Amberbaum: Pflegen und schneiden

Die lateinische Artbezeichnung des Amerikanischen Amberbaumes, Liquidambar styraciflua, bedeutet übersetzt so viel wie "flüssiger Bernstein". Tatsächlich verweist dieser überaus treffende Name nicht nur darauf, dass das aromatische Harz der Gattung für die Herstellung von Kaugummis verwendet wird (weshalb der Laubbaum in seiner Heimat auch als "Sweetgum" oder "Redgum" bezeichnet wird), sondern das im Herbst kräftig rotorange gefärbte Laub in der Sonne golden leuchtet. Aufgrund seiner schmückenden Wirkung erfreut sich der Amberbaum wachsender Beliebtheit als mittelgroßer Haus- und Parkbaum.

amberbaum
Der Amberbaum ist vor allem wegen seiner schönen Herbstfärbung so beliebt

Herkunft und Verbreitung

Seine Heimat hat der Amerikanische Amberbaum in Nord- und Mittelamerika, wo er zwischen dem Bundesstaat New York und dem mittelamerikanischen Staat Nicaragua vornehmlich in Flusstälern sowie an Berghängen zu Hause ist – vorausgesetzt, dort ist der Untergrund nährstoffreich, tiefgründig und eher frisch bis feucht.

Die Art gehört zur Gattung der Amberbäume (Liquidambar), die früher zu den Zaubernussgewächsen (Hamamelidaceae) gezählt wurde. Mittlerweile sind Botaniker jedoch der Ansicht, dass die Gruppe die eigene, sehr kleine Pflanzenfamilie der Altingiaceae mit lediglich etwa 15 Arten bilden. Amberbäume sind demnach nicht nur in Nordamerika heimisch, einige Arten gedeihen auch im Mittelmeerraum (Orientalischer Amberbaum, Liquidambar orientalis)sowie in Ost- und Südostasien (beispielsweise der Formosa-Amberbaum, Liquidambar formosana).

In Europa wird jedoch vor allem der Amerikanische Amberbaum als Zier- und Parkbaum kultiviert. Bereits 1681 gelangte die Art in die Alte Welt, wobei mittlerweile viele in Wuchs und Wuchshöhe unterschiedliche Sorten erhältlich sind.

Verwendung

Während der Amerikanische Amberbaum bei uns hauptsächlich in Privatgärten sowie in öffentlichen Parkanlagen als Zierbaum kultiviert wird, ist er in seiner Heimat ein wertvolles Nutzgehölz. Nicht nur, dass das süßlich duftende Storax, wie das Harz der Art auch bezeichnet wird, ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Kaugummis ist sowie in der Naturmedizin Anwendung findet, das harte, in Maserung und Farbe von Walnussholz sehr ähnliche Holz des Amberbaums ist zudem in der Möbelherstellung sehr gefragt.

Des Weiteren dient das aromatisch duftende Amberbaumholz sowie sein Harz zudem als Rohstoff für die Herstellung von Parfüms, Seifen und weiteren Kosmetika. Zwar bezeichnet man das Harz des Baumes als „Storax“, allerdings ist der Amberbaum keineswegs mit dem eigentlichen Storaxbaum (Styrax americanus) verwandt – lediglich hat er diesen bereits im 18. Jahrhundert bei der Harzgewinnung abgelöst.

Aussehen und Wuchs

In ihrer Heimat erreichen wild wachsende Exemplare des Amberbaums Höhen von bis zu 45 Meter. Damit zählt die Art zu den am höchsten wachsenden Laubbäumen, erreicht in Mitteleuropa jedoch auch in klimatisch milden Regionen in der Regel nicht mehr als etwa 20 Meter. Neben der hochwüchsigen Art sind einige deutlich kleiner bleibende Sorten erhältlich, die Höhen zwischen rund vier bis maximal zehn Metern erreichen und damit auch als Hausbaum für den Privatgarten geeignet sind.

In jungen Jahren weist der Amberbaum einen kegelförmigen, eher schmalen Wuchs auf, kann mit zunehmendem Alter jedoch stark in die Breite wachsen. Die zunächst rotbraune Rinde färbt sich später graubraun und entwickelt eine breite Furchung sowie die für die Art charakteristischen Korkleisten.

Blätter

Der Amberbaum trägt noch einen weiteren Namen, den er seinen ahornähnlichen Blättern zu verdanken hat: Seesternbaum heißt er, denn die fünf- bis siebenlappigen, handförmigen Blätter erinnern stark an die Meeresbewohner. Laien verwechseln den Amberbaum aufgrund der Form seines Laubes oft mit dem hier heimischen Ahorn.

