Buchsbaum

Buchsbaum von Pilz befallen? So bekämpfen Sie das Problem

Artikel zitieren

Der Buchsbaumzünsler und der Buchsbaumpilz stellen ernstzunehmende Gefahren für den Buchsbaum dar. Dieser Artikel informiert umfassend über Symptome, Verbreitung und Bekämpfungsmöglichkeiten des Buchsbaumpilzes sowie über geeignete vorbeugende Maßnahmen und alternative Pflanzen.

buchsbaum-pilz
Ein Pilzbefall sollte zeitnah behandelt werden

Symptome des Buchsbaumpilzes

Ein Befall mit dem Buchsbaumpilz zeigt sich zunächst durch verschiedene Verfärbungen und Flecken auf den Blättern der Pflanze. Auf jüngeren Blättern erscheinen zuerst kleine, orange-braune Flecken mit dunklen Rändern, während auf älteren Blättern einheitlich dunkelbraune Flecken entstehen. Diese Flecken vergrößern sich schnell und können schließlich das gesamte Blatt bedecken.

Lesen Sie auch

Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Buchsbaumtriebsterbens sind schwarz gefärbte Streifen, die sich längs an den Trieben ausbreiten. Diese Läsionen führen im weiteren Verlauf zur Bildung von Nekrosen und zum Absterben der betroffenen Triebe.

Besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit kann sich auf den Unterseiten der Blätter ein weißer Sporenbelag bilden, der ebenfalls ein deutlicher Hinweis auf einen Befall ist. Begleitend zu diesen Symptomen kommt es häufig zu starkem Blattfall, was die Pflanze optisch erheblich beeinträchtigt und ihre Gesundheit weiter schwächt.

Wenn Sie diese Anzeichen an Ihrem Buchsbaum feststellen, sollten Sie umgehend handeln, um eine Ausbreitung zu verhindern und die betroffene Pflanze bestmöglich zu behandeln.

Verbreitung des Pilzes

Der Buchsbaumpilz, der die Krankheit Buchsbaum-Triebsterben verursacht, ist inzwischen in vielen Teilen Europas weit verbreitet. Bereits in den 1990er Jahren wurde dieser Pilz in England entdeckt und hat seitdem unter anderem Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich befallen. Sogar aus Neuseeland gibt es Berichte über sein Auftreten.

Die Sporen des Pilzes verbreiten sich primär durch Wind und Wasserspritzer, wobei auch kontaminiertes Laub und Schnittgut eine große Rolle spielen. Besonders in Norddeutschland nimmt die Verbreitung weiterhin zu, da das dortige Klima mit seinen feuchtwarmen Sommermonaten ideale Bedingungen für den Pilz bietet. Die Erreger können bereits bei Temperaturen ab fünf Grad Celsius wachsen und werden bei mehr als 30 Grad inaktiv.

Damit eine erfolgreiche Infektion stattfinden kann, müssen die Buchsbaumblätter mindestens fünf bis sieben Stunden ununterbrochen feucht sein. Ist diese Bedingung erfüllt, können die Pilzsporen die schützende Wachsschicht der Blätter durchdringen und sich im Blattgewebe ausbreiten. Aber auch Dauersporen, die über mehrere Jahre im Boden überdauern können, tragen zur langfristigen Verbreitung bei.

Schützen Sie Ihre Buchsbäume, indem Sie darauf achten, dass sie nach Regen rasch abtrocknen und verhindern Sie, dass Laubreste oder Schnittgut auf dem Boden liegen bleiben. Ein aufgeklärtes Handeln kann hier entscheidend sein, um einen Befall zu vermeiden oder zumindest einzudämmen.

Bekämpfung des Buchsbaumpilzes

Die Bekämpfung des Buchsbaumpilzes ist eine Herausforderung, da der Pilz sehr widerstandsfähig ist. Sobald der Pilz in die Pflanze eingedrungen ist, sind die Bekämpfungsmöglichkeiten begrenzt. Dennoch können bestimmte Maßnahmen ein weiteres Ausbreiten verhindern und die Pflanze unterstützen.

