Zamioculcas: Pflegetipps (Glücksfeder)

Auch ohne den berühmten "grünen Daumen" müssen Sie nicht auf eine imposante Zimmerpflanze verzichten: Die Zamioculcas zamiifolia, auch als Glücksfeder oder Kartonpapierpflanze bezeichnet, toleriert fast jeden Standort - und beschwert sich auch nicht über zu wenig Pflege. Die bis zu einen Meter hoch werdende Grünpflanze ist praktisch unzerstörbar, so lange Sie sie nicht mittels Gießkanne ersäufen. Schließlich braucht das aus Ostafrika stammende Dickblattgewächs nur wenig Wasser.

zamioculcas
Die Glücksfeder ist eine genügsame Zimmerpflanze

Herkunft und Verbreitung

Erst seit Anfang der 2000er Jahre erlebt die Zamioculcas einen Aufschwung als unkomplizierte Zimmerpflanze. Zuvor wurde sie schlicht für diesen Zweck noch nicht kultiviert, auch wenn die Art bereits im 19. Jahrhundert entdeckt und beschrieben wurde. Die Heimat des zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) zählenden Gewächses ist Zentral- und Ostafrika, wo die Art vor allem in Kenia, Tansania sowie auf Sansibar weit verbreitet ist. Dort wächst die Pflanze vornehmlich in den bewaldeten Ausläufern des Hochlands sowie in Niederungen, wo felsige Untergründe vorherrschen.

Von Natur aus ist die Zamioculcas extreme Trockenheit gewohnt und kann Wochen bis Monate ohne Wasser auskommen. Typisch für die Heimatregion ist der Wechsel zwischen trockenen Phasen und Starkregen, während dessen die Pflanze sich schnell mit Feuchtigkeit vollsaugen kann – und anschließend erneut Trockenheit zu überstehen.

Verwendung

Die Zamioculcas kann ausschließlich als Zimmerpflanze bzw. in Wintergärten gehalten werden, da sie als Wärme liebendes, typisch afrikanisches Gewächs keinen Temperaturen unter 16 °C ausgesetzt werden sollte. Am wohlsten fühlt sich die Pflanze bei Temperaturen ab 20 °C, verträgt aufgrund ihrer Resistenz gegenüber Trockenheit auch sommerliche Hitze und winterliche Heizungsluft problemlos. Während der warmen Sommermonate können Sie das Gewächs auch an einen halbschattigen bzw. absonnigen Platz auf dem Balkon oder der Terrasse stellen, sofern die Temperaturen auch in der Nacht nicht unter 20 °C sinken. Zudem sollte es trocken sein, damit die gegenüber einem Übermaß an Feuchtigkeit sehr empfindliche Zamioculcas keinem Dauerregen ausgesetzt ist.

Aussehen und Wuchs

Botanisch gesehen zählt die Zamioculcas zu den krautig wachsenden Pflanzen, was allerdings ihrem tatsächlichen Aussehen wenig entspricht. Die immergrüne Glücksfeder entwickelt unterirdisch dicke, fleischige Rhizome, aus denen verdickte Blattstiele austreiben und bis zu einem Meter hoch werden können. Bei diesen Blattstielen handelt es sich um die eigentlichen Blätter der Zamioculcas: Sie sind keulenförmig verdickt und mit zahlreichen steifen, kräftigen Fiederblättern besetzt. Alle oberirdischen Pflanzenteile sind glänzend dunkelgrün gefärbt und stellen einen guten Indikator für die Helligkeit des Standorts dar: Die Blätter werden an dunkleren Standorten intensiv dunkelgrün.

Insgesamt wirkt die Pflanze kräftig und bekommt mit zunehmendem Alter ein recht dichtes Triebwachstum, weshalb das gelegentliche Teilen des Wurzelstockes eine gute Idee ist: Damit erhalten Sie nicht nur eine zweite Pflanze, sondern verhindern auch, dass der Pflanztopf irgendwann durch den Wurzeldruck gesprengt wird. Grundsätzlich wächst die Zamioculcas zwar eher langsam, kann aber mehrere Jahrzehnte alt und damit sehr groß werden.

