Dachbegrünung

Erfolgreiche Dachbegrünung: Gräser als attraktive Option

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Dachgräser sind eine attraktive und widerstandsfähige Option für die Dachbegrünung. Dieser Artikel stellt geeignete Arten vor, erläutert die Unterschiede zwischen extensiver und intensiver Begrünung und beleuchtet die zahlreichen Vorteile für Mensch und Umwelt.

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Niedrige Gräser gedeihen auch auf weniger Erde

Dachgräser: Arten und Eigenschaften

Für die Dachbegrünung bieten sich verschiedene Gräserarten an, die durch ihre Robustheit überzeugen. Diese Gräser sind nicht nur resistent gegen trockene und windige Bedingungen, sondern tragen auch zur Förderung der Biodiversität bei. Hier sind einige empfehlenswerte Arten und ihre Eigenschaften:

  • Büschelhaargras (Stipa tenuissima): Dieses Gras hat feine, federartige Blätter, die im Wind eine dynamische Bewegung erzeugen. Es bevorzugt sonnige, gut durchlässige Standorte und ist besonders trockenheitsresistent, was es ideal für extensive Dachbegrünungen macht.
  • Blaugrüne Segge (Carex flacca): Diese Seggenart bietet mit ihren blaugrünen Blättern einen attraktiven Farbkontrast. Sie ist pflegeleicht, winterhart und verträgt Trockenheit gut, wodurch sie vielseitig einsetzbar ist.
  • Bleichschwingel (Festuca pallens): Festuca pallens bildet dichte, graugrüne Polster, die Wintergrün bieten. Dank ihrer Trockenheitsresistenz und dem geringen Pflegeaufwand eignet sie sich hervorragend für extensive Dachbegrünungen.
  • Schafschwingel (Festuca guestfalica): Dieser Schwingel zeichnet sich durch seine Dichte und grüne Färbung aus. Er ist robust und besonders gut für trockene Standorte geeignet.
  • Blaue Kammschmiele (Koeleria glauca): Diese niedrigwüchsige Grasart hat markante blaugrüne Blätter und gedeiht gut auf trockenen Böden, was sie für extensive Dachbegrünungen prädestiniert.
  • Wimper-Perlgras (Melica ciliata): Melica ciliata ist bekannt für ihre filigranen, weißen Blütenstände, die im Sommer erscheinen. Dieses pflegeleichte Gras benötigt wenig Wasser und kann gut mit Trockenheit umgehen.

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Diese Gräserarten sind ideal für Dächer geeignet, da sie den extremen Bedingungen eines Gründachs standhalten, während sie gleichzeitig durch ihre verschiedenen Farben und Texturen eine attraktive Dachlandschaft schaffen. Die Auswahl dieser Pflanzen hilft nicht nur bei der Verschönerung des Daches, sondern trägt auch zur ökologischen Balance und Nachhaltigkeit bei.

Extensive und Intensive Dachbegrünung mit Gräsern

Gräser eignen sich hervorragend sowohl für extensive als auch intensive Dachbegrünungen und bieten diverse ästhetische sowie ökologische Vorteile. Die Entscheidung für eine der beiden Begrünungsarten hängt von der Tragfähigkeit des Daches, dem gewünschten Pflegeaufwand und den beabsichtigten Nutzungsmöglichkeiten ab.

Extensive Dachbegrünung

Extensive Dachbegrünungen sind besonders pflegeleicht und ideal für Dächer mit geringer Tragfähigkeit. Diese Art der Dachbegrünung zeichnet sich durch eine flache Substratschicht aus und wiegt je nach Aufbau zwischen 50 und 170 kg/m². Extensive Begrünungen sind wartungsarm und eignen sich hervorragend für Dächer von Garagen, Carports oder Mülltonnenhäuschen. Sie können mit robusten, trockenheitsresistenten Gräserarten wie Büschelhaargras, Blaugrüner Segge, Bleichschwingel und Schafschwingel bepflanzt werden. Extensive Dachbegrünungen benötigen in der Regel keine aufwendigen Bewässerungssysteme, sind begehbar für Wartungszwecke und eignen sich sogar für geneigte Dächer mit einem Neigungswinkel von bis zu 45 Grad.

Intensive Dachbegrünung

Intensive Dachbegrünungen bieten nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Sie haben eine tiefere und nährstoffreichere Substratschicht, wodurch das Gewicht auf das Dach erheblich höher ausfällt. Diese Begrünungsart ermöglicht eine vielfältige Pflanzenwahl, einschließlich größerer Ziergräser, Stauden, Gehölze und kleiner Bäume, sofern das Dach ausreichend tragfähig ist und eine Neigung von maximal 5 Grad aufweist. Für intensive Dachbegrünungen empfehlen sich Gräser wie die Blaue Kammschmiele und das Wimper-Perlgras, die eine höhere Feuchtigkeitsversorgung benötigen. Intensive Dachbegrünungen erfordern regelmäßige Bewässerung und Düngung, bieten jedoch durch ihre hohe Gestaltungsfreiheit und Nutzbarkeit als Gartenersatz zusätzlichen Lebensraum und verbessern die Lebensqualität.