Sofortmaßnahmen

Sollten Sie Anzeichen eines Befalls entdecken, ist ein radikaler Rückschnitt aller befallenen Pflanzenteile unumgänglich. Schneiden Sie die betroffenen Triebe bis ins gesunde Holz zurück. Vermeiden Sie es, das Schnittgut auf den Kompost zu geben. Entsorgen Sie es stattdessen im Restmüll oder durch Verbrennung, um eine Weiterverbreitung der Pilzsporen zu verhindern. Denken Sie daran, auch die oberste Schicht des Bodens zu entfernen, da diese Sporen enthalten kann.

Hygienemaßnahmen

Desinfizieren Sie alle Werkzeuge, die mit den befallenen Pflanzen in Kontakt gekommen sind, gründlich. Keimfreiheit beugt einer erneuten Kontamination vor. Die Desinfektion kann durch Abflammen oder andere geeignete Verfahren erfolgen. Reinigen Sie auch gründlich Handschuhe und andere Gartenutensilien.

Chemische Behandlung

Chemische Fungizide können vorbeugend angewendet werden, allerdings nur mit Bedacht, um die Umwelt und Nützlinge zu schonen. Besprühen Sie die Pflanzen damit regelmäßig, insbesondere nach Regen. Beachten Sie jedoch, dass Chemikalien nur begrenzt wirksam sind, wenn der Pilz bereits eingedrungen ist.

Präventive Maßnahmen

Zur langfristigen Bekämpfung des Buchsbaumpilzes sollten Sie regelmäßig präventive Maßnahmen ergreifen:

  • Standortwahl: Achten Sie auf gut belüftete und sonnige Standorte, um zu gewährleisten, dass die Blätter nach Regen schnell abtrocknen.
  • Gießverhalten: Gießen Sie nur die Wurzeln, nicht die Blätter.
  • Kalidüngung: Eine Kalidüngung im Spätsommer stärkt die Triebspitzen und erhöht die Widerstandskraft der Pflanze gegen den Pilz.

Alternative Optionen

Sollte keine Bekämpfungsmethode greifen, ziehen Sie in Erwägung, befallene Pflanzen durch weniger anfällige Arten wie die Japanische Stechpalme oder die Eibe zu ersetzen. Diese Alternativen ähneln dem Buchsbaum im Aussehen und sind robuster gegenüber Pilzkrankheiten.

Durch diese umfassenden Maßnahmen können Sie den Buchsbaumpilz eindämmen und Ihre Pflanzen schützen.

Vorbeugung

Die Vorbeugung gegen den Buchsbaumpilz ist entscheidend, um einen Befall von vornherein zu vermeiden. Verschiedene Maßnahmen tragen dazu bei, die Pflanzen gesund zu halten und ihren natürlichen Schutz zu stärken.

Regelmäßige Kontrolle

Untersuchen Sie Ihre Buchsbäume vom Frühjahr bis in den Herbst hinein regelmäßig auf Symptome wie braune Blattflecken, olivgrüne Kotkrümel oder Gespinste. Frühzeitiges Erkennen von Symptomen ermöglicht ein schnelles Eingreifen, bevor sich der Pilz ausbreitet.

Standortwahl

Wählen Sie für Ihre Buchsbäume einen sonnigen und luftigen Standort. Luftige Standorte gewährleisten, dass die Blätter nach Regen schnell abtrocknen, wodurch die Feuchtigkeit, die den Pilz begünstigt, minimiert wird. Staunässe sollten Sie durch eine gute Bodendrainage unbedingt vermeiden.

Richtiges Gießen

Gießen Sie den Buchsbaum immer direkt an der Wurzel und vermeiden Sie es, die Blätter zu benetzen. Besonders während Trockenperioden im Sommer ist regelmäßiges, aber durchdringendes Gießen wichtig, damit die Erde feucht, aber nicht nass bleibt. Achten Sie auch im Winter darauf, dass Ihr Buchsbaum genügend Wasser bekommt, um Trockenstress zu vermeiden.

