Wilder Wein – Vorsicht vor Wespen

Die Jungfernrebe, oft auch als Wilder Wein bezeichnet, ist eine der Weinrebe (Vitis) nicht unähnliche Pflanze, die jedoch nicht zur Gewinnung von Weintrauben, sondern in erster Linie als Zierpflanze kultiviert wird. Wilder Wein ist sehr starkwüchsig und berankt innerhalb kurzer Zeit ganze Mauern, Hauswände und Pergolen. Im Herbst bildet die Pflanze kleine, runde Beeren aus, die für den Menschen giftig, aber für Vögel und auch Wespen begehrte Nahrung sind.

Jungfernrebe Wespen
Wespen mögen die Früchte des Wilden Weins

Wespen fliegen vor allem Früchte an

Wenn die Jungfernrebe im Juni und Juli ihre unscheinbaren Blüten zeigt, beginnt die Zeit der Bienen. Die fleißigen Nektarsammlerinnen fliegen den Wilden Wein gern und häufig an, sind in vielen Fällen aber harmlos. Dasselbe gilt für zahlreiche andere Insekten, die sich ebenfalls am Blütennektar sowie an den Früchten der Pflanze gütlich tun, etwa Schwebfliegen. Ganz anders sieht es dagegen mit Wespen aus, die etwa ab Ende August / Anfang September den Wilden Wein ebenfalls vermehrt anfliegen. Die Stechinsekten haben es allerdings weniger auf die Blüten, sondern vielmehr die Fruchtansätze und Früchte abgesehen. Da Wespen gerade am Ende des Sommers sehr aggressiv werden können, sollte Wilder Wein möglichst nicht in die Nähe häufig frequentierter Gartenbereiche – etwa der Terrasse – gepflanzt werden.

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Im Wilden Wein wimmelt es vor Leben

Überhaupt wimmelt es in der dichten Belaubung des Wilden Weins nur so vor Leben: Nicht nur, dass die Wespen gern an den Früchten der Jungfernrebe naschen, sie bauen mit Vorliebe auch ihre Nester in der dichten Belaubung – desgleichen wie viele Vogelarten sowie auch Mäuse und andere Kleinnager. Letztere nutzen die Ranken übrigens gern, um in höhere Geschosse und somit auch in die Häuser zu gelangen, beispielsweise über geöffnete Fenster oder übers Dach. Bei geplanten Rückschnitten sollten Sie nach Möglichkeit Rücksicht auf die Brutzeiten der Vögel nehmen, um diese nicht bei ihrer Jungenaufzucht zu stören.

Maßnahmen gegen Wespen

Grundsätzlich stehen Wespen – wie alle Wildtiere – unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes und dürfen nicht ohne Grund getötet werden. Somit ist auch das Aufstellen von so genannten Wespenfallen bzw. das Einschäumen von Wespennestern verboten. Bei einer starken Gefährdung ist es allerdings möglich, die Tiere durch einen spezialisierten Kammerjäger entfernen und umsiedeln zu lassen. Auch manche örtliche Feuerwehr hat einen speziell ausgebildeten Wespenexperten, der Ihnen bei Ihrem Problem weiterhelfen kann.

Tipps

Viele Gärtner schwören auf Wespenfallen, in denen die ungeliebten Tiere ertrinken. Leider sind diese Fallen nicht nur für Wespen, sondern auch für andere Insekten wie etwa Bienen ebenfalls tödlich.

Text: Ines Jachomowski

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