Bleistiftstrauch pflanzen, pflegen und vermehren

Lesen Sie hier einen kommentierten Bleistiftstrauch-Steckbrief mit Hinweisen zum bizarren Wachstum und zur Giftigkeit. Lesenswerte Tipps rund um die richtige Euphorbia tirucalli Pflege im Kübel.

bleistiftstrauch
Der Bleistiftstrauch gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und ist somit stark giftig

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Euphorbia tirucalli
  • Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
  • Gattung: Wolfsmilch (Euphorbia)
  • Herkunft: Madagaskar, Ost- und Südafrika
  • Wuchstyp: sukkulenter Strauch
  • Wuchsform: bizarr, buschig-aufrecht
  • Wuchshöhe: 5 m bis 7 m (im Habitat)
  • Blatt: winzig, linealisch
  • Blüte: unscheinbar
  • Giftigkeit: stark giftig
  • Winterhärte: nicht winterhart
  • Verwendung: Zimmerpflanze

Wachstum

Der Bleistiftstrauch ist eine subtropische Pflanzenart aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Ursprünglich stammt Euphorbia tirucalli aus Madagaskar, Ost- und Südafrika. Seit vielen Jahren begeistert die exotische Sukkulente hierzulande als originelle Zimmerpflanze. Der Handelsname Bleistiftstrauch ist eine treffende Anspielung auf dieses extravagante Wachstum:

  • Wuchstyp: immergrüner Strauch oder Kleinbaum mit sukkulenten Ästen, winzigen Blättern und unscheinbaren Blüten.
  • Wuchsform: aufrecht, buschig-bizarr verzweigt mit bleistiftdicken Trieben.
  • Wuchshöhe im Habitat: 500 cm bis 700 cm.
  • Wuchshöhe im Kübel: 60 cm bis 80 cm, selten bis 100 cm.
  • Wuchsbreite im Kübel: 30 cm bis 40 cm, selten bis 50 cm.
  • Gärtnerisch interessante Eigenschaften: pflegeleicht, frostempfindlich, sonnenhungrig, giftig, ganzjährig schöne Zimmerpflanze.

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Blatt

Das Laubkleid eines Bleistiftstrauchs leistet keinen nennenswerten Beitrag zum skurril-dekorativen Erscheinungsbild, wie ein Blick auf diese Blatt-Merkmale verrät:

  • Blattform: länglich-linealisch
  • Blattlänge: 1 cm bis 2,5 cm.
  • Blattbreite: 3 mm bis 4 mm.
  • Anordnung: wechselständig

Gut zu wissen: Es ist kein Grund zur Besorgnis, wenn die Blättchen schon bald abfallen.

Blüte

In den subtropischen Heimatregionen entfaltet ein Bleistiftstrauch von Juni bis August kleine, gelb-grüne Einzelblüten. Als Zimmerpflanze hält das exotische Wolfsmilchgewächs seine Blüten in der Regel unter Verschluss.

Giftigkeit

Der Bleistiftstrauch ist stark giftig. Als typische Pflanzenart der Gattung Wolfsmilch sind alle Pflanzenteile durchströmt von einem toxischen Milchsaft (lateinisch euphorbium) mit diesen gravierenden Auswirkungen:

  • Kontaktgift: ätzende Substanz verursacht quälende Hautreizungen und schmerzhafte Entzündungen an Augen, Mund und Nase. – Verzehrgift: löst bereits in kleinen Mengen schwere Vergiftungssymptome aus, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall bis hin zum Kreislaufkollaps.
  • Reizwirkung: bis zu 100.000-fach stärkere Reizwirkung im Vergleich zum Capsaicin-Gehalt der schärfsten Chilisorten.

Bleistiftstrauch pflanzen

Einen pflanzfertigen Euphorbia tirucalli kaufen kann man im Fachhandel zu jeder Jahreszeit. Die Preise bewegen sich zwischen 4,99 Euro für ein 15-20 cm großes Exemplar und 99,90 Euro für eine ausgewachsene Bleistiftpflanze. Einfach und günstig können Hobbygärtner einen Bleistiftstrauch vermehren durch Stecklinge. Wichtige Details bestimmen über eine perfekte Substratqualität, die optimalen Standortbedingungen und sachkundige Pflanz-Technik. Wie Sie einen Bleistiftstrauch richtig pflanzen, lesen Sie hier:

Substrat

Das richtige Bleistiftstrauch-Substrat ist nährstoffarm und locker-durchlässig mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,0. Sie können hochwertige Sukkulentenerde kaufen oder selber mischen:

  • 60 Prozent Kakteenerde
  • 20 Prozent Blähton (19,00€ bei Amazon*) oder Seramis
  • 20 Prozent Quarzsand