Passende Nährstoffversorgung

Eine ausgewogene Düngung unterstützt die Gesundheit und Widerstandskraft der Pflanzen. Eine Kalidüngung im Spätsommer zum Beispiel stärkt die Triebspitzen und macht sie widerstandsfähiger gegenüber Pilzinfektionen.

Sortenwahl

Bei Neuanschaffungen sollten Sie robuste und weniger anfällige Sorten bevorzugen. Buxus-Sorten wie ‚Herrenhausen‘, ‚Faulkner‘ oder ‚Brno‘ gelten als widerstandsfähiger gegenüber Pilzinfektionen. Vermeiden Sie hochanfällige Sorten wie ‚Suffruticosa‘ oder ‚Blauer Heinz‘.

Hygienemaßnahmen

Desinfizieren Sie Ihre Gartengeräte nach jedem Gebrauch, um die Ausbreitung von Pilzsporen zu verhindern. Auch Handschuhe und andere Gartenutensilien sollten gründlich gereinigt werden.

Pflanzenstärkung

Nutzen Sie regelmäßig Pflanzenstärkungsmittel. Diese können die natürlichen Abwehrkräfte des Buchsbaumes unterstützen und ihn weniger anfällig für Pilzerkrankungen machen.

Durch die Kombination dieser Maßnahmen erhöhen Sie die Chancen, dass Ihr Buchsbaum gesund bleibt und sich der Pilz nicht ausbreiten kann. Ein wachsames Auge und die richtige Pflege sind dabei die besten Mittel zur Vorbeugung.

Alternative Pflanzen

Die Suche nach Alternativen zum Buchsbaum kann sich als notwendig erweisen, insbesondere in Regionen, die stark von Buchsbaumpilz oder Buchsbaumzünsler betroffen sind. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Pflanzen, die nicht nur im Erscheinungsbild ähnlich sind, sondern auch weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Diese Pflanzen können sowohl für Hecken als auch für Beeteinfassungen verwendet werden und bieten eine pflegeleichte und ästhetische Alternative.

Pflanzenvorschläge

  1. Japanische Stechpalme (Ilex crenata): Diese Pflanze ähnelt dem Buchsbaum in ihrer Wuchsform und Blattstruktur und ist besonders geeignet für Formschnitte. Sie bevorzugt saure Böden und ist weit weniger anfällig für Pilzinfektionen.
  2. Zwergliguster (Ligustrum vulgare ‚Lodense‘): Zwergliguster ist robust und leicht zu pflegen. Er eignet sich ideal für niedrige Hecken und Formschnitte und ist resistent gegenüber den meisten gängigen Gartenkrankheiten.
  3. Heckenmyrthe (Lonicera nitida): Diese Pflanze ist immergrün und lässt sich gut in Form schneiden. Sie ist weniger empfindlich gegenüber Pilzkrankheiten und kann ähnlich wie der Buchsbaum verwendet werden.
  4. Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia): Die Berberitze ist eine dekorative und widerstandsfähige Alternative, die aufgrund ihrer dichten Verzweigung und ihrer kleinen Blätter dem Buchsbaum optisch nahekommt.
  5. Zwerg-Eiben (Taxus baccata ‚Repandens‘): Eiben sind sehr langlebig und wenig anfällig für Schädlinge oder Krankheiten. Sie sind ideal für schattige Plätze und können ebenfalls in Form geschnitten werden, um strukturierte Gartenelemente zu schaffen.
  6. Rhododendron ‚Bloombux’®: Diese Rhododendron-Sorte hat ähnliche Eigenschaften wie der Buchsbaum im Hinblick auf Verwachsung und Blattstruktur. Sie ist winterhart und pflegeleicht, bevorzugt jedoch leicht saure Böden.

Diese Pflanzen eignen sich hervorragend, um Ihren Garten strukturiert und attraktiv zu gestalten, ohne die Sorge vor den bekannten Buchsbaumkrankheiten. Achten Sie bei der Wahl der Pflanzen darauf, ob diese spezifische Standortbedingungen bevorzugen, damit Sie lange Freude an Ihren neuen Gartenbewohnern haben.

Bilder: mykhailo pavlenko / Shutterstock