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Pflaumenwickler-Befall: Was tun gegen Maden in Pflaumen?

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Der Pflaumenwickler ist ein gefürchteter Schädling im Obstgarten, der erhebliche Schäden an Pflaumenbäumen verursachen kann. Dieser Artikel informiert über das Schadbild, den Lebenszyklus und die wirksame Bekämpfung des Pflaumenwicklers.

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Maden in Pflaumen stammen von einem Nachtfalter

Der Pflaumenwickler: Ein Schädling mit Folgen

Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana) ist ein kleiner, graubrauner Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 12 bis 15 Millimetern. Die Weibchen legen ab Mitte Mai ihre Eier bevorzugt auf junge Pflaumenfrüchte. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich in die Früchte bohren und das Fruchtfleisch schädigen.

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Schadbild und Symptome

Ein Befall mit dem Pflaumenwickler zeigt sich durch spezifische Symptome:

  • Bohrlöcher in den Früchten: Kleine Löcher durch Larvenfraß, die oft mit einem Pfropfen aus Kot verschlossen sind.
  • Fruchtverfärbungen: Befallene Früchte verändern ihre Farbe und fallen vorzeitig ab.
  • Maden im Fruchtfleisch: Beim Aufschneiden der Früchte sind orange-gelbe Maden mit dunklem Kopf sichtbar.
  • Kotspuren: Die Larven hinterlassen Kot im Fruchtfleisch, der die Früchte ungenießbar macht.

Lebenszyklus des Pflaumenwicklers

Der Pflaumenwickler entwickelt sich in der Regel in zwei Generationen pro Jahr, manchmal auch in einer dritten.

  • Eiablage: Die Weibchen legen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in der Nähe der jungen Früchte ab.
  • Larvenstadium: Die Larven schlüpfen nach etwa einer Woche und bohren sich in die Früchte ein. Dort entwickeln sie sich mehrere Wochen lang und fressen das Fruchtfleisch.
  • Verpuppung: Nach der Entwicklung verlassen die Larven die Früchte und verpuppen sich im Boden oder in Ritzen der Baumrinde.
  • Schlupf der Falter: Die Falter schlüpfen nach einigen Wochen aus den Puppen, der Zyklus wiederholt sich.

In warmen Jahren verstärkt eine dritte Generation die Schäden erheblich, da sie zusätzliche Befälle und dadurch mehr Früchte zerstört.

Bekämpfung des Pflaumenwicklers

Um die Schäden durch den Pflaumenwickler zu minimieren, stehen verschiedene Bekämpfungsmethoden zur Verfügung:

Vorbeugung

  • Regelmäßige Baumkontrolle: Überprüfen Sie Ihre Bäume regelmäßig auf Larvennester und befallene Früchte.
  • Pheromonfallen: Diese Fallen überwachen den Falterflug und sollten von April bis Juli alle sechs Wochen ausgetauscht werden.
  • Schutznetze: Decken Sie die Bäume oder einzelne Äste kurz nach der Blüte mit Schutznetzen ab, um die Eiablage zu verhindern.
  • Nützlinge fördern: Unterstützen Sie natürliche Feinde des Pflaumenwicklers, wie Ohrwürmer, Vögel und Fledermäuse, durch das Anbringen von Nistkästen.
  • Hühnerhaltung: Hühner im Obstgarten können die Larven fressen.

Bekämpfung der Larven

  • Befallene Früchte absammeln: Entfernen Sie regelmäßig befallene Früchte und Fallobst, um die Verbreitung der Larven zu verhindern.
  • Fanggürtel: Bringen Sie ab Ende Juli Fanggürtel am Stamm an, die die Larven beim Verlassen der Früchte abfangen. Kontrollieren Sie die Gürtel bis Ende September und sammeln Sie die Raupen ab.
  • Wellpappringe: Diese dienen den Larven als Versteck und sollten regelmäßig kontrolliert und ausgetauscht werden.
  • Stammpflege: Bürsten Sie im Herbst oder Winter den Stamm ab, um überwinternde Larven zu entfernen.

Biologische Bekämpfung

  • Schlupfwespen: Setzen Sie Schlupfwespen ein, die ihre Eier in die Eier des Pflaumenwicklers legen und dadurch dessen Entwicklung verhindern. Diese Maßnahme erfolgt je nach Pflaumensorte ein- bis dreimal im Jahr.
  • Nematoden: Wenden Sie Nematoden an, die die Larven im Boden effektiv abtöten.

Maden in Pflaumen: Ungefährlich, aber unappetitlich

Maden in Pflaumen stellen keine gesundheitliche Gefahr dar, da die Magensäure die Larven zersetzt. Dennoch empfiehlt es sich, befallene Früchte zu entsorgen. Dies dient nicht nur der Ästhetik, sondern verhindert auch die weitere Verbreitung des Schädlings.

Bilder: Todorean-Gabriel / Shutterstock