Hobbygärtner mit eigenem Komposthaufen entscheiden sich für diese Sukkulentenerde:

  • 30 Prozent Laubkompost (gesiebt und vor Gebrauch desinfiziert im Backofen)
  • 30 Prozent Kokoserde (als umweltfreundlicher Torfersatz)
  • 20 Prozent Lavagranulat
  • 20 Prozent Bimskies oder Sand

Vermehren

Kopfstecklinge eines sukkulenten Euphorbia tirucalli bilden sehr leicht Wurzeln. Folgende Kurz-Anleitung erklärt die richtige Vorgehensweise:

  1. Bester Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist im Frühjahr.
  2. Handschuhe anziehen zum Schutz vor dem giftigen Milchsaft.
  3. Stecklinge schneiden mit einer Länge von 10 cm bis 15 cm.
  4. Schnittstellen für zwei Tage antrocknen lassen.
  5. 10-cm-Töpfe befüllen mit dem empfohlenen Sukkulentensubstrat.
  6. Stecklinge zur Hälfte bis zwei Drittel ihrer Höhe in die Erde schieben und angießen.

Am hellen bis halbschattigen, warmen Fensterplatz bilden sich innerhalb von drei bis vier Wochen die ersten Wurzeln. Zu erkennen ist die erfolgreiche Bewurzelung an einem frischen Austrieb.

Pflanz-Tipps

Die gekonnte Pflanzung basiert auf der richtigen Kombination aus artgerechter Sukkulentenerde, passender Topfgröße und gewissenhafter Pflanz-Technik. Lesen Sie hier die besten Pflanz-Tipps für einen Bleistiftstrauch in Bestform:

  • Der Kübel hat die richtige Größe, wenn zwischen Wurzelballen und Gefäßrand zwei Fingerbreit Platz frei ist.
  • Eine fingerdicke Drainage aus Blähton auf dem Kübelboden beugt Staunässe vor.
  • Die Pflanztiefe im Kübel entspricht der Pflanztiefe im Vermehrungstopf und Kaufcontainer.
  • Frühestens zwei Monate nach der Pflanzung wird die Bleistiftpflanze zum ersten Mal gedüngt.

Standort

Das sind die wichtigsten Standortpräferenzen für einen prächtigen Bleistiftstrauch mit WOW-Effekt:

  • Vollsonnige bis sonnige Lage, vorzugsweise am Südfenster.
  • Während des Sommers ab Temperaturen von 16° Celsius gerne am regengeschützten Platz auf dem Balkon in der vollen Sonne.
  • Extra-Tipp: eine 14-tägige Eingewöhnungsphase am halbschattigen Standort beugt Sonnenbrand wirksam vor.

Exkurs

Die fünf besten Zimmerpflanzen für Anfänger

Pflegeleichter Bleistiftstrauch (Euphorbia tirucalli) reiht sich nahtlos ein ins Ranking der besten Anfänger-tauglichen Zimmerpflanzen. Angeführt wird die Top-5 von Bogenhanf (Sansevieria cylindrica). Platz 2 nimmt die malerische Grünlilie (Chlorophytum comosum) für sich in Anspruch. Die florale Bronzemedaille gebührt dem majestätischen Fensterblatt (Monstera), dicht gefolgt vom Weihnachtskaktus (Schlumbergera). Bislang begnügt sich der Bleistiftbaum noch mit dem fünften Platz. Folgendes Video stellt Ihnen die gutmütigen Zimmerpflanzen näher vor:

Bleistiftstrauch pflegen

Am richtigen Standort ist ein Bleistiftstrauch pflegeleicht. Obligatorisch für alle Pflege-Arbeiten sind Handschuhe. Was darüber hinaus von Bedeutung ist, bringen diese Pflege-Tipps auf den Punkt:

Gießen

  • Bleistiftstrauch vom Frühling bis zum Herbst gleichmäßig gießen.
  • Fühlbar angetrocknetes Substrat anfeuchten, jedoch nicht durchnässen.
  • Idealerweise mit Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser gießen.
  • Feuchtigkeitsmesser im Substrat verhindert Staunässe und Ballentrockenheit.

Düngen

  • Bleistiftstrauch von März bis September sparsam düngen.
  • Alle 8 bis 12 Wochen flüssigen Sukkulentendünger ins Gießwasser geben

Schneiden

  • Bleistiftpflanzen-Rückschnitt nur bei Bedarf.
  • Bester Termin ist während der Saftruhe.
  • Überlange, geknickte oder ungünstig wachsende Triebe mit scharfer, desinfizierter Bypass-Schere verschneiden.
  • Scherenklingen kurz über einem Blatt oder einem Auge ansetzen.
  • Fließenden Milchsaft mit Wattetupfer stoppen.