Vorteile der Dachbegrünung mit Gräsern

Die Begrünung von Dächern mit Gräsern bietet zahlreiche Vorteile, die sowohl ästhetischer als auch ökologischer und technischer Natur sind.

  • Ökologische Vorteile: Dachgräser verbessern die Biodiversität, indem sie Lebensräume für Insekten und Vögel schaffen. Sie binden schädliches CO₂ und produzieren Sauerstoff, was die Luftqualität verbessert und zum Klimaschutz beiträgt. Eine Dachbegrünung kann jährlich bis zu 0,2 Kilogramm Staub und Schadstoffe aus der Luft filtern.
  • Wasserwirtschaft: Begrünte Dächer können bis zu 90 % des Regenwassers zurückhalten und zur Entlastung der Kanalisation beitragen. Das gespeicherte Wasser wird langsam über die Verdunstung freigegeben, was auch in überhitzten Stadtgebieten für Abkühlung sorgt.
  • Energieeffizienz: Gräser auf Dächern bieten eine natürliche Wärmedämmung. Im Winter reduziert die zusätzliche Isolierung den Heizbedarf, während im Sommer eine kühlende Wirkung durch Verdunstung entsteht. Dies kann zu erheblichen Energieeinsparungen führen.
  • Lärmschutz: Eine Dachbegrünung hat schallabsorbierende Eigenschaften und kann die Schallreflexion um etwa 3 Dezibel reduzieren sowie Innenlärm um bis zu 8 Dezibel mindern.
  • Lebensdauer des Daches: Durch den Schutz vor extremen Wetterbedingungen, UV-Strahlung und mechanischen Beschädigungen kann die Lebensdauer eines begrünten Daches um bis zu 25 Jahre verlängert werden.
  • Ästhetischer Mehrwert: Dachgräser bieten ein ansprechendes Erscheinungsbild, das sich je nach Jahreszeit ändert und für Abwechslung sorgt. Dies kann das gesamte Erscheinungsbild eines Gebäudes aufwerten und zur urbanen Begrünung beitragen.

Pflanzung und Pflege von Dachgräsern

Eine gut geplante Pflanzung und regelmäßige Pflege sind entscheidend für das Gedeihen von Dachgräsern. Der beste Zeitpunkt für das Pflanzen ist das Frühjahr oder der Herbst, da mildere Temperaturen optimale Wachstumsbedingungen bieten.

Vorbereitung des Dachs

Bevor Sie mit der Pflanzung beginnen, muss das Dach entsprechend vorbereitet werden:

  • Wasserabdichtung: Stellen Sie sicher, dass das Dach wasserdicht ist, indem Sie eine wurzelfeste Abdichtungsfolie oder eine Wurzelschutzbahn installieren.
  • Stabiler Grundaufbau: Verwenden Sie spezielle Systeme, die aus mehreren Schutzschichten bestehen, wie Folien und Vlies, sowie eine Entwässerungs-Festkörperdränage, um Stabilität und eine gute Wasserableitung zu gewährleisten.

Pflanzung der Gräser

Dachgräser werden oft in Multiplatten oder als Einzelpflanzen geliefert:

  • Multiplatten: Diese enthalten in der Regel 50 Pflanzen mit einer Ballengröße von 5-6 cm und decken eine Fläche von etwa 3 m².
  • Einzelne Pflanzen: Diese können gezielt in die vorbereitete Substratschicht gepflanzt werden.

Für einen schnellen und dichten Bewuchs rechnen Sie mit 12-15 Pflanzen pro Quadratmeter Dachfläche. Nach der Pflanzung ist eine regelmäßige Bewässerung besonders in den ersten Monaten wichtig, damit die Pflanzen gut anwachsen.

Pflege der Dachgräser

Die Pflege der Dachgräser variiert je nach Art der Dachbegrünung:

Extensive Dachbegrünungen: Diese sind sehr pflegeleicht. Einmal im Jahr sollten Sie das Dach auf unerwünschte Kräuter und Gehölze kontrollieren und entfernen.

Intensive Dachbegrünungen: Diese benötigen eine regelmäßige Pflege, ähnlich wie ein ebenerdiger Garten. Dazu gehören:

  • Regelmäßiges Gießen: Besonders in Trockenperioden ist eine zusätzliche Bewässerung notwendig.
  • Düngung: Um die Nährstoffversorgung sicherzustellen, sollten die Pflanzen regelmäßig gedüngt werden.

Langfristig wird die Vegetation auf dem Dach eine natürliche Entwicklung durchmachen. Mit regelmäßiger Pflege können Sie sicherstellen, dass das gewünschte Erscheinungsbild und die nachhaltigen Vorteile der Dachbegrünung erhalten bleiben.