Während der Sommermonate sind die bis zu 15 Zentimeter langen, wechselseitig angeordneten Blätter glänzend grün, nehmen jedoch oft schon ab Ende September ihre herrliche Herbstfärbung an. Dabei scheint die Natur beim Amberbaum besonders tief in den Farbtopf zu greifen, denn die Farbpalette reicht von Gelborange über Orangerot und Karminrot bis hin zu violetten Tönen. Diese breite Färbung ist oft sogar an ein und demselben Baum zu beobachten.

Damit zählt der Amerikanische Amberbaum zu den Gartengehölzen mit dem schönsten Herbstlaub, was auch der Hauptgrund für seine Beliebtheit als Haus- und Zierbaum ist. Übrigens verströmt auch das Laub den charakteristisch aromatischen Duft, wenn man es sanft zwischen den Fingern reibt.
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Blüte und Blütezeit

Die eher unscheinbare Blüte des Amberbaums erscheint im Wonnemonat Mai. Die Art ist einhäusig, entwickelt sowohl weibliche als auch männliche Blüten an ein und derselben Pflanze. Männliche Blüten ähneln aufrechten, grünlichen Ähren und werden etwa fünf bis sieben Zentimeter lang. Die weiblichen Blütenstände hingegen sitzen an kastanienähnlichen, hängenden Kugeln. Die Bestäubung erfolgt über Insekten.

Früchte

Die kugeligen, mit langen Stacheln besetzten Früchte des Amberbaums ähneln auf dem ersten Blick den Fruchtkapseln der Esskastanie. Allerdings sind sie mit einem Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern deutlich kleiner, zudem setzen sie sich aus zahlreichen verholzten Kapseln zusammen. Erst ab einem Alter von etwa 20 Jahren bilden Amberbäume Früchte aus. Diese bleiben lange am Baum haften und fallen oft erst im Frühjahr auf den Boden.

Auf der Erde platzt die braune Frucht auf, so dass die kleinen Samen direkt auf den Boden fallen. Allerdings ist der größte Teil nicht keimfähig und kann daher nicht für die Vermehrung verwendet werden. Sie erkennen die sterilen Samen daran, dass sie auffallend klein und eher kantig geformt sind. Nur wenige Samen sind fertil und damit keimfähig. Sie sind deutlich größer, besitzen eine elliptische Form und häutige Flügel, mit deren Hilfe sie der Wind an mögliche neue Standorte hinfort trägt.
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Giftigkeit

Zwar ist das Harz des Amberbaums auch heute noch ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Naturarzneien sowie Kaugummi, ist jedoch erst nach seiner industriellen Verarbeitung unbedenklich. Ansonsten gelten alle Pflanzenteile sowohl für Menschen als auch Tiere als Haut und Schleimhäute reizend bis giftig, wobei Vergiftungserscheinungen vor allem bei Kindern und kleineren Haustieren auftreten können.

Welcher Standort ist geeignet?

Wie an seinen natürlichen Standorten benötigt auch ein im Garten kultivierter Amberbaum einen vollsonnigen und möglichst warmen Standort. Pflanzen Sie das Bäumchen am besten an einen vor Wind und Regen geschützten Platz vor einer hellen Hauswand oder Mauer, der zudem optimalerweise nach Süden ausgerichtet ist. Hier bekommt der Baum ausreichend Sonne und Schutz, den er vor allem in den ersten Jahren benötigt – seine Frosthärte entwickelt die Art nämlich erst mit zunehmendem Alter. Außerdem ist ein Windschutz deshalb wichtig, weil der Amberbaum sein schützendes Laub schon recht früh im Jahr verliert.

Dagegen ist ein Platz selbst an einem halbschattigen bis licht schattigen Standort in der Regel schon zu dunkel. Sein farbenprächtiges Herbstlaub bildet die Art schließlich nur an sehr sonnigen und warmen Standorten aus.
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Boden

Der optimale Boden für den Amerikanischen Amberbaum ist tiefgründig, locker sowie gut durchlässig, mäßig nährstoffreich bis humos und frisch. Bestenfalls setzen Sie ihn in lehmige Erde, denn sowohl magere Sandböden als auch kalkhaltige Untergründe verträgt die Art nicht besonders gut. Während der Amberbaum auf Sand nur sehr langsam wächst, bekommt er auf kalkigem Boden schnell ungesund gelbe Blätter. Staunässe wiederum führt zu Fäulnis und damit zum Absterben des Baumes.

