrünung.

Extensivbegrünung

Eine sogenannte extensive Dachbegrünung erfolgt bei ansonsten nicht benutzbaren Dachflächen, wie sie etwa bei Flachdächern wie auf Carports und Garagen, aber auch auf Schrägdächern, auf den Dächern von Fabrikhallen oder anderen Gebäuden vorkommen. Typisch für diese Art der Begrünung ist die extrem dünne Substratschicht, die im Schnitt nicht mehr als sieben bis zwölf Zentimeter beträgt. Hier wachsende Pflanzen müssen anpassungsfähig, robust und anspruchslos sowie regenerationsfähig sein. Das bedeutet, nach einer längeren Trocken- oder Frostphase treiben die Gewächse von allein wieder aus. Ebenfalls charakteristisch ist der geringe Pflegeaufwand: Hier haben Sie nach dem Anlegen der Dachbegrünung im Grunde nichts mehr zu tun.

Intensivbegrünung

Bei der intensiven Dachbegrünung hingegen legen Sie im Grunde einen Garten auf Ihrem Dach an. Ein solcher Dachgarten funktioniert natürlich nur auf begehbaren Dächern, schließlich ist eine solche Anlage recht pflegeintensiv. Die hier aufgebrachte Substratschicht umfasst mehr als 20 Zentimeter, weshalb die Pflanzenauswahl weitaus größer ist und Sie zudem auf bezüglich Nährstoff- und Wasserbedarf anspruchsvollere Pflanzen zurückgreifen können.

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Die intensive Dachbegrünung ist teuer und aufwändig – aber schafft einen echten Dachgarten

Planung einer Dachbegrünung

Bevor Sie sich nun hochmotiviert an die Arbeit machen und Ihr Dach mit vielen grünen Pflanzen besetzen wollen, sollten Sie zunächst einmal innehalten und etwas Zeit für die Planung aufbringen. Insbesondere die folgenden Punkte sind bereits im Vorfeld zu bedenken:

  • Statik: Eine extensive Begrünung bringt im Schnitt zusätzliche 80 bis 170 Kilogramm Gewicht pro Quadratmeter aufs Dach. Das hält nicht jedes Dach aus, weshalb Sie vor Baubeginn einen Statiker befragen sollten.
  • Dachkonstruktionen: Auch die Dachkonstruktion selbst hat einen Einfluss auf die Art der Dachbegrünung. Während auf einem Warmdach grundsätzlich sowohl extensive als auch intensive Begrünungen möglich sind, können Sie auf einem sogenannten Kaltdach lediglich extensive Formen anlegen.
  • Dachneigung: Das Anlegen einer Grünfläche auf einem Flachdach ist kein Problem, auch Neigungen bis etwa 30 Grad lassen sich bepflanzen. Allerdings ist ab einem Gefälle von 15 Grad sind Absturzabsicherungen vorgeschrieben.
  • Wurzelschutz: Das Dach benötigt zudem eine Abdichtung sowie einen Wurzelschutz, damit es nicht zu Beschädigungen kommt.
  • Be- und Entwässerung: Eine Drainageschicht ist gleich aus zwei Gründen sinnvoll. Zum einen leitet diese überschüssiges Regenwasser gleich zum Abfluss, zum anderen versorgt sie die Pflanzen mit wertvoller Feuchtigkeit.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei größeren Vorhaben – bei denen mehr geplant ist als lediglich etwas Blumenerde und ein paar Sedum-Sprossen aufs Garagendach aufzubringen – eine Fachfirma zu beauftragen. Das gilt vor allem für Planungen hinsichtlich eines Dachgartens.

Flachdach oder Garage begrünen – Diese Möglichkeiten haben Sie

Querschnitt einer Dachbegrünung

Jede Dachbegrünung ist aus mehreren Schichten aufgebaut:

  • Vlies: Diese unterste Schicht trennt das eigentliche Dach von der Dachbegrünung.
  • Schutzfolie: Darüber legen Sie eine wasserdichte (Wurzel-)Schutzfolie, die eine Haltbarkeitsgarantie von mindestens 20 Jahren hat.
  • Speichermatte und Drainageschicht: Beides soll sowohl überschüssiges Regenwasser ableiten als auch speichern.
  • Vlies: Ein weiteres Vlies dient als Filter, da die Drainage sonst mit der Zeit durch feine Substratpartikel verstopft würde.

Erst jetzt tragen Sie das Erdschicht auf, die in der Regel aus einem speziell für Dachbegrünungen gemischtem Substrat besteht. Dieses enthält einen hohen Anteil von leichten Materialien wie Bims, Lava oder Ziegelsplitt und nur etwa zehn bis 15 Prozent Humus. Zum Schluss erfolgt die Bepflanzung.