Blüten und Blütezeit

Eine Blüte bringt eine in Zimmerkultur gehaltene Zamioculcas nur sehr selten hervor. Allerdings ist diese ohnehin unspektakulär: Wie für Aronstabgewächse typisch besteht die Blüte aus einem nur wenige Zentimeter hohen und dicken, weißlichen Kolben. Nur, wenn sich die Pflanzen an ihrem Standort rundherum wohl fühlt und optimale Bedingungen vorhanden sind, kommen Sie vielleicht in den Genuss einer Blüte. Dazu müssen jedoch:

  • dauerhaft um die 25 °C Umgebungstemperatur vorhanden sein
  • die Luftfeuchtigkeit weder zu hoch noch zu trocken ist (wie etwa in beheizten Räumen im Winter)
  • ein heller, aber nicht vollsonniger Standort gewählt wurde
  • regelmäßig gedüngt und gewässert wird
  • auf einen ausreichend großen Topf geachtet wurde
  • die Pflanze nicht zu feucht steht
  • ein hochwertiges Substrat auf Kompostbasis eingefüllt wurde

Der Blütentrieb wächst wie die Blatttriebe auch direkt aus dem Rhizom, wird jedoch maximal 30 Zentimeter hoch. Zunächst bedeckt ein Hüllblatt die Blüte, dieses knickt jedoch nach erfolgtem Austrieb ab und legt den weißen Kolben frei. Dieser wiederum hält sich einige Wochen bevor er eintrocknet und braun wird. Die eventuell ausgebildeten Samen lassen sich grundsätzlich zur Vermehrung der Zamioculcas verwenden, allerdings handelt es sich hierbei um ein schwieriges und für den Laien kaum erfolgreiches Unterfangen.

Giftigkeit

Wie jedes Aronstabgewächs ist auch die Zamioculcas sowohl für Menschen als auch für Haustiere giftig. Die immergrüne Pflanze enthält hautreizende Stoffe wie Oxalsäure sowie Calciumoxalat, die äußerlich zu Schwellungen und Rötungen von Schleimhäuten und Haut führen können. Vergiftungen sind jedoch sehr selten, da die Wirkung in Form von einem brennendem Mundgefühl etc. augenblicklich einsetzt und der Körper daher vorgewarnt wird. Achten Sie lediglich darauf, dass beispielsweise beim Zurückschneiden kein Pflanzensaft in Ihre Augen gelangt, da dies sehr unangenehm werden kann. Spülen Sie die Augen in diesem Fall gründlich mit klarem, warmen Wasser aus. Ein Arztbesuch ist hingegen in der Regel nicht notwendig.

Welcher Standort ist geeignet?

Im Hinblick auf ihren Standort ist die Zamioculcas erfreulich genügsam. Grundsätzlich kommt das Gewächs mit jedem Platz zurecht, so lange dieser sich nicht an einem nach Süden ausgerichteten Fenster befindet. Volle Sonne verträgt die pflegeleichte Zimmerpflanze nicht, fühlt sich aber trotzdem an einem hellen Plätzchen am wohlsten. Ist ein solches nicht vorhanden, stellen Sie die “Zamie” einfach in den Schatten – sie kommt selbst mit wenig Licht prima zurecht, wächst dann aber deutlich langsamer und entwickelt auffallend dunkles Laub.

Ohnehin ist Wärme wichtiger als die Lichtintensität, denn die Zamioculcas sollte nicht kühler als 16 °C stehen. Optimal für ihr Gedeihen sind Temperaturen zwischen 20 und 25 °C, die die Pflanze während der warmen Sommermonate auch auf dem Balkon genießen darf.
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Substrat

Als Substrat genügt handelsübliche Einheitserde, die gerne vorgedüngt sein darf. Auch Grünpflanzen-, Zimmerpflanzen- oder Palmenerde eignet sich die die Glücksfeder. Am wohlsten fühlt sich die Zimmerpflanze in Erden mit hohem Kompostanteil. Für eine bessere Durchlässigkeit mischen Sie dem Substrat Tongranulat oder Perlite unter. Achten Sie darauf, die Pflanze nicht zu feucht zu halten – schimmelt das Substrat, steht die “Zamie” zu nass und benötigt schnellstens einen neuen Topf und frisches Substrat. Bevorzugen Sie statt einer Erd- die Hydrokultur, so reduziert sich der ohnehin geringe Pflegeaufwand noch einmal.