Topfkultur

Da der Amberbaum in den ersten Jahren sehr empfindlich hinsichtlich Kälte, Wind und anderen Witterungseinflüssen ist, sollten Sie ihn zunächst in einem großen Kübel kultivieren und allmählich an die klimatischen Bedingungen gewöhnen. Auf Dauer jedoch kann die hochwüchsige Art nicht in einem Pflanzgefäß gehalten werden, ohne dass Sie sie stark in ihrem Wachstum beschränken müssen. Als Bonsai gezogene Amberbäume beispielsweise benötigen sehr viel Aufmerksamkeit und Pflege.

Amberbaum richtig pflanzen

Pflanzen Sie den Amberbaum wie folgt:

  • Heben Sie ein Pflanzloch aus.
  • Dieses sollte doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen sein.
  • Lockern Sie an den Seiten sowie am Boden des Lochs die Erde auf.
  • Vermischen Sie den Aushub mit Kompost und Hornspänen / Hornmehl.
  • Installieren Sie bei schwerem Boden eine Drainage, etwa durch Kiesel.
  • Baum so tief einsetzen, dass die Veredelungsstelle mit Erde bedeckt ist.
  • Pflanzen Sie einen stützenden Pfahl ein.
  • Verbinden Sie diesen sicher mit dem Stamm, z. B. mit einem Bastband.
  • Füllen Sie das Pflanzloch auf, treten Sie die Erde vorsichtig fest.
  • Schlämmen Sie die frische Erde mit reichlich Wasser ein.
  • Mulchen Sie die Wurzelscheibe, damit die Erde nicht austrocknet.

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Was ist die beste Pflanzzeit?

Grundsätzlich lässt sich der Amberbaum sowohl im zeitigen Herbst als auch im späten Frühjahr pflanzen. Da jedoch insbesondere junge Exemplare hinsichtlich Kälte und Wind recht empfindlich sind, sollten Sie das Frühjahr bevorzugen.
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Der richtige Pflanzabstand

Da Amberbäume ausgewachsen bis zu 20 Meter hoch und acht Meter breit werden können, brauchen sie sehr viel Platz. Deshalb eignet sich die Art nur für eine Solitärstellung im Garten, die diesen Ansprüchen gerecht wird – zumal ein Umpflanzen in späteren Jahren schwierig bis unmöglich wird. Des Weiteren ist der Amberbaum zwar sehr schnittverträglich, allerdings je nach Sorte auch recht schnellwüchsig und damit mit der Gartenschere nur schwer in Höhe und Breite zu begrenzen.

Unterpflanzen

Amberbäume weisen ein lockeres Wachstum auf und lassen durch ihre Krone recht viel Licht hindurch. Deshalb können sie gut mit Bodendeckern und anderen Stauden unterpflanzt werden, sofern diese nicht allzu stark in Konkurrenz treten. Sehr gut geeignet sind beispielsweise im Frühjahr blühende Zwiebelblumen wie Tulpen und Narzissen, aber auch Eisenhut, Herbst-Anemonen, Wald-Glockenblumen und Funkien.

Amberbaum gießen

In Töpfen kultivierte Exemplare müssen natürlich während der Vegetationsperiode regelmäßig gewässert werden, da sie sich nicht selbst versorgen können. Auch frisch gepflanzte sowie junge Amberbäume können bei trockener Witterung mit einem Schwung aus der Gießkanne bedacht werden. Ältere, bereits gut etablierte Bäume hingegen kommen ohne zusätzliche Wassergaben aus.

Amberbaum richtig düngen

Dasselbe gilt für die Versorgung mit Dünger: Nur junge Bäume profitieren von einer Frühjahrsdüngung mit Kompost und Hornspänen, um ihr langsames Wachstum zu beschleunigen. Bei älteren, gut eingewurzelten Amberbäumen ist eine zusätzliche Nährstoffversorgung hingegen nicht notwendig.
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Amberbaum richtig schneiden

Amberbäume sind sehr schnittverträglich und können daher prima als Bonsai- oder einige Jahre als Topfkultur gehalten werden. Im Gegensatz zu Obstbäumen ist jedoch ein regelmäßiger Erhaltungs- bzw. Pflegeschnitt im Grunde unnötig, zudem eine solche Maßnahme die natürliche Wuchsform in Mitleidenschaft zieht. Lassen Sie den Baum daher am besten einfach wachsen und entfernen Sie im Frühjahr lediglich totes, krankes sowie zu dicht stehendes Holz.
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Amberbaum vermehren

In der Regel werden Amberbäume durch Veredlung vermehrt, können jedoch auch aus Samen gezogen werden. Im Gegensatz zu veredelten Exemplaren sind Sämlinge in ihren Eigenschaften jedoch unberechenbar, zudem sind nur wenige der reifen Samen tatsächlich keimfähig. Wählen Sie für die Aussaat nur große, elliptisch geformte Samen.