Wie Sie ein Flachdach – etwa das eines Schuppens oder der Garage – ganz unkompliziert mit Blumenerde und Sedum-Sprossen selbst begrünen können, zeigt der folgende Beitrag. Doch Vorsicht: Ein solches Vorgehen empfiehlt sich lediglich für ein Flachdach auf einer Garage o. ä., nicht jedoch für ein Wohnhaus!

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Möglichkeiten zur Bepflanzung

Sind das Dach wasserdicht und die verschiedenen Schichten aufgebracht, können Sie nun die gewünschten Arten pflanzen. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass bestimmte Gewächse eine Mindest-Substratdicke benötigen. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, die Pflanzen aufs Dach zu bringen. Für welche Sie sich entscheiden, hängt unter anderem auch davon ab, wie schnell das Dach begrünt sein soll. In der Regel ist die Anwuchsphase nach etwa drei bis vier Wochen abgeschlossen, währendderer die Pflanzen grundsätzlich einen höheren Wasserbedarf haben. Erst nach dem Einwurzeln können sie längere Trockenperioden überstehen.

Exkurs

Wann ist der beste Zeitpunkt zum pflanzen?

Daher bieten die Monate zwischen März bis Ende Juni sowie von Anfang September bis November die besten Wachstumsbedingungen für die Pflanzen, schließlich bedeutet große Hitze zugleich auch einen Wassermangel. Deshalb sollten Sie die Dachpflanzen während der Sommermonate nur dann aufbringen, wenn Sie sie zugleich intensiv bewässern können.

Pflanzen

Mit etwas Arbeit verbunden, aber sehr effizient – schließlich wachsen die Pflanzen auf diese Weise am schnellsten an – ist das händische Einpflanzen derselben in das Substrat. Außerdem haben Sie auf diese Weise die konkrete Gestaltung und Verteilung der Gewächse in der Hand. Planen Sie für eine extensive Begrünung von Sedumarten etwa 15 bis 20 Pflanzen pro Quadratmeter ein. Diese sollten eine Ballengröße von etwa fünf bis sechs Zentimeter (sogenannte “Flachballenstauden”) haben. Die einzeln gesetzten Gewächse wachsen nach einiger Zeit zusammen und bilden schließlich eine geschlossene Fläche. Treten in dieser Lücken auf, können Sie immer noch nachpflanzen oder -säen.

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Meist werden verschiedene Sedumarten für die Dachbepflanzung verwendet

Sprossenpflanzung

Einfacher und schneller geht es natürlich mit Sedumsprossen, die Sie einfach ausstreuen und die anschließend von allein anwachsen. Nachteil der Methode ist jedoch, dass es bis zu einer vollständigen Begrünung des Daches bis zu einem Jahr dauern kann. Planen Sie pro Quadratmeter Pflanzfläche etwa 80 bis 100 Gramm Sprossen ein. Diese können Sie im Fachhandel erwerben.

Säen

Wenn Sie nur wenig Geld ausgeben wollen, sind spezielle Samenmischungen vielleicht die richtige Lösung für Sie. Allerdings brauchen Sie hierfür Geduld, denn bis die Samen gekeimt und die Pflanzen gewachsen sind, können ein bis zwei Jahre vergehen – bis zu einer vollständigen Begrünung sogar mehrere Jahre. Zudem können sich auf der unbewachsenen Substratfläche durch Flugbesamung unerwünschte Gräser ansiedeln, die Sie in den ersten Monaten regelmäßig entfernen müssen.

Vegetationsmatte

Besonders schnell funktioniert die Dachbegrünung mit einer Vegetationsmatte, bei der es sich im Grunde um eine Art von bereits bepflanzter Rollmatte handelt. Die Pflanzen sind hier schon in einem Spezialaufbau aus Vlies und Substrat eingewachsen und brauchen wie bei einem Rollrasen nur noch aufgebracht werden. Besonders empfehlenswert sind Vegetationsmatten für Steil- bzw. Schrägdächer. Bringen Sie trotzdem noch eine dünne Substratschicht von etwa vier bis sechs Zentimetern Dicke unter der Matte auf, damit die Pflanzen besser anwachsen können.

Geeignete Pflanzen

Je nach Art der gewünschten Dachbegrünung und der Dicke des aufgebrachten Substrates lassen sich unterschiedlich hohe Pflanzenarten verwenden. Die wichtigste Bedingung für alle Arten ist jedoch, dass diese sehr robust gegenüber Witterungsbedingungen wie Wind, Kälte und Regen sind – und außerdem gut trockenheitsverträglich.

