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Bäume können über Samen oder Stecklinge vermehrt werden

Bäume selbst vermehren – So gelingt es

Viele Bäume lassen sich mit wenig Aufwand selbst vermehren, anstatt sie für viel Geld in einem Gartenfachmarkt bzw. in der Baumschule zu kaufen. Allerdings dauert es etwas, bis aus winzigen Stecklingen oder Sämlingen große Bäume geworden sind. Daher brauchen Sie Geduld - und Fingerspitzengefühl, denn nicht aus jedem Samen oder Ästchen wird ein richtiger Baum.

Laubbäume vermehren

Heimische Laubbäume können Sie im Frühjahr einfach sammeln gehen, denn dann wachsen überall kleine und größere Sämlinge von Eiche, Ahorn, Buche, Kastanie, Linde etc. aus der Erde heraus. Sie brauchen die Jungpflanzen nur vorsichtig heraus graben und in den vorbestimmten Platz im Garten pflanzen. Des Weiteren lassen sich viele Laubbäume prima per Samen vermehren – achten Sie allerdings darauf, dass diese eine Kälteperiode ausgesetzt werden. Ohne Frost kann die Keimhemmung nicht durchbrochen werden und die Aufzucht misslingt. Schneller (und einfacher) als über Samen gelangen Sie mit Hilfe von Stecklingen an einen neuen Laubbaum. Hierbei gehen Sie wie folgt vor:

  • Reißen Sie 10 bis 15 Zentimeter lange, halbreife Triebstücke ab.
  • Diese müssen eine kleine Rindenzunge vom Haupttrieb besitzen.
  • Stellen Sie die Triebstücke in ein Wasserglas und positionieren Sie dieses vor einem Fenster.
  • Warten Sie, bis die Stecklinge Wurzeln gebildet haben.
  • Nun können Sie sie in ein lockeres Gemisch aus Sand und Kompost umsetzen.

Des Weiteren gelingt die Vermehrung bei Laubgehölzen auch über Absenker und Steckhölzer.

Vermehrung von Obstgehölzen

Zwar gehören Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume ebenfalls zu den Laubbäumen, doch werden Sie aus einer Samenvermehrung keine sortenechten Obstbäume gewinnen. Für eine reiche Ernte schmackhafter Früchte müssen Sie Triebe für die Verwendung als Edelreiser schneiden. Schließlich werden Obstbäume sortenrein nur über die Okulation oder eine andere Form der Veredelung gezogen. Dabei setzen Sie die Edelsorte auf einen Sämling eines geeigneten Wildobstes, denn dieser ist oftmals robuster und wüchsiger als die gewünschte Sorte selbst. Lediglich Pfirsiche und Nektarinen sind oftmals sortenecht, d. h. sie können auch per Stecklingsaufzucht oder Aussaat vermehrt werden.

Nadelbäume vermehren

Die Aufzucht eines Nadelbaums aus Samen ist eine langwierige Angelegenheit. Einfacher ist es, diesen aus Stecklingen zu ziehen. Und so funktioniert es:

  • Reißen Sie im späten Frühjahr bis etwa Mitte des Sommers halb weiche Triebspitzen.
  • Diese sollten nicht mehr ganz weich, aber auch noch nicht verholzt sein.
  • Diese etwa 10 bis 15 Zentimeter lange Triebspitze sollte eine Rindenzunge aufweisen.
  • Entfernen Sie nun im unteren Bereich die Seitentriebe und Nadeln.
  • Stecken Sie dieses Triebende in ein Bewurzelungspulver.
  • Pflanzen Sie es in einen Topf mit einem Sand-Kompost-Gemisch ein.
  • Stülpen Sie eine abgeschnittene PET-Flasche darüber, Folie oder Glas.
  • Gießen und lüften Sie regelmäßig.
  • Bis zum Herbst sollten die Stecklinge Wurzeln gebildet haben.

Tipps

Wenn Sie von einem Laubbaum Stecklinge schneiden, sollte dieser maximal vier Blätter haben. Sind diese sehr groß, halbieren Sie sie mit dem Messer und reduzieren auf diese Weise die Verdunstung und damit den Verlust von kostbarem Wasser.

Text: Ines Jachomowski Artikelbild: Karen Kaspar/Shutterstock

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