Kombination mit anderen Pflanzen

Gräser bieten eine exzellente Grundlage für eine vielfältige Dachbegrünung. Durch die Kombination von Gräsern mit anderen Pflanzenarten kann eine abwechslungsreiche und pflegeleichte Vegetationsdecke geschaffen werden. Geeignete Pflanzenpartner sind:

  • Sedum-Arten: Diese sukkulenten Pflanzen sind besonders trockenheitsresistent und pflegeleicht. Sie setzen farbliche Akzente und bilden durch ihre Blattstruktur und Blütenstände einen ansprechenden Kontrast zu Gräsern.
  • Kräuter: Kräuter wie Thymian, Oregano und Lavendel sind widerstandsfähig gegen Trockenheit und Hitze. Sie verleihen Ihrem Gründach nicht nur einen angenehmen Duft, sondern bieten auch Lebensraum für zahlreiche Insekten.
  • Einjährige Blumen: Einige einjährige Blumenarten wie Rundblättrige Glockenblumen und Heidenelken eignen sich gut zur Dachbegrünung. Sie sorgen im ersten Jahr für eine rasche Begrünung und locken Bienen und Schmetterlinge an.
  • Niedrige Stauden und Moosarten: Stauden wie Bergaster oder Fackellilie und verschiedene Moosarten wie Mauerpfeffer ergänzen die Gräser optimal. Moosarten sind besonders anspruchslos und benötigen nur eine geringe Substratschicht.

Durch die geschickte Auswahl und Kombination dieser Pflanzenarten schaffen Sie eine lebendige und widerstandsfähige Dachlandschaft. Eine ausgewogene Mischung aus Gräsern, Kräutern, Sedum, Blumen und Stauden sorgt nicht nur für visuelle Abwechslung, sondern trägt auch zur ökologischen Nachhaltigkeit Ihrer Dachbegrünung bei. Achten Sie bei der Auswahl der Pflanzen immer darauf, dass sie den spezifischen Bedingungen Ihres Daches angepasst sind, wie z. B. die Substratdicke und die Sonnenexposition.

Saatgutmischungen für Dachbegrünungen mit Gräsern

Für die Dachbegrünung mit Gräsern stehen spezielle Saatgutmischungen zur Verfügung, die auf die besonderen Anforderungen dieses Extremstandorts abgestimmt sind. Diese Mischungen enthalten eine ausgewogene Kombination aus Gräsern, Kräutern und Sedumarten, um eine artenreiche und widerstandsfähige Vegetationsdecke zu schaffen.

Komponenten und Zusammensetzung

Typische Saatgutmischungen für Dachbegrünungen bestehen aus etwa 50 % Gräsern und 50 % Blumen und Kräutern. Diese Zusammensetzung hat mehrere Vorteile:

  • Rasches Begrünen: Einjährige Arten sorgen für einen schnellen Vegetationsschluss im ersten Jahr.
  • Niedrige Wuchshöhe: Die Pflanzen sind so ausgewählt, dass sie niedrig wachsen und somit wenig Pflege benötigen.
  • Widerstandsfähigkeit: Die enthaltenen Arten sind besonders trockenheitsresistent und robust.

Zu den häufig enthaltenen Gräserarten zählen beispielsweise Zittergras (Briza media), Blaugrüne Segge (Carex flacca), Bleichschwingel (Festuca pallens), Schafschwingel (Festuca guestfalica), Blaue Kammschmiele (Koeleria glauca) und Wimper-Perlgras (Melica ciliata).

Aussaat-Hinweise

Für die Aussaat der Saatgutmischungen gibt es einige wichtige Hinweise:

  • Mischung des Saatguts: Um eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen, empfiehlt es sich, das Saatgut zunächst mit trockenem Sand zu vermischen.
  • Saattiefe: Das Saatgut sollte flach auf dem Substrat ausgebracht werden.
  • Saatgutmenge: Für eine ausreichende Begrünung benötigen Sie etwa 2 Gramm Saatgut pro Quadratmeter.
  • Vegetationstragschicht: Diese sollte mindestens 12 cm dick sein, um den Pflanzen ausreichend Platz für die Wurzeln zu bieten.

Pflegemaßnahmen

Nach der Aussaat ist besonders in den ersten Monaten eine regelmäßige Bewässerung notwendig, um das Anwachsen der jungen Pflanzen zu unterstützen. Zudem sollte jährlich ein Kontrollgang durchgeführt werden, um unerwünschte Kräuter und Gehölze zu entfernen. Dadurch bleibt die Dachbegrünung pflegeleicht und langfristig attraktiv.

Diese durchdachten Saatgutmischungen ermöglichen es Ihnen, eine stabile und ökologisch wertvolle Begrünung zu schaffen, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch widerstandsfähig gegenüber den extremen Bedingungen auf dem Dach ist.

Bilder: EdithFotografeert / Shutterstock