Zamioculcas richtig pflanzen

Haben Sie eine Zamioculcas neu gekauft, pflanzen Sie sie am besten gleich in frisches Substrat um. Ob die Pflanze einen neuen Topf braucht, können Sie an der Durchwurzelung des Gefäßes erkennen: Hat dort die Erde kaum noch Platz, ist es Zeit für einen größeren Kübel. Dieser sollte möglichst breit sein, weil sich die Wurzeln hauptsächlich in die Breite ausweiten. Unabdingbar ist zudem ein Abflussloch am Topfboden, durch das überschüssiges Gießwasser rasch abfließen kann. Damit dieses nicht verschlämmt, bedecken Sie den Boden mit einer Schicht Tonscherben. Für eine bessere Durchlässigkeit des Substrates sorgt das Beimischen von Blähton oder Perlite.

Zamioculcas gießen

In ihren fleischigen, dicken Blattstielen speichert die Zamioculcas Feuchtigkeit, mittels derer sie in ihrer ostafrikanischen Heimat trockene Zeiten übersteht. Damit handelt es sich um eine sukkulente Pflanze, die nur wenig gegossen werden muss – aber trotzdem nicht ständig austrocknen darf. Wässern Sie die “Zamie” immer dann, wenn das Substrat gut abgetrocknet ist – dies stellen Sie bei Tongefäßen etwa durch den “Klopftest” fest. Klopfen Sie sacht mit den Fingerknöcheln gegen den Topf. Klingt der daraus entstehende Ton hohl, ist es Zeit fürs Gießen. Verwenden Sie hierfür gut abgestandenes, zimmerwarmes Leitungswasser oder aufgefangenes Regenwasser. Überschüssiges Gießwasser sollte zeitnah entfernt werden.

Von Zeit zu Zeit stellen Sie die Zamioculcas unter die Dusche und brausen sie mit einem sanften, handwarmen Duschstrahl ab. Das Abduschen schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Zum Einen entfernen Sie angesammelten Staub von den Blättern und zum anderen erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit, so dass vermehrt bei Trockenheit auftretende Schädlinge wie etwa Spinnmilben keine Chance haben.

Bezüglich der Gießmenge lassen sich keine konkreten Angaben machen. Grundsätzlich benötigt die Zamioculcas während der Sommermonate mehr und häufiger Wasser als im Winter. Wie viel und wie oft Sie konkret gießen, hängt dabei von der Helligkeit am Standort, der Umgebungstemperatur und der Größe der Pflanze ab.
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Zamioculcas richtig düngen

Wie jede Topfpflanze ist auch die Zamioculcas auf eine regelmäßige Versorgung mit Nährstoffen angewiesen. Düngen Sie sie etwa alle vier Wochen mit einem niedrig dosierten, flüssigen Grünpflanzendünger, der zusammen mit dem Gießwasser verabreicht wird. Alternativ können Sie die Pflanze im Frühjahr auch mit einem Langzeitdünger – etwa in Form eines Stäbchens oder Kegels – versorgen, so dass die Düngung während der Sommermonate nicht vergessen werden kann. Während des Winters setzen Sie die Düngung aus.

Frisch in vorgedüngte Erde umgetopfte Pflanzen düngen Sie frühestens nach acht Wochen, ebenso wie mit Schädlingen befallene oder kranke Exemplare, die erst nach ihrer Gesundung wieder mit Nährstoffen versorgt werden. In dieser Hinsicht sind Pflanzen wie Menschen: Sie essen wahrscheinlich ja auch weniger, wenn Sie mit einer fiebrigen Erkältung im Bett liegen.
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Zamioculcas richtig schneiden

Auch wenn die Glücksfeder langsam wächst, kann sie mit den Jahren recht hoch und vor allem umfangreich werden. Schneiden Sie die Pflanze trotzdem nicht zurück, da sonst unschöne kahle Stellen übrig bleiben. Aus dem Schnittstumpf treibt die Zamioculcas nicht wieder aus, dieser bleibt oft noch mehrere Jahre stehen. Zu groß gewordene Pflanzen teilen Sie stattdessen einfach.

