Blühender Basilikum eröffnet mannigfaltige Optionen

Bereits ab Juli treibt Basilikum die ersten Blüten aus. Entgegen landläufiger Meinung wird Königskraut jetzt nicht giftig. Stattdessen haben Hobbygärtner nun die Wahl unter verschiedenen Optionen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Basilikum blüht
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So verhindern Sie die Blüte für einen langen Kräutergenuss

Mit ihren Blüten lockt die Kräuterpflanze emsige Insekten als Bestäuber an. Auf diese Weise verfolgt Basilikum sein zentrales Ziel, sich möglichst zahlreich zu vermehren. Einzig aus bestäubten Blüten können sich Samen entwickeln, die sich nach der Keimung in neue Pflanzen verwandeln. Daher investiert das Königskraut in die Blüte seine gesamte Energie, was zu Lasten des Aromas in den Blättern erfolgt.

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Da blühender Basilikum zugleich das Wachstum eingestellt und allmählich abstirbt, wirken erfahrene Kräuterliebhaberdiesem Prozess konsequent entgegen. Mit den folgenden Maßnahmen wird die Blüte verhindert oder zumindest hinausgezögert:

  • Basilikum regelmäßig beernten
  • nicht einzelne Blätter zupfen, sondern 5 Zentimeter lange Triebstücke
  • blattlose Triebe sterben rettungslos ab
  • beim Schnitt ganzer Zweige mindestens 2 Augen daran belassen

Ernten Sie spätestens dann, wenn sich erste Knospen zeigen. Das Schneiden der Triebspitzen trägt zugleich zu einer weiteren Verzweigung und einem buschigen Habitus bei. Was nicht frisch in der Küche verwendet wird, eignet sich zum Einfrieren oder Trocknen. Blühender Basilikum ist zwar durchaus noch essbar, schmeckt gleichwohl unangenehm bitter. Indem die Zweige rechtzeitig geerntet werden, bewahren geübte Hobbygärtner das herrliche Aroma.

Blühender Basilikum – so genießen Sie die Blüten

Als Lippenblütler ist blühender Basilikum eine Augenweide im Beet und auf dem Balkon. Je nach Sorte entfalten sich weiße, rosa oder violette Blüten. Dem nicht genug, sind die Blüten essbar. Da ihr Geschmack als leicht bitter und weniger aromatisch als die Blätter auf der Zunge ankommt, verwenden Gourmets Basilikumblüten als Dekoration an Salaten oder zur Garnierung warmer Speisen.

Darüber hinaus offeriert blühender Basilikum eine köstliche Variante für die Küche, denn er liefert die wichtigste Zutat für den einzigartigen Basilikumblütenessig. Hierzu legen Sie 80 Blüten in 200 Milliliter Weißweinessig ein und fügen 15 Blatt Königskraut sowie Pfefferkörner nach Geschmack hinzu. Nach vier Wochen durch ein feines Sieb abseihen und in eine Flasche füllen – fertig.

Basilikum blühen lassen – so ernten Sie die Samen

Wer sich an den bezaubernden Blüten des Königskrauts nicht sattsehen kann, lässt der Natur ihren Lauf. Blühender Basilikum entwickelt im Laufe des Herbst gehaltvolle Samenstände, die sich bestens eignen für die Vermehrung durch Aussaat. Nachdem alle Blüten verwelkt sind, reifen die 1-2 Millimeter kleinen Früchte innerhalb des Kelches. Pflücken Sie die verdorrten Blättchen zunächst ab. Anschließend ernten Sie die Samen so:

  • über einer Schale mit den Fingern die vertrockneten Blüten abstreifen
  • zwischen den Händen die Blüten zerreiben
  • das Gemisch aus Blütenresten und Samen wiederholt durchsieben
  • die schwarzen Samen auf einen Teller schütten und einige Tage trocknen lassen

Die geernteten Samen bewahren Sie bis zur Aussaat im nächsten Frühjahr im dunklen Schraubglas im kühlen Keller sicher auf.

So gelingt die Aussaat

Im April öffnet sich das Zeitfenster für die Aussaat der eigenhändig gesammelten Samen, die ein blühender Basilikum im Vorjahr hervorbrachte. Da Königskraut keine Temperaturen unter 10 Grad verträgt, kommt einzig eine Aussaat hinter Glas in Betracht. Vor Mitte Mai sollte Basilikum nicht draußen gepflanzt werden. So säen Sie Königskraut richtig aus:

  • kleine Anzuchttöpfe (9,90€ bei Amazon*) füllen mit Torf-Sand, Saaterde oder ähnlich magerem, durchlässigem Substrat
  • die Erde leicht anfeuchten und die feinen Samen darauf ausstreuen
  • als Lichtkeimer das Saatgut lediglich mit einem Brettchen leicht andrücken
  • am halbschattigen Standort bei 20 bis 25 Grad Celsius die Keimung abwarten

Innerhalb von 5 bis 14 Tagen brechen die Keimblättchen aus den Samen hervor. Eine eventuelle Abdeckung hat jetzt ihre Aufgabe erfüllt. Haben die Keimlinge eine Höhe von 5 Zentimetern erreicht, werden sie pikiert. Jetzt verwöhnen Sie Ihre Zöglinge zum ersten Mal mit einer stark verdünnten Dosis Flüssigdünger. Bis Mitte Mai entwickeln sie sich zu kräftigen Jungpflanzen, um ins Beet oder den Topf ausgepflanzt zu werden.

Tipps & Tricks

An mehrjährigen Basilikumsorten beeinflusst die Blüte nicht das Aroma der Blätter. Blühender Basilikum stellt in diesem Fall das Wachstum nicht ein und entwickelt keine Samenstände. Sie können sich somit an den rosafarbenen und violetten Blüten erfreuen und zugleich gehaltvolle Triebe ernten. Zudem ist eine Überwinterung im Haus möglich.

Text: Paula Jansen

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