  • Niedriger Substrataufbau (bis fünf Zentimeter): Moose, Sedum-Arten
  • Niedriger Substrataufbau (fünf bis sieben Zentimeter): niedrige Kräuter wie Schnittlauch, Wildmajoran, Wiesen-Margerite, Karthäusernelken, Färberkamille
  • Höherer Substrataufbau (15 Zentimeter): höhere Blütenpflanzen sowie Gräser

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über einige der wichtigsten Pflanzenarten für die Dachbegrünung.

ArtLateinische BezeichnungWuchshöheBlütenfarbeBlütezeit
FärberkamilleAnthemis tinctoria20 bis 50 ZentimetergelbJuni bis September
FeldthymianThymus pulegioides5 bis 30 ZentimeterpurpurnJuni bis Oktober
FelsennelkePetrorhagia saxifraga10 bis 25 Zentimeterweiß-rosaJuni bis September
FlockenblumeCentaura scabiosa30 bis 100 ZentimeterpurpurnJuni bis September
Gewöhnliches SeifenkrautSaponaria officinalis30 bis 80 Zentimeterweiß-rosaJuni bis September
Heide-NelkeDianthus deltoides10 bis 30 ZentimeterrotJuni bis September
Karthäuser-NelkeDianthus carthusianorum15 bis 40 ZentimeterrotJuni bis September
Kleiner WiesenknopfSanguisorba minor30 bis 60 ZentimeterrötlichMai bis August
Kleines HabichtskrautHieracium pilosella5 bis 25 ZentimetergelbMai bis Oktober
Kleines SeifenkrautSaponaria ocymoides5 bis 6 ZentimeterrotMai bis Juni
Knäuel-GlockenblumeCampanula glomerata30 bis 60 ZentimeterblauviolettJuni bis September
Pfirsichblättrige GlockenblumeCampanula persicifolia30 bis 80 ZentimeterblauJuni bis August
Rundblättrige GlockenblumeCampanula rotundifolia10 bis 40 ZentimeterhellblauJuni bis September
SchafgarbeAchillea millefolium15 bis 50 ZentimeterweißJuni bis Oktober
SchnittlauchAllium schoenoprasum10 bis 40 ZentimeterrosaJuni bis August
Silber-FingerkrautPotentilla argentea10 bis 40 ZentimetergelbJuni bis August
StorchschnabelGeranium robertianum20 bis 50 ZentimeterrosaMai bis Oktober
WalderdbeereFragaria vesca5 bis 20 ZentimeterweißApril bis Juni
Weißer MauerpfefferSedum album8 bis 20 ZentimeterweißJuni bis Juli
WiesenmargeriteChrysanthemum leucanthemum20 bis 50 ZentimeterweißJuni bis Oktober
Wilder ThymianThymus serpyllum5 bis 15 ZentimeterpurpurJuni bis Oktober
WildmajoranOriganum vulgare20 bis 60 ZentimeterhellpurpurJuli bis Oktober

Tipps

Wer hingegen eine Intensivbegrünung mit höheren Substratschichten anstrebt, ist natürlich in seiner Auswahl viel freier und kann auf Arten zurückgreifen, die auch in einem normalen Garten wachsen würden.

Die richtige Pflege des Gründachs

Bei einer extensiven Dachbegrünung haben Sie – sind die Pflanzen erst einmal eingewurzelt – nicht mehr viel zu tun. In den ersten vier Wochen nach der Pflanzung sollten Sie jedoch regelmäßig´gießen, um das Wurzelwachstum zu fördern. Je nach Temperatur und Sonnenscheindauer können Sie bis zu vier mal pro Woche zur Gießkanne greifen. Anschließend jäten Sie etwa ein- bis zweimal pro Jahr und entfernen bei dieser Gelegenheit vor allem gekeimte Baumsamen, etwa von Birken, da diese auf dem Dach nicht wachsen sollten. Die Wurzeln wachsen rasch in die Drainageschicht hinein und können mit zunehmendem Wachstum das Dach zerstören.

Förderprogramme und Kosten

Eine Dachbegrünung ist keine billige Angelegenheit, wobei die anfallenden Kosten je nach Art der Begrünung, der Flächengröße und anderer Faktoren sehr unterschiedlich ausfallen. So ist ein von einer Fachfirma begrüntes Dach natürlich um einiges teurer als eines, welches Sie in Eigenregie bepflanzt haben. Für letzteres planen Sie rund 20 bis 40 EUR pro Quadratmeter Pflanzfläche ein, sofern es sich um ein extensiv bepflanztes Gründach handelt. Eine intensive Begrünung kostet etwa das Doppelte.