Manchmal müssen Sie jedoch trotzdem zu Messer oder Schere greifen, denn kranke oder abgestorbene Triebe sind schnellstmöglich zu entfernen. Vertrocknete oder faulende Blattstiele schneiden Sie direkt an der Basis ab und entsorgen das Schnittgut am besten über den Hausmüll.
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Teilen und Umtopfen

Umtopfen müssen Sie die Zamioculcas nur selten, im Gegensatz zu vielen anderen Topfpflanzen steht die Glücksfeder gern in beengten Töpfen und braucht erst dann einen neuen, wenn ihre Wurzeln aus dem Pflanzgefäß herauszuwachsen drohen. In der Regel ist dies etwa alle drei Jahre der Fall. Bei dieser Gelegenheit können Sie große Pflanzen auch gleich in zwei oder mehrere Einzelpflanzen teilen und diese separat einpflanzen. Auf diese Weise lässt sich das attraktive Gewächs am schnellsten und unkompliziertesten vermehren. Der beste Zeitpunkt für diese Maßnahme ist das Frühjahr, zudem sollten Sie die Pflanze(n) nach dem Umtopfen einige Wochen verstärkt gießen.

Zamioculcas vermehren

Des Weiteren lässt sich die Glücksfeder durch Blattstecklinge vermehren, die Sie einfach mit der Schnittseite nach unten in einen Topf mit Anzuchterde stecken, das Substrat stets leicht feucht halten und das Gefäß an einen etwa 25 °C warmen und hellen Ort stellen. Am besten kultivieren Sie den Steckling in einem Zimmergewächshaus, da sich bei gespannter Luft leichter Wurzeln bilden. Bis das Blatt sich tatsächlich bewurzelt hat und sich ein neuer Trieb entwickelt, brauchen Sie jedoch viel Geduld: Bis zu einem Jahr kann dieser Vorgang in Anspruch nehmen. Auch danach wächst das neue Pflänzchen recht langsam. Neben einzelnen Fiederblättchen eignen sich auch bis zu 20 Zentimeter lange Blattstiele mit mehreren Blättchen für die Vermehrung.
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Krankheiten und Schädlinge

Die Zamioculcas ist eine robuste Zimmerpflanze, die nur sehr selten krank wird oder von Schädlingen befallen. Problematisch sind im Grunde nur Spinnmilben, die an trockenen und warmen Standorten häufig auftreten. Diese Plage halten Sie sich durch das gelegentliche Abduschen der Pflanze vom Hals.

Zamioculcas bekommt braune Blätter, was tun?

Bekommt die Zamioculcas plötzlich braune Blätter, so stecken in der Regel Pflegefehler dahinter. Ergründen Sie, ob Sie

  • zu viel oder zu wenig gießen
  • zu viel oder zu wenig düngen
  • die Umgebungstemperatur zu hoch oder zu niedrig ist
  • die Luftfeuchtigkeit zu hoch oder zu niedrig.

Sobald die Ursache festgestellt wurde, leiten Sie entsprechende Gegenmaßnahmen ein.

Zamioculcas bekommt gelbe Blätter, was tun?

Gelbe Blätter an der Glücksfeder sind hingegen ein deutlicher Hinweis auf einen zu feuchten Standort. In diesem Fall topfen Sie die Pflanze umgehend in frisches, trockenes Substrat um und schneiden gegebenenfalls faulige Wurzeln oder Blatttriebe ab. Gießen Sie die Zamioculcas in Zukunft seltener bzw. weniger.

Tipps

Die Blattstiele können einen Meter lang und teils sogar noch länger werden. Damit sie aufgrund ihres Eigengewichts nicht überhängen oder sogar abknicken, können Sie sie mit einem Bastband oder ähnlichem hochbinden und so stabilisieren.

Arten und Sorten

Im Handel erhältlich ist im Grunde nur eine einzige Sorte der Zamioculcas, wobei im Botanischen Garten Berlin auch eine panaschierte Variante zu bewundern ist. Diese ist jedoch nur selten und dann für sehr viel Geld käuflich zu erwerben. Ob es sich hingegen bei der gelegentlich angebotenen Schwarzen Zamioculcas ‘Raven’ tatsächlich um eine eigenständige Sorte handelt, darf bezweifelt werden. Die sehr dunklen Blattstiele und Fiederblättchen dieser Variante werden eigentlich von jeder normalen Glücksfeder ebenfalls entwickelt – so lange diese nur dunkel genug steht. Ein dunkler Standort und somit wenig Licht führen bei dieser Art automatisch zu dunkel gefärbten Blättern.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Jakub Krechowicz/Shutterstock

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