Zitruspflanzen schneiden – ein wichtiger Teil der Pflege

Natürlich ist die Freude über jede selbst geerntete Frucht groß. Doch hierzulande werden Zitruspflanzen in erster Linie für das Auge kultiviert. Deswegen ist es erwünscht, dass die Pflanze gesund bliebt und eine schöne Krone bildet. Das wird nur durch regelmäßiges Schneiden erreicht.

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Im sommer dürfen nur kleinere Korrekturen durchgeführt werden

Feine Unterschiede bei den Zitrusarten

Unter dem Begriff Zitruspflanzen verbergen sich Zitronen, Limetten, Orangen, Mandarinen und noch viele andere Arten. Sie alle werden geschnitten, doch Umfang und Häufigkeit der Schnittmaßnahmen können von Art zu Art variieren.

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Mandarinen, Orangen und Clementinen beispielsweise bilden eine dichtverzweigte und reich belaubte Krone. Damit zu den Früchten genügend Sonnenlicht durchdringt, müssen sie häufiger ausgelichtet werden als die eher lockeren Äste eines Zitronenbäumchens. Natürlich beeinflusst auch die individuelle Entwicklung eines Exemplars den Einsatz der Schere.

Schneiden für eine schöne Krone

Die größte Motivation für das Schneiden ist die Bildung einer ansprechenden Krone. Sie soll dicht, wohlproportionieret und gelegentlich auch kugelrund sein. Jeder Schnitt regt die Verzweigung an. Schneiden Sie am besten häufig, dafür aber immer nur die Triebspitzen, damit die Pflanze nicht viel Energie verliert.

Tipps

Zitronenpflanzen werden in unseren Breitengraden meist nur in großen Kübeln kultiviert. Doch auch darin ist es möglich, sie am Spalier zu ziehen. Entsprechend müssen sie von jungen Jahren an geschnitten und angebunden werden.

Kleine Korrekturen im Sommer

Jederzeit während des Sommers dürfen an den Zitruspflanzen kleinere Korrekturen vorgenommen werden. Dabei geht es in erster Linie um einzelne Zweige, die zu groß werden oder auf einer anderen Weise nicht mehr so recht in das harmonische Gesamtbild passen wollen. Sie werden einfach eingekürzt.

Größere Korrekturen im Winter

Umfangreichere Schnittmaßnahmen wie das Auslichten der Krone werden besser im Spätwinter ausgeführt, noch bevor sich an den Spitzen neuer Austrieb zeigt. Denn Pflanzen, die sich nicht in der Wachstumsphase befinden, werden durch Schnittmaßnahmen nicht allzu sehr geschwächt.

Ideal sind die Monate Februar und März, noch während der Überwinterung im Haus. Falls die Pflanze einen neuen Topf benötigt, sollte das Umtopfen gleich im Anschluss an das Schneiden erfolgen.

Schnittanleitung für den Winterschnitt

  • der Schnitt darf auch ins alte Holz gehen
  • über Knospen oder Blättern schneiden, die sich nach außen richten
  • dann erfolgt der Neuaustrieb auch nach außen
  • er findet genügend Platz für weitere Verzweigungen
  • Schere etwa 3 mm über das Blatt bzw. Knospe ansetzen
  • schräg schneiden, in Wuchsrichtung des Blattes bzw. der Knospe
  • trockene und abgestorbene Zweige bis ins gesunde Holz entfernen
  • Ränder größerer Wunden mit Baumwachs (17,95€ bei Amazon*) bestreichen

Tipps

Im Herbst dürfen Sie frischverholzte Triebe schneiden, um damit die Zitruspflanze zu vermehren. Die Jungpflanze entwickelt sich und trägt so schneller, als wenn ihr Leben aus einem Kern beginnt.

Austrieb an der Veredelungsstelle

Gekaufte Zitruspflanzen sind sehr häufig veredelte Exemplare. Bei ihnen kann es vorkommen, dass sich unterhalb der Veredelungsstelle neuer Austrieb zeigt. Diesen sollten Sie zeitig ausbrechen oder mit der Schere nah am Stamm abschneiden.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Benjamas_Photovec/Shutterstock

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