Überwintern

  • Euphorbia tirucalli von Oktober bis Februar einräumen in ein Winterquartier.
  • Sehr hell und kühl-temperiert überwintern bei mindestens 2.000 Lux und 14° bis 20° Celsius.
  • Sparsamer gießen, ohne dass der Wurzelballen austrocknet.
  • Bleistiftstrauch im Winterquartier nicht düngen.

Umtopfen

  • Bleistiftstrauch alle drei bis vier Jahre umtopfen.
  • Bester Zeitpunkt ist im Frühjahr.
  • Am ausgetopften, substratfreien Ballen erkennbar kranke oder abgestorbene Wurzeln abschneiden.

Krankheiten, Schädlinge, Pflegefehler

Ein gut gepflegter Bleistiftstrauch ist durch seinen giftigen Milchsaft gefeit gegen pathogene Erreger aller Art. Wird das afrikanische Wolfsmilchgewächs durch Pflegefehler geschwächt, nutzen listige Schädlinge die Gunst der Stunde. Folgende Tabelle macht aufmerksam auf häufige Schadbilder, deren Ursachen und wirksame Gegenmaßnahmen:

Schadbild Ursache Was tun?
Grüne oder dunkle Schädlinge Blattläuse abduschen, Seifen-Spiritus-Lösung spritzen
Helle Gespinste, silberne Sprenkel Spinnmilben abduschen, Luftfeuchtigkeit erhöhen
Schlaffe Triebe Staunässe umtopfen, sparsamer gießen
Braune Flecken nach dem Ausräumen Sonnenbrand im Halbschatten akklimatisieren
Blasse Farben, Kümmerwuchs Lichtmangel am sonnigen Standort aufstellen
Schrumpelige Triebe Trockenstress tauchen, fortan häufiger gießen

Beliebte Sorten

Mit diesen schönen Bleistiftstrauch-Sorten kommt Farbe ins Spiel:

  • Sticks on Fire: lodert mit einem Farbenspiel aus rötlich-gelblichen Zweigen.
  • Rosea: begeistert mit feuerroten Trieben von einzigartiger Fernwirkung.
  • Bunter Bleistiftstrauch (Euphorbia tirucalli stramineus): Rarität, dessen kräftig grüne Triebe leuchtend orangefarbene und rote Spitzen tragen.

FAQ

Wie kann man einen Bleistiftstrauch vermehren?

Am einfachsten ist ein Bleistiftstrauch durch Stecklinge zu vermehren. Schneiden Sie im zeitigen Frühjahr mit behandschuhten Händen 15 cm lange Kopfstecklinge. An der Mutterpflanze hemmen Sie den fließenden Milchsaft mit Wattepads. Die Schnittwunden der Stecklinge lassen Sie zwei Tage trocknen. Nunmehr pflanzen Sie jeden Steckling in einen Topf mit nährstoffarmer Kakteenerde. Am halbschattigen, warmen Standort werden sich innerhalb weniger Wochen neue Wurzeln bilden.

Ist der Bleistiftstrauch giftig?

Der Bleistiftstrauch ist ein stark giftiges Wolfsmilchgewächs. Verantwortlich für den Status als Giftpflanze ist ein ätzender Milchsaft in allen Pflanzenteilen. Ungeschützter Kontakt mit der Haut oder den Schleimhäuten verursacht schmerzhafte Reizungen. Nach dem absichtlichen oder unabsichtlichen Verzehr kleiner Mengen drohen erhebliche Vergiftungsbeschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe. Euphorbia tirucalli sollte sich stets außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren befinden. Obligatorisch für Pflanz- und Pflegearbeiten ist das Tragen von Handschuhen.

Gedeiht ein Bleistiftstrauch hängend?

Der echte Bleistiftstrauch ist ein afrikanisches Wolfsmilchgewächs mit dem botanischen Namen Euphorbia tirucalli. Markenzeichen der extravaganten Zimmerpflanze ist ein aufrechtes Wachstum mit bizarr verästelten, bleistiftdicken Trieben. Für die Hängeampel besser geeignet ist der Korallenkaktus (Rhipsalis cashero) aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Lässig baumeln seine bleistiftrunden Triebe bis zu 150 cm lang aus dem Hängetopf.

Was ist wichtig in der Bleistiftstrauch-Pflege?

Entscheidend in der Bleistiftstrauch-Pflege ist eine hohe Wasserdurchlässigkeit der Pflanzerde. Zuschlagstoffe, wie Blähton, Lavagranulat (14,00€ bei Amazon*) oder Quarzsand (11,00€ bei Amazon*) tragen maßgeblich dazu bei, dass überschüssiges Gießwasser rasch ablaufen kann. Staunässe im Substrat führt unweigerlich zu Fäulnisbildung an den Wurzeln.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: mokjc/Shutterstock

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