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Feigenbaum-Befruchtung: So entstehen leckere Feigen

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Die unscheinbaren Blüten des Feigenbaums verbergen ein faszinierendes Geheimnis: Ihre Bestäubung ist untrennbar mit dem Lebenszyklus der Feigenwespe verbunden. Dieser Artikel beleuchtet die faszinierende Symbiose und erklärt die verschiedenen Befruchtungsarten bei Feigenbäumen.

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Die Blüten befinden sich in der Frucht

Die Rolle der Feigenwespe bei der Befruchtung

Feigenbäume tragen keine sichtbaren Blüten im herkömmlichen Sinne. Stattdessen entwickeln sie Syconia – spezielle Strukturen, die männliche und weibliche Blüten im Inneren beherbergen. Die Befruchtung dieser Blüten hängt von der Feigenwespe ab, die durch eine kleine Öffnung, das Ostiolum, in das Syconium eindringt. Während sie ihre Eier in den männlichen Blüten ablegt, bestäubt sie die weiblichen Blüten mit Pollen von anderen Feigenbäumen.

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Der Lebenszyklus der Feigenwespe und seine Bedeutung für die Befruchtung

Der Lebenszyklus der Feigenwespe ist eng mit dem des Feigenbaums verknüpft. Weibliche Wespen legen ihre Eier in die männlichen Blüten des Syconiums ab, wo sich die Larven entwickeln und schließlich schlüpfen. Die männlichen Wespen verbringen ihr gesamtes Leben in der Feige, während die weiblichen Wespen diese verlassen, um neue Syconia für die Eiablage zu finden. Auf ihrer Reise sammeln sie Pollen und tragen diesen zu anderen Feigenbäumen, was die Befruchtung der weiblichen Blüten ermöglicht.

Verschiedene Feigenbaumtypen und ihre Befruchtung

Feigenbäume lassen sich in verschiedene Typen einteilen, die entweder auf die Feigenwespe angewiesen sind oder selbstbefruchtend sind.

Smyrna-Feigenbäume und ihre Abhängigkeit von der Feigenwespe

Smyrna-Feigenbäume sind vollständig auf die Feigenwespe angewiesen. Die weiblichen Blüten haben eine Struktur, die das Ablagen der Eier ermöglicht. Ohne die Feigenwespe bleibt die Bestäubung aus und es entstehen keine Früchte.

Adriatische Feigenbäume und ihre Fähigkeit zur Selbstbefruchtung

Adriatische Feigenbäume können sich selbst befruchten, wodurch sie in Regionen ohne Feigenwespe zuverlässig Früchte tragen. Dies ist besonders vorteilhaft in Gebieten, wo das Insekt nicht vorkommt.

San-Pedro-Feigenbäume und ihre besondere Befruchtungsmethode

San-Pedro-Feigenbäume weisen eine einzigartige Befruchtungsmethode auf: Die erste Fruchtgeneration ist selbstbefruchtend, während die nachfolgenden Generationen die Feigenwespe für die Bestäubung benötigen. Daher ist die Anwesenheit der Wespe für die zweite und dritte Ernte zwingend erforderlich.

Parthenokarpische Feigenbäume und die Fruchtbildung ohne Befruchtung

Parthenokarpische Feigenbäume können Früchte ohne Befruchtung bilden. Diese Früchte enthalten keine Samen und eignen sich nicht zur Vermehrung. Sie sind ideal für Regionen, in denen die Feigenwespe nicht existiert oder Bestäubung problematisch ist.

Bilder: Nada / stock.adobe.com