Zwetschge

Schädlinge am Zwetschgenbaum: So schützen Sie Ihren Baum

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Zwetschgenbäume bereichern den Garten mit ihren köstlichen Früchten, sind jedoch anfällig für verschiedene Schädlinge. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die häufigsten Schädlinge, die Zwetschgenbäume befallen können, und erläutert effektive Methoden zur Bekämpfung und Vorbeugung.

Zwetschgenbaum Schädlinge

Pflaumenwickler – Grapholita funebrana

Der Pflaumenwickler zählt insbesondere bei späten Zwetschgen- und Pflaumensorten zu den Hauptschädlingen. Vereinzelt befällt er auch Aprikosen, Pfirsiche oder Schwarzdorn. Seine Verbreitung erstreckt sich über Europa, Nordafrika und Asien, wobei er vorwiegend in Gärten und Obstanlagen anzutreffen ist. Die Schäden verursachen sowohl die Raupen, die sich in die Früchte fressen und diese ungenießbar machen, als auch der vorzeitige Fruchtfall. Befallene Früchte verfärben sich bläulich und fallen ab. Im Inneren findet man häufig eine rötliche Raupe.

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Bekämpfung des Pflaumenwicklers

Um den Befall durch den Pflaumenwickler einzudämmen, empfehlen sich verschiedene Maßnahmen:

  • Entfernung befallener Früchte: Untersuchen Sie Ihre Bäume regelmäßig auf Anzeichen eines Befalls. Befallene Früchte sollten Sie zeitnah entfernen und vernichten, um die weitere Entwicklung der Schädlinge zu unterbinden.
  • Pheromonfallen: Ab Mai können Sie Pheromonfallen im Obstgarten aufhängen, um die Aktivität des Pflaumenwicklers zu überwachen und die Männchen anzulocken. Dies reduziert die Eiablage und hilft Ihnen, den optimalen Zeitpunkt für weitere Maßnahmen zu bestimmen.

Eine intensive Überwachung ist empfehlenswert, wenn Sie 1 bis 3 Eier oder Einbohrstellen pro 100 Früchte feststellen. Da der Pflaumenwickler zwei Generationen pro Jahr hervorbringt, sollten Sie während der Hauptflugzeiten der Falter im Mai/Juni und Juli/August besonders aufmerksam sein.

Pflaumenblatt-Beutelgallmilbe – Phytoptus similis

Die Pflaumenblatt-Beutelgallmilbe ist ein kaum sichtbarer Schädling, der an Blättern und teilweise auch an Früchten auffällige Schäden verursacht. An den Blattunterseiten entstehen kleine, beutelförmige Gallen, die sich im Laufe des Jahres von grün über gelb bis hin zu rötlich verfärben. Diese Gallen, die vorwiegend an den Rändern und Spitzen der Blätter auftreten, führen neben der Verfärbung auch zu einer Kräuselung der Blätter. Fruchtschäden äußern sich durch kraterförmige Vertiefungen und manchmal auch durch Verwachsungen des Fruchtfleisches mit dem Kern. Die Milben überwintern als erwachsene Weibchen an geschützten Stellen und werden im Frühjahr zur Blütezeit aktiv. Sie besaugen dann den Fruchtknoten, was zu Verformungen der Früchte führt.

Bekämpfung der Pflaumenblatt-Beutelgallmilbe

Die Bekämpfung der Pflaumenblatt-Beutelgallmilbe konzentriert sich vor allem auf vorbeugende Maßnahmen:

  • Entfernung befallener Blätter und Früchte: Durch das regelmäßige Entfernen befallener Pflanzenteile können Sie die Milbenpopulation reduzieren.
  • Pflegeschnitt: Ein sachgemäßer Pflegeschnitt verbessert die Licht- und Luftverhältnisse in der Baumkrone, wodurch das Milieu für die Milben weniger attraktiv wird.
  • Standortwahl: Vermeiden Sie bei Neuanpflanzungen feuchte Standorte, da die Milben feuchte Bedingungen bevorzugen.

Bei wiederholt starkem Befall über mehrere Jahre kann auch eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln in Betracht gezogen werden.

Blattläuse

Zwetschgenbäume können von verschiedenen Blattlausarten befallen werden, darunter die Große und Kleine Pflaumenblattlaus sowie die Mehlige Pflaumenblattlaus. Diese saugen den Saft aus Blättern und jungen Trieben, was zu Blattkräuselungen, Verkrüppelungen der Triebe und vorzeitigem Blattfall führen kann.

