Triebsterben am Buchsbaum – Symptome, Vorbeugung, Bekämpfung

Jahrhundertelang gehörte der Buchsbaum zu den wichtigsten Gartengehölzen. Kaum ein anderes Gewächs hat die europäische Gartenkultur so beeinflusst wie der Buchs. Seit einigen Jahren nun macht der Art das Triebsterben zu schaffen. Was hat es damit auf sich und was hilft?

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Das Triebsterben wird durch eine Pilzerkrankung hervorgerufen

Was ist das Buchsbaum-Triebsterben?

Beim Buchsbaum-Triebsterben handelt es sich um eine Pflanzenkrankheit, die durch den Pilz Cylindrocladium buxicola verursacht wird. Der Pilz befällt ausschließlich Buchsbaumgewächse, zu denen neben dem Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens) auch andere Arten wie der Kleinblättrige Buchsbaum (Buxus microphylla) sowie Ysander (Pachysandra) gehören. Die Krankheit ist seit den 1990er Jahren in England bekannt, trat in Deutschland erstmalig aber erst 2004 auf. Sie wird auch als „Buchsbaumpilz“ bezeichnet.

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An welchen Symptomen erkennt man das Buchsbaum-Triebsterben?

Entgegen des Namens betrifft das Triebsterben nicht nur die Triebe, sondern auch die Blätter des Buchsbaums. Sie erkennen einen Befall an diesen Symptomen:

  • zunächst einzelne orangefarbene bis braune Blattflecken
  • am Rand dunkler gefärbt
  • werden mit der Zeit größer und fließen irgendwann zusammen
  • weißer Sporenrasen an Blattunterseite
  • schwarze Streifen an Stängeln
  • Blattabwurf, verkahlende Triebe

Die Pilzsporen überwintern, so dass der Buchsbaum jedes Jahr aufs Neue infiziert wird. Befallene Pflanzen werden stark geschwächt und gehen über kurz oder lang ein.

Wodurch entsteht das Triebsterben am Buchsbaum?

Das Triebsterben am Buchsbaum setzt nur unter bestimmten Witterungsbedingungen ein:

  • hohe Feuchtigkeit (z. B. durch Regen oder Luftfeuchtigkeit)
  • Blätter müssen mindestens fünf Stunden dauerhaft feucht sein
  • hohe Temperaturen um 25 Grad Celsius

Bei Temperaturen über 33 Grad Celsius und unter fünf Grad Celsius stellt der Pilzb seine Tätigkeiten ein. Sind die oben genannten Bedingungen jedoch gegeben, erfolgt die Infektion innerhalb weniger Stunden. Erste Symptome zeigen sich schon nach nur einer Woche. Die Pilzsporen überdauern auf abgeworfenen Blättern und können bis zu vier Jahre überdauern.

Kann man dem Triebsterben beim Buchsbaum vorbeugen?

Tatsächlich lässt sich dem Triebsterben beim Buchsbaum mit den folgenden Maßnahmen vorbeugen:

  • unempfindliche Buchsbaumsorte pflanzen (z. B. Buxus microphylla)
  • besonders anfällig sind ‚Blauer Heinz‘ und ‚Suffruticosa‘
  • an windoffenen und lichten Standort pflanzen
  • niemals von oben gießen, immer nur direkt auf den Boden
  • zu dicht stehenden Buchs regelmäßig auslichten
  • niemals bei Regen schneiden
  • vorbeugendes Spritzen mit Fungiziden auf das Basis von Tebuconazol

Doch Vorsicht: Wirksame Spritzmittel dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen im Garten angewandt werden. Zudem sind die schädlich für viele nützliche Insekten, z. B. Schlupfwespen,(33,00€ bei Amazon*) Marienkäfer oder Raubmilben. Dies wiederum könnte einen weiteren Schädlingsbefall begünstigen.

Was hilft gegen das Triebsterben beim Buchsbaum?

Gegen das Triebsterben am Buchsbaum helfen leider nur diese Maßnahmen:

  • starker Rückschnitt erkrankter Pflanzenteile
  • Schnittgut verbrennen oder mit Hausmüll entsorgen
  • Schnittgut nicht kompostieren oder liegen lassen!
  • gegebenenfalls Buchsbaum umpflanzen
  • gegebenenfalls oberste Bodenschicht austauschen

Da der Erreger im Boden überdauern kann, sollten an dieser Stelle zukünftig keine Buchsbaumgewächse mehr gepflanzt werden um eine Reinfektion zu vermeiden. Des Weiteren hilft leider nur rechtzeitiges Spritzen.

Tipp

Mit welcher Krankheit lässt sich das Triebsterben verwechseln?

Das Triebsterben lässt sich leicht mit dem Volutella-Zweigsterben verwechseln. Auch hierbei handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die jedoch durch einen Pilz der Art Volutella buxi verursacht wird.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: NadyaTk/Shutterstock

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