Diese benötigen einen Kältereiz, damit die Keimhemmung durchbrochen wird. Lagern Sie die Samen daher für etwa zwei Monate im Gemüsefach des Kühlschranks oder säen Sie sie gleich im Herbst in ein überdachtes Frühbeet aus. Ab dem Frühjahr benötigen die Samen für Keimung und Wachstum konstante Temperaturen ab 20 °C.
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Wie pflanze ich richtig um?

Einmal ausgepflanzt, sollten Amberbäume nur innerhalb der ersten drei bis maximal fünf Jahre umgepflanzt werden. Danach vertragen sie einen Standortwechsel in der Regel nur sehr schlecht.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sowie ein Schädlingsbefall tritt am Amberbaum nur sehr selten auf. Häufiger sind dagegen typische Standort- und Pflegefehler, wie sie etwa

  • an zu dunklen Standorten
  • verdichtetem oder anderweitig ungeeignetem Boden
  • bei zu großer Trockenheit
  • bei unzureichender Düngung
  • sowie bei Staunässe

auftreten. Betroffene Bäume bekommen gelbe bis braune Blätter, die nach einer Weile abgeworfen werden. Zudem wachsen sie nur sehr kümmerlich. Da Amberbäume sehr empfindlich sind, können Sie insbesondere in Folge von zu wenig / zu viel Wasser rasch absterben.

Überwintern

Ausreichend winterhart ist in Mitteleuropa nur der Amerikanische Amberbaum, sowohl der Orientalische als auch der asiatische Formosa-Amberbaum stammen aus wintermilden Klimata und sind entsprechend nicht frostverträglich. Allerdings entwickelt der amerikanische Verwandte seine Frosthärte erst mit zunehmendem Alter, weshalb so mancher Experte zumindest für junge Bäume eine Kübelkultur sowie eine allmähliche Abhärtung empfiehlt. Später, wenn der Baum ausgepflanzt ist, erhält er in den ersten Wintern noch einen Winterschutz. Bedecken Sie hierzu den Wurzelbereich mit Reisig, Mulch oder Stroh und umwickeln Sie bei tiefen Temperaturen unter Null zusätzlich den Stamm mit Gartenvlies. Später entwickelt der Baum jedoch eine ausreichende Frosthärte.

Tipps

Das im Herbst abgeworfene Laub lassen Sie am besten liegen: Es dient nicht nur als natürlicher Winterschutz, sondern liefert dem Baum durch den Verrottungsprozess wertvolle Nährstoffe.

Arten und Sorten

Hierzulande winterhart ist nur der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua), der in geschützten Lagen Temperaturen von bis zu minus 24 °C standhalten kann. Von dieser Art werden mittlerweile einige schöne, für den Hausgarten wunderbar geeignete Sorten angeboten:

  • ‚Gumball‘: schwachwüchsige Sorte mit maximal zwei Metern Höhe und kugelförmiger Krone
  • ‚Oktoberglut‘: sehr beliebte Sorte mit leuchtender, farbenprächtiger Herbstfärbung und maximal drei Metern Wuchshöhe
  • ‚Variegata‘: weißbunt panaschiertes Laub, maximal zwei Meter Wuchshöhe, perfekt für dauerhafte Kübelhaltung
  • ‚Worplesdon‘: langsamer Wuchs, bis maximal zehn Meter Wuchshöhe, feuerrote Herbstfärbung
  • ‚Silver King‘: ebenfalls weißbunt panaschiertes Laub, leuchtend rote Herbstfärbung, maximal fünf Meter Wuchshöhe
  • ‚Slender Silhouette‘: schlanke Säulenform mit maximal einem Meter Breite, wunderbar für kleine Gärten

Weitere Arten des Amberbaums wie etwa der Chinesische Amberbaum (Liquidambar acalycina), der Orientalische Amberbaum (Liquidambar orientalis) oder der Taiwanesische Amberbaum (Liquidambar formosana) eignen sich hingegen nicht für das Auspflanzen in mitteleuropäische Gärten, können hingegen in ausreichend großen Kübeln sowie mit viel sorgfältiger Pflege in Wintergärten bzw. während der Sommermonate auch draußen gepflegt werden.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Stephane Bidouze/Shutterstock
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