Wildbienen überwintern – Wie kann ich helfen?

Im Winter geraten Wildbienen in Not. Es mangelt an Winterquartieren und Nahrungsquellen für die kalte Jahreszeit. Naturnahe Hobbygärtner wollen nicht tatenlos zuschauen und leisten unschätzbare Hilfestellung. Dieser Ratgeber erklärt, wie Wildbienen überwintern und welche Hilfe im Hobbygarten bei Wildbienen wirklich ankommt.

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Insektenhotels bieten Wildbienen Platz zum Brüten und Überwintern

Wie überwintern Wildbienen?

In Deutschland sind mehr als 500 Wildbienen-Arten heimisch. Davon leben 95 Prozent als Einzelgänger. Im Gegensatz zu geselligen Honigbienen, gründen wilde Solitärbienen keine Völker. Diese Lebensweise erfordert eine ausgeklügelte Überlebensstrategie für den Winter. So überwintern Wildbienen in Deutschland:

  • Eiablage: begattetes Weibchen legt seine Eier in einzelnen Brutzellen ab
  • Brutfürsorge: Einlagerung von Nahrungsvorräten in den Brutzellen, Verschluss der Eingänge oder Bau von Trennwänden
  • Brutplätze: hohle Pflanzenstängel, Bohrlöcher heimischer Käfer, Baumhöhlen, Mauerspalten, unterirdische Nester
  • Überwinterung: Entwicklung vom Ei zur Puppe vor dem Winter, Überwinterung als Imago in der Puppenhülle
  • Winterende: Schlupf im Frühjahr aus der Puppenhülle als wohlgenährte Wildbienen

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Hummeln zählen zu den Wildbienen. Als einzige Art gründen die gelb-schwarzen, behaarten Brummer ein kleines Volk für einen Sommer lang. Es überleben lediglich begattete Jungköniginnen, die mit einem dicken Fettpolster im Gartenboden überwintern, vorzugsweise in verlassenen Mäusenestern.

Was hilft Wildbienen beim Überwintern?

Ein prall gefülltes Maßnahmenpaket steht bereit, wenn sich Hobbygärtner dem Artenschutz von Wildbienen widmen. Naturnahes Gärtnern an sich stellt die Weichen. Effektive Einzelmaßnahmen wenden sich gezielt an Wildbienen-Arten. Diese Hilfe nehmen Wildbienen für den Winter gerne an:

  • Spezielle Bienenweiden für Wildbienen aussäen als Nahrungsquelle für den Futtervorrat in Brutzellen
  • Abgestorbene Pflanzenstängel bis zum Frühjahr stehen lassen
  • Trockenmauer anlegen mit moosbewachsenen Fugen und Ritzen als Winterquartier
  • Nistkästen für Wildbienen aufhängen
  • Maulwurfshügel tolerieren, verlassene Mäusenester nicht entfernen
  • Komposthaufen ab dem Spätsommer nicht mehr umsetzen
  • Benjeshecke anlegen aus Altholz mit Bohrlöchern von Käfern

Viele Wildbienen sind in Not, weil sie ihre Futterpflanzen nicht mehr finden. Schlimmstenfalls sind die Vorratskammern der Brutzellen nicht gefüllt und der Nachwuchs muss jämmerlich verhungern. Pflanzen Sie Echte Kamille (Matricaria recutita) für die Buckel-Seidenbiene (Collet es daviesanus). Die Gewöhnliche Löcherbiene (Osmia truncorum) freut sich über Acker-Ringelblumen (Calendula arvensis). Taubnesseln (Lamium maculatum) lassen die Herzen höher schlagen bei allen Pelzbienen (Anthrophora spec.)

Tipp

Ein bienenfreundlicher Garten kommt allen Bienen zugute. Die besten Schlemmerpflanzen für Wildbienen und Honigbienen sind heimische Wildblumen, Wildstauden und Wildobststräucher. Wo Kornblumen (Centaurea cyanus), Hundsrose (Rosa canina) oder Kornelkirsche (Cornus mas) gedeihen, ist der Tisch reich gedeckt für die summenden Brummer.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Colin Goldsmith-Hodder/Shutterstock