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Feigenbaum erfroren? So retten Sie ihn!

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Spätfröste im Frühjahr können den jungen Austrieb von Feigenbäumen schädigen und zu unschönen Verfärbungen und Welke führen. Dieser Artikel erläutert, wie Sie Frostschäden erkennen, durch gezielten Rückschnitt entgegenwirken und die Regenerationsfähigkeit des Feigenbaums fördern.

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Ist der Austrieb erfroren, kann ein Rückschnitt den Baum eventuell retten

Symptome von Frostschäden am Feigenbaum

Nach einem Spätfrost können Sie verschiedene Anzeichen an Ihrem Feigenbaum entdecken, die auf Schäden am jungen Austrieb hindeuten. Beobachten Sie die Triebe und Blätter genau:

  • Verfärbungen: Erfrorene Triebe und Blätter verfärben sich braun bis schwarz.
  • Welke Blätter: Geschädigte Blätter hängen schlaff herunter und wirken welk.
  • Weiches Gewebe: Bei Berührung fühlt sich das Gewebe der betroffenen Pflanzenteile weich und matschig an.
  • Eingerollte Blattspitzen: Die Spitzen der Blätter können sich braun verfärben und einrollen.
  • Risse in der Rinde: Durch den Wechsel von Frost und Wärme entstehen mitunter Risse in der Rinde, die Schädlingen als Eintrittspforte dienen können.

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Rückschnitt bei Frostschäden

Ein fachgerechter Rückschnitt ist die wichtigste Maßnahme, um einen Feigenbaum nach Frostschäden zu retten.

Der richtige Zeitpunkt:

Warten Sie mit dem Rückschnitt bis Juni. Dann können Sie deutlich zwischen gesundem und abgestorbenem Holz unterscheiden. Abgestorbene Bereiche erkennen Sie an einer gelblich-braunen Färbung. Lebendige Pflanzenteile sind hingegen saftig grün.

So schneiden Sie richtig:

  1. Schadensanalyse: Untersuchen Sie den Baum sorgfältig und identifizieren Sie alle erfrorenen Triebe.
  2. Schnitt ins gesunde Holz: Schneiden Sie die betroffenen Triebe bis ins gesunde, grüne Holz zurück. Setzen Sie den Schnitt knapp oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe an, um das Wachstum zu fördern.
  3. Entfernung abgestorbener Triebe: Triebe, die keine Lebenszeichen mehr zeigen, sollten Sie komplett entfernen.
  4. Hygiene: Desinfizieren Sie Ihre Gartenschere nach jedem Schnitt, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Regenerationsfähigkeit des Feigenbaums

Feigenbäume besitzen eine erstaunliche Fähigkeit zur Regeneration. Selbst wenn der Baum bis zum Boden erfriert, kann er aus dem Wurzelstock neu austreiben.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Regeneration:

  • Kräftige Wurzeln: Eine gesunde und gut entwickelte Wurzelmasse ist die Basis für eine erfolgreiche Regeneration.
  • Optimale Pflanztiefe: Pflanzen Sie den Feigenbaum etwa eine Handbreit tiefer ein als zuvor, um das Wurzelvolumen zu maximieren.

Entwicklung nach dem Rückschnitt:

Nach dem Entfernen der erfrorenen Triebe bilden sich neue Triebe aus dem gesunden Holz. Diese wachsen in der Regel kräftig und gesund nach.

Fruchtertrag:

  • Im ersten Jahr nach einem starken Rückschnitt ist der Fruchtertrag reduziert, da der Baum seine Energie in erster Linie für das Wachstum neuer Triebe benötigt.
  • Unter optimalen Bedingungen kann der Feigenbaum bereits im Folgejahr wieder einen normalen Ertrag liefern.

Frostschäden vorbeugen

Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie Frostschäden an Ihrem Feigenbaum effektiv vermeiden:

  • Geschützter Standort: Wählen Sie einen windgeschützten Platz, zum Beispiel an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand oder Hecke.
  • Winterschutz: Schützen Sie den Baum mit Wintervlies und mulchen Sie den Boden mit Stroh oder Laub.
  • Kaliumdüngung: Stärken Sie die Winterhärte des Baumes durch eine Kaliumdüngung im August. Kalium senkt den Gefrierpunkt des Zellgewebes und macht den Baum widerstandsfähiger gegen Frost. Verwenden Sie beispielsweise kaliumreiche Beinwelljauche.
  • Pflanzung im Kübel: Feigenbäume im Kübel können Sie im Winter leichter an einen frostfreien Ort bringen. Ein Winterquartier mit Temperaturen zwischen 5° und 8° Celsius ist ideal.
Bilder: Nikola / stock.adobe.com