Bekämpfung von Blattläusen

Um Blattläuse effektiv zu bekämpfen und die Gesundheit Ihrer Zwetschgenbäume zu erhalten, können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen:

  • Entfernung befallener Triebe: Das Entfernen befallener Triebe kann die Ausbreitung der Blattläuse eindämmen.
  • Förderung von Nützlingen: Durch die Anlage von Blühstreifen fördern Sie die Ansiedlung natürlicher Feinde der Blattläuse, wie Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen.
  • Beobachtung: Ab einem Befall von 2-5 % der Blattknospen vor der Blüte und 3-10 % der Triebe nach der Blüte sollten Sie eine gezielte Bekämpfung in Erwägung ziehen.
  • Schmierseifenlösung: Zur direkten Bekämpfung können Sie eine Schmierseifenlösung (1,5 bis 3 % in heißem Wasser gelöst) einsetzen, um die Blattläuse zu entfernen.
  • Austriebsspritzung: Eine präventive Austriebsspritzung mit Weißöl im Frühjahr kann ebenfalls helfen. Beachten Sie jedoch, dass nach dem Einrollen der Blätter die Wirksamkeit herkömmlicher Behandlungsmethoden gegen die geschützt lebenden Blattläuse eingeschränkt ist.

Pflaumensägewespen – Hoplocampa flava und H. minuta

Die Pflaumensägewespe ist ein kleiner Schädling, der während der Blütezeit an Pflaumen- und Zwetschgenbäumen auftritt. Die Larven dieser Sägewespe bohren sich in die jungen Früchte, was zu erheblichem Fruchtfall führen kann. Befallene Früchte fallen vom Baum und weisen typische Ein- und Ausbohrlöcher sowie eine Füllung aus dunkelbraunem Kot auf.

Bekämpfung von Pflaumensägewespen

Die Bekämpfung von Pflaumensägewespen zielt auf die Erkennung und Vorbeugung des Befalls ab:

  • Überwachung mit Leimtafeln: Ab April, einige Tage vor der Blüte, können Sie weiße Leimtafeln zur Überwachung der Flugaktivität aufhängen.
  • Kontrolle des Fruchtansatzes: Untersuchen Sie Ihren Fruchtansatz regelmäßig auf Anzeichen von Eiablagen oder Larveneinbohrungen.
  • Entfernung befallener Früchte: Befallene Früchte sollten Sie regelmäßig abschütteln, aufsammeln und vernichten, um den Vermehrungszyklus zu unterbrechen.
  • Pflanzenschutzmittel: Bei starkem Befall kann der gezielte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, basierend auf den Empfehlungen des Pflanzenschutzamtes, erforderlich sein. Die Behandlung sollte unmittelbar nach der Blüte erfolgen.

Spinnmilben – Panonychus ulmi und Tetranychus urticae

Spinnmilben sind winzige Schädlinge, die an den Blättern saugen und Zwetschgenbäume stark beeinträchtigen können. Dies führt zunächst zu weißlichen Flecken auf den Blättern, die sich später bronzefarben verfärben und schließlich zu einem vorzeitigen Blattfall führen können.

Bekämpfung von Spinnmilben

Zur Bekämpfung von Spinnmilben gibt es verschiedene nachhaltige Methoden:

  • Früherkennung: Überprüfen Sie die Blätter Ihrer Zwetschgenbäume regelmäßig auf Anzeichen eines Befalls. Spinnmilben bevorzugen trockene Bedingungen und sind oft auf der Unterseite der Blätter zu finden.
  • Wasserstrahl: Ein kräftiger Wasserstrahl kann helfen, die Milben von den Blättern zu entfernen und die Population zu reduzieren.
  • Natürliche Feinde: Raubmilben fressen Spinnmilben und können bei der Kontrolle des Befalls eine wichtige Rolle spielen. Fördern Sie diese Nützlinge, indem Sie eine natürliche Vegetation rund um die Bäume zulassen und auf insektizide Spritzmittel verzichten.
  • Vorbeugung: Halten Sie den Bereich um die Zwetschgenbäume sauber und frei von abgefallenen Blättern und Unkraut, um Spinnmilben weniger Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten zu bieten. Eine ausreichende Bewässerung der Bäume, insbesondere in Trockenperioden, kann ebenfalls helfen, die Anfälligkeit für Spinnmilben zu verringern.
  • Biologische Mittel: Im Handel sind Nützlinge wie Raubmilben erhältlich, die gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt werden können.

Indem Sie diese Maßnahmen kombinieren, können Sie den Befall durch Spinnmilben effektiv reduzieren und die Gesundheit Ihrer Zwetschgenbäume langfristig schützen.