Glücklicherweise können Sie die Kosten jedoch zumindest zum Teil hereinholen, denn manche Kommunen gewähren für ein solches Vorhaben Zuschüsse zwischen zehn und 20 EUR pro Quadratmeter oder übernehmen einen prozentualen Anteil Ihrer Kosten. Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wiederum können beispielsweise im Zuge einer Gebäudesanierung in Anspruch genommen werden, wobei über das Programm “Wohnraum modernisieren” auch Dachbegrünungen finanziert werden. Eine weitere Sparmöglichkeit ergibt sich durch die Anerkenntnis der Dachbegünung als Entsiegelungsmaßnahme – viele Gemeinden belohnen dies mit vergünstigten Abwassergebühren.

Häufig gestellte Fragen

Verhindert ein begrüntes Dach das Aufheizen des Hauses im Sommer?

Tatsächlich hat ein begrüntes Dach eine isolierende Wirkung und hält im Sommer so die Hitze draußen. Im Inneren des Hauses ist es also kühler.

Hat das Gründach auch eine wärmedämmende Wirkung?

Während die Sommerhitze draußen bleibt, hält das begrünte Dach in der kalten Jahreszeit die Wärme drinnen. Die wärmeisolierende Wirkung eines Gründachs lässt sich – ausgehend von den Baumaterialien, der Erdmenge und Pflanzenmasse – sogar berechnen. Das allerdings ist eine Aufgabe für Experten wie beispielsweise Architekten oder Bauingenieuren.

Kann ich auch Kräuter auf dem Dach anpflanzen und ernten?

Kräuter wie Oregano, Thymian oder Schnittlauch lassen sich prima für eine Dachbegrünung verwenden. Sie sind frosthart, kommen gut mit Sonne zurecht, sind pflegeleicht und brauchen nicht viel Wasser.

Warum färben sich die Pflanzen auf dem Dach plötzlich rot?

Sind die Pflanzen auf dem Dach nicht mehr schön saftig grün, sondern verfärben sich plötzlich rötlich oder bräunlich, liegt wahrscheinlich ein Nährstoffmangel vor. Im Allgemeinen wird für die Dachbegrünung nährstoffarmes Substrat verwendet, sodass von Zeit zu Zeit eine Düngung notwendig ist.

Welche Pflanzen eignen sich besonders gut für Bienen und Schmetterlinge?

Viele der für ein Gründach geeigneten Pflanzen sind ohnehin wertvolle Insektenweiden, sodass sich Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und anderes geflügeltes Getier über reichlich Nahrung freuen kann. Wichtig ist natürlich in diesem Zusammenhang, dass die Blütezeit der Pflanzen nicht nur wenige Wochen andauert, sondern möglichst vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein reicht.

Wie viele Pflanzen muss man so pro Quadratmeter einplanen?

Wenn Sie Stauden und verschiedene Sedum-Arten auspflanzen wollen, sollten Sie etwa 15 bis 20 Pflanzen pro Quadratmeter einplanen. Die genaue Zahl ist allerdings abhängig von den ausgewählten Arten und Sorten, da diese doch recht unterschiedliche Ansprüche hinsichtlich der Pflanzabstände haben. Des Weiteren lässt sich so ein Dach auch begrünen, indem Sie beispielsweise Blumensamen darauf ausbringen. Eine bunte Wildblumenwiese auf dem Dach hat doch auch etwas.

Wie viel Erde braucht braucht für ein Gründach? Und welche Erde sollte man nehmen?

Wie viel Erde Sie benötigen, hängt in erster Linie davon ab, wie dick die Schicht werden soll. Für flach wurzelnde Pflanzen genügt in der Regel eine ca. sechs Zentimeter dicke Substratschicht. Für diese planen Sie pro Quadratmeter Dachfläche rund 60 Liter Erde ein. Hierfür wird in der Regel ein nährstoffarmes Substrat verwendet.

Hat so ein begrüntes Dach auch Nachteile?

Im Prinzip hat so eine Dachbegrünung keine Nachteile, außer vielleicht den gelegentlichen Pflegeaufwand. Aufpassen müssen Sie jedoch mit der Gebäudestatik, denn nicht jedes Gebäude verträgt die zusätzliche Last auf dem Dach. Lassen Sie daher vor Angriff des Bauprojekts die Statik durch einen Fachmann prüfen und statten Sie bei der Gelegenheit auch gleich dem örtlichen Bauamt einen Besuch ab: Je nach Vorhaben kann es nämlich sein, dass Sie für Ihr Projekt eine Baugenehmigung brauchen.

Tipps

Auch viele niedrig bleibende Zwiebelblumen eignen sich zur Begrünung eines Dachs. So erblühen Narzissen, Hyazinthen, Tulpen, Zwergiris, Krokusse und Puschkinien im Frühjahr und schaffen so ein farbenfrohes Bildnis.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: shutternelke/Shutterstock, Alison Hancock/Shutterstock, josefkubes/